Am 18. März 2026 hat die FDA Icotrokinra (Icotyde, Johnson & Johnson) als erstes orales IL-23-Rezeptor-Blocker zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen. Erstmals steht eine hochwirksame Therapie in Tablettenform zur Verfügung – einmal täglich, ohne Spritze, ohne Kühlkette [1].
In Deutschland sind rund 1,6 bis 2 Millionen Menschen von Psoriasis betroffen. Bis zur Verfügbarkeit von Icotrokinra in deutschen Praxen wird es noch dauern. Experten rechnen frühestens Ende 2026 mit einer regulären Verschreibbarkeit [2].
Was ist Psoriasis?
Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung mit genetischer Komponente. Das Immunsystem reagiert überaktiv, die Haut erneuert sich zu schnell – innerhalb von Tagen statt Wochen. Typisch: silbrig-weiße Schuppen auf geröteten Flächen an Ellbogen, Knien und Kopfhaut. Psoriasis ist nicht ansteckend und verläuft in Schüben [3].
Rund 30 Prozent der Psoriasis-Patienten entwickeln im Verlauf auch eine Psoriasis-Arthritis mit Gelenkbeteiligung.
Wie Icotrokinra wirkt
Bisherige Biologika müssen gespritzt werden. Icotrokinra ist anders: ein synthetisches Peptidmolekül, oral eingenommen, das den IL-23-Rezeptor direkt blockiert. Bisherige IL-23-Hemmer fangen den Botenstoff IL-23 selbst ab – Icotrokinra blockiert den Rezeptor auf der Immunzelle, eine präzisere Unterbrechung des Signalwegs [1].
In direkten Vergleichsstudien erreichten rund 70 Prozent der Patienten nach 16 Wochen weitgehend klare Haut. 55 Prozent erzielten PASI-90 – eine Verbesserung um mindestens 90 Prozent. Das liegt auf Augenhöhe mit den besten verfügbaren Biologika [1].
Die Zulassung gilt für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit mindestens 40 kg Körpergewicht [1].
Sicherheitsprofil
In Studien bis Woche 52 kein neues Sicherheitssignal. Die Rate unerwünschter Ereignisse lag weniger als 1,1 Prozent über Placebo. Keine Hinweise auf erhöhte Infektionsanfälligkeit [1].
Versorgungsrealität Deutschland 2025
Das PsoBest-Register dokumentiert aktuell 26.084 Patienten an über 1.100 Zentren. Ein Versorgungsbericht 2025 zeigt: Viele Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis werden trotz hochwirksamer Biologika nicht systemisch behandelt. Eine täglich eingenommene Tablette wie Icotrokinra könnte die Therapieakzeptanz deutlich erhöhen [4].
Bestehende Optionen
IL-17-Hemmer: Secukinumab, Ixekizumab, Bimekizumab (bis 85% PASI-90). IL-23-Hemmer: Risankizumab, Guselkumab (alle 8–12 Wochen Injektion). Orale Klassiker: Methotrexat, Fumarsäure, Apremilast. Phototherapie: UV-B-Schmalband, GKV-erstattet.
Psoriasis und Herzerkrankungen
Die chronische Entzündung erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Typ-2-Diabetes. Frühzeitige Biologika-Therapie kann das Herzrisiko nachweislich senken [3].
Tipp: Symptome und Behandlungsverläufe dokumentieren – Gesundheits-Apps dafür finden Sie auf bestes.com.
Quellen
[1] AJMC: FDA Approves Icotrokinra, First Oral IL-23 Inhibitor. ajmc.com, März 2026
[2] Psoriasis-Netz: Icotrokinra in den USA zugelassen. psoriasis-netz.de
[3] Der Privatarzt: Neues zur Psoriasistherapie mit Biologika. der-privatarzt.de, 2025
[4] Psoriasis-Netz: Versorgungsbericht Deutschland 2025. psoriasis-netz.de
