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Von Redaktion

Transformation Fund: 50 Mrd. Euro für Krankenhausdigitalisierung

Ab Januar 2026 starten der Transformation Fund mit bis zu 50 Milliarden Euro und die DiGAV 2.0 mit neuen Regeln für Apps auf Rezept. Was sich für Patienten konkret ändert – und wann.

Der Transformation Fund ist gestartet: Seit Januar 2026 stehen bis zu 50 Milliarden Euro bereit, um deutsche Krankenhäuser grundlegend zu modernisieren – darunter ausdrücklich digitale Infrastruktur und vernetzte Plattformen. Gleichzeitig treten mit der DiGAV 2.0 neue Regeln für Apps auf Rezept in Kraft. Was verändert sich konkret für Patienten?

50 Milliarden Euro für die Krankenhausdigitalisierung

Der Transformation Fund ist ein zentraler Baustein der deutschen Krankenhausreform, die nach langen politischen Verhandlungen Ende 2024 beschlossen wurde. Ab Januar 2026 fließen über zehn Jahre verteilt bis zu 50 Milliarden Euro in die strukturelle Erneuerung der deutschen Kliniken. Ein erheblicher Teil davon ist explizit für digitale Infrastruktur vorgesehen: interoperable Patientenakten, elektronische Verordnungsprozesse, telemedizinische Anbindung und – besonders relevant für die Versorgung – die Vernetzung zwischen Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten und digitalen Gesundheitsanwendungen.

Für Patienten bedeutet das mittelfristig: weniger Papierkram bei Einweisungen, einheitlichere Befunddaten über Institutionen hinweg und schnellere Kommunikationswege zwischen Klinik und Hausarzt. Die Reform verpflichtet Krankenhäuser, digitale Systeme nicht mehr nur zu nutzen, sondern miteinander kompatibel zu machen – ein Problem, das bislang dem deutschen Gesundheitswesen erheblich geschadet hat.

DiGAV 2.0: Neue Regeln für Apps auf Rezept

Parallel zur Krankenhausreform tritt 2026 eine überarbeitete Fassung der Digitale-Gesundheitsanwendungen-Verordnung (DiGAV 2.0) in Kraft. Sie enthält drei wesentliche Neuerungen, die direkt die Verfügbarkeit und Qualität von Gesundheits-Apps auf Rezept betreffen.

Erstens: Hersteller müssen jetzt explizit angeben, welche KI-Risikoklasse ihre Anwendung nach dem EU AI Act hat. Das EU-Gesetz zur Künstlichen Intelligenz – der weltweit erste verbindliche KI-Rechtsrahmen – gilt ab 2026 vollumfänglich für Hochrisikosysteme. DiGAs, die KI zur Diagnoseunterstützung oder Therapiesteuerung einsetzen, fallen darunter und müssen ihre Konformität nachweisen. Für Patienten heißt das: mehr Transparenz darüber, wie stark eine App tatsächlich auf KI-Urteilen beruht.

Zweitens: Medizinprodukte der Klasse IIb sind nun erstmals im DiGA-Rahmen zugelassen. Bislang galt das DiGA-Verfahren nur für Klasse I und IIa. IIb-Geräte – darunter bestimmte Wearables zur kontinuierlichen Herzüberwachung und spezialisierte Diabetes-Management-Tools – können jetzt den Weg über das Kassensystem antreten, statt ausschließlich über den Medizinproduktekanal.

Drittens: Seit 2026 ist 20 Prozent der DiGA-Erstattung ergebnisbasiert. Hersteller erhalten diesen Anteil nur dann, wenn ihre App messbare Patientennutzen-Daten in einer Erprobungsphase nachweist. Diese Regel soll die Spreu vom Weizen trennen – und setzt einen Anreiz, tatsächliche Wirksamkeit statt bloße Usability nachzuweisen.

Was bedeutet das konkret für Patienten 2026?

Die Kombination aus Transformation Fund und DiGAV 2.0 verändert das Bild der deutschen Digitalheilkunde auf zwei Ebenen gleichzeitig. Im Krankenhaus: bessere Vernetzung, weniger Datenverlust bei Überweisungen, digitale Einweisung und Entlassmanagement. Im ambulanten Bereich: mehr Apps auf Rezept mit nachgewiesenem Nutzen, mehr KI-Transparenz, und die Möglichkeit, auch komplexere Monitoring-Geräte über die Kassenleistung zu erhalten.

Allerdings gilt: Der Transformation Fund läuft zehn Jahre. Kurzfristig werden Patienten kaum etwas spüren. Die digitale Interoperabilität zwischen den rund 1.700 deutschen Allgemeinkrankenhäusern ist ein jahrzehntealtes Problem, das sich nicht in einem Förderzyklus löst. Experten aus dem Digital Health-Sektor erwarten erste spürbare Fortschritte frühestens ab 2028, wenn die ersten Transformationsprojekte abgeschlossen sind und Schnittstellen tatsächlich im Routinebetrieb laufen.

Häufige Fragen

Was ist der Transformation Fund genau?

Der Transformation Fund ist ein staatliches Förderprogramm aus der deutschen Krankenhausreform 2024. Über zehn Jahre stehen bis zu 50 Milliarden Euro bereit, um Kliniken strukturell zu modernisieren – darunter Schließungen, Fusionen und der Aufbau digitaler Infrastruktur. Finanziert wird er paritätisch durch Bund, Länder und gesetzliche Krankenkassen.

Was ändert sich bei Apps auf Rezept (DiGA) ab 2026?

Mit der DiGAV 2.0 müssen Hersteller ihre KI-Systeme nach dem EU AI Act klassifizieren, 20 Prozent der Erstattung ist an nachgewiesene Wirksamkeit geknüpft, und erstmals sind auch IIb-Medizinprodukte für das DiGA-Verfahren zugelassen. Das erhöht die Anforderungen an Hersteller und sollte die Qualität der zugelassenen Apps steigern.

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