Von Redaktion

ApoVWG beschlossen: Was das neue Apothekengesetz für Patienten ändert

Der Bundestag hat am 22. Mai 2026 das Apothekenreformgesetz (ApoVWG) verabschiedet. Höheres Honorar, neue Befugnisse, weniger Bürokratie – was das für deine Versorgung bedeutet.

Der Bundestag hat am Freitag, 22. Mai 2026, das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) verabschiedet. Die Koalition aus CDU/CSU und SPD stimmte fuer das Gesetz, das Apotheken wirtschaftlich staerken und weitere Schliessungen stoppen soll. [1] Fuer Millionen von Patienten in Deutschland ist die Reform unmittelbar relevant: Die Apothekendichte ist auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten gesunken, und in immer mehr Gemeinden gibt es keine Apotheke mehr in Gehnaehere.

Warum die Reform dringend noetig war

Deutschland verliert seine Apotheken in einem alarmierenden Tempo. Allein im ersten Quartal 2026 schlossen 79 Apotheken, waehrend nur 19 neue eroeffneten. Ende Maerz 2026 zaehlte das Land noch 16.541 Apotheken – rund 20 Prozent weniger als 2013. [4] Der Hauptgrund: Die Betriebskosten stiegen in den vergangenen 13 Jahren um rund 65 Prozent, waehrend das Apothekenhonorar nahezu eingefroren blieb. [1]

Betroffen sind vor allem laendliche Regionen. Wer kein Auto hat, alt oder in der Mobilitaet eingeschraenkt ist, leidet besonders, wenn die naechste Apotheke ploetzlich mehrere Kilometer entfernt ist. Der Sozialverband Deutschland hatte vor einem weiteren Rueckgang gewarnt und einen gesetzgeberischen Eingriff gefordert. [4] Apotheken sind nicht nur Medikamentenausgabestellen – sie beraten bei Wechselwirkungen, erkennen Dosierungsfehler und helfen bei akuten Fragen, fuer die ein Arzttermin nicht noetig sein sollte.

Was das ApoVWG konkret regelt

Das Kernstueck des Gesetzes ist eine Honorarerhoehung in zwei Schritten: Das sogenannte Packungsfixum – der Betrag, den Apotheken je abgegebenem verschreibungspflichtigen Medikament erhalten – steigt zum 1. Juli 2026 von 8,35 Euro auf 9,00 Euro und zum 1. Januar 2027 weiter auf 9,50 Euro. [1] Das entspricht einer Steigerung von rund 14 Prozent in einem Jahr – nach mehr als einem Jahrzehnt ohne nennenswerte Anpassung.

Darueber hinaus enthaelt das Gesetz weitere Massnahmen: Apotheken erhalten Zuschuesse fuer Teilnotdienste, was besonders auf dem Land die Versorgung ausserhalb der regulaeren Oeffnungszeiten absichern soll. Zweigapotheken – Nebenstandorte einer Hauptapotheke – koennen kuenftig leichter betrieben werden, weil die Praesenzpflicht fuer Apotheker gelockert wird. [3] Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) erhalten erweiterte Befugnisse und koennen bestimmte Apotheken eigenverantwortlicher fuehren, was mehr Flexibilitaet beim Personaleinsatz ermoeglicht. [1]

Begleitend werden die Apothekenbetriebsordnung und die Arzneimittelpreisverordnung angepasst. Ziel ist auch ein Buerokratieabbau, der Apotheken im Alltag entlastet und Ressourcen fuer die eigentliche Patientenversorgung freisetzt.

Politische Reaktionen und Kritik

Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD stimmten im Gesundheitsausschuss fuer den Gesetzentwurf; Gruene und AfD stimmten dagegen, die Linke enthielt sich. [2] Apothekenverbaende begruessten die Richtung des Gesetzes grundsaetzlich, betonten jedoch, dass die Honorarerhoehungen allein nicht ausreichten, um alle gefaehrdeten Standorte zu retten. Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände – hatte zuvor mit bundesweiten Protesten auf die wirtschaftliche Notlage aufmerksam gemacht. Teile der Opposition kritisierten das Gesetz als ungenuegend; insbesondere wurde das Festhalten am Fremdbesitzverbot kontrovers diskutiert.

Was jetzt noch passieren muss

Das ApoVWG ist nach dem Bundestag noch nicht in Kraft. Es muss noch den Bundesrat passieren. Die Laenderkammer hat vor der parlamentarischen Sommerpause noch zwei Sitzungen: am 12. Juni und am 10. Juli 2026. [1] Stimmt der Bundesrat zu, koennte die erste Honorarerhoehung planmaessig am 1. Juli 2026 wirksam werden.

Fuer Patienten gilt: Wer sich fragt, ob seine Vor-Ort-Apotheke weitermacht, oder wer nach einer neuen Apotheke in der Naehe sucht, kann in der Bestes App oder unter apothekensuche.de schnell fuendig werden. Viele Krankenkassen-Apps bieten zudem Infos zu Online-Apotheken und Botendiensten als ergaenzende Option.

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