Telemedizin Krankenkassen
Von Redaktion

Videosprechstunde: Warum die digitale Arztvisite wieder wächst

Zi-Trendreport 2025: 1,5 Mio. Videosprechstunden im ersten Halbjahr – +14 Prozent. Was das fuer Patienten bedeutet und wie Sie die beste App finden.

Nach dem Corona-Boom kam der Einbruch – und jetzt folgt das nachhaltige Wachstum. Im ersten Halbjahr 2025 fanden in Deutschland 1,5 Millionen Videosprechstunden statt, ein Anstieg von 14,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das zeigt der Zi-Trendreport des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi), der die Abrechnungsdaten aller gesetzlich Versicherten auswertet[2]. Auch die Techniker Krankenkasse (TK) meldete für das Gesamtjahr 2024 711.000 Videokonsultationen – ein Plus von 23 Prozent gegenüber 2023[1]. Was steckt hinter diesem Comeback, und was bedeutet der Trend für Patienten, die heute eine Telemedizin-App nutzen möchten?

Vom Corona-Hoch zum stabilen Alltag: Die Zahlen im Überblick

Der aktuelle Anstieg unterscheidet sich strukturell vom Boom der Pandemiejahre. 2021 erreichten allein die TK-Videosprechstunden mit 956.000 ihren bisherigen Rekord – angetrieben durch Kontaktverbote und Praxisschließungen. 2022 und 2023 fielen die Zahlen deutlich: auf 717.000 beziehungsweise 576.000 bei der TK[1]. Das aktuelle Wachstum passiert dagegen in einem Umfeld geöffneter Praxen und normalem Alltagsleben – ein Indiz dafür, dass Videosprechstunden als echte Option im Versorgungsalltag ankommen.

Laut Zi-Trendreport entfallen im ersten Halbjahr 2025 49,6 Prozent der Videosprechstunden auf die Allgemeinmedizin, 34,8 Prozent auf die Psychotherapie und 15,6 Prozent auf spezialisierte Fachbereiche wie Gynäkologie, Orthopädie und HNO[2]. Ergänzend nahmen telefonische Beratungen um 5,6 Prozent zu und erreichten 4,4 Millionen Kontakte im ersten Halbjahr. Trotz des Wachstums: Video- und Telefon-Behandlungen machen zusammen nur rund zwei Prozent aller ambulanten Behandlungsfälle aus – das Potenzial ist also noch erheblich.

Neue Regelung ab 2025: Mehr Spielraum für Praxen und Patienten

Ein wesentlicher Treiber des Wachstums ist eine Gesetzesänderung, die rückwirkend zum 1. April 2025 in Kraft trat. Seitdem dürfen Arztpraxen bis zu 50 Prozent ihrer Behandlungsfälle im Quartal ausschließlich per Videosprechstunde erbringen und abrechnen – zuvor lag die Grenze bei deutlich niedrigeren Quoten. Die Regelung gilt bis zum 31. Dezember 2026[3]. Das bedeutet: Für Patienten stehen in Praxen, die diese Option anbieten, mehr Video-Termine zur Verfügung als je zuvor.

Besonders profitieren Praxen in der Psychotherapie und Allgemeinmedizin von dieser Flexibilisierung. Für Chroniker, Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Berufstätige mit schwer planbaren Tagen bedeutet das: Mehr Möglichkeit, Routinekontrollen, Rezeptverlängerungen und Folgebesprechungen ohne Anreise zu erledigen.

Was die Videosprechstunde kann – und was nicht

Nicht jede Beschwerde lässt sich per Video klären. Die Stärken der Videosprechstunde liegen klar abgegrenzt: Erstgespräche in der Psychotherapie, Folgebesprechungen nach einer Diagnose, Rezeptverlängerungen bei bekannten chronischen Erkrankungen, Befundbesprechungen nach Laborergebnissen und hausärztliche Einschätzungen bei bekannten Patienten eignen sich gut für das Format. Körperliche Untersuchungen, akute Beschwerden mit unklarer Ursache oder Notfallsituationen erfordern dagegen den direkten Praxisbesuch.

Der Zi-Trendreport zeigt, dass Patienten diese Grenzen zunehmend selbst einschätzen können: Die Terminnachfrage per Video konzentriert sich auf genau jene Fachgebiete, in denen das Format seinen Mehrwert entfaltet – Psychotherapie und Hausarztmedizin führen nicht zufällig die Statistik an[2].

Telemedizin-Apps: Woran Sie eine gute Lösung erkennen

Wer nicht auf die Verfügbarkeit seiner Stammarztpraxis warten möchte, findet in Deutschland mehrere Telemedizin-Plattformen, die unabhängig von der eigenen Praxis Videosprechstunden anbieten. Dabei lohnt ein genauer Blick auf die Qualitätsmerkmale.

Seriöse Telemedizin-Apps in Deutschland arbeiten ausschließlich mit approbierten Ärztinnen und Ärzten, die in der EU niedergelassen sind. Sie erteilen keine Diagnosen ohne Anamnese, bieten klare Angaben zu Wartezeiten und kommunizieren transparent, welche Beschwerden sie behandeln können – und für welche Fälle sie den Gang in die Praxis empfehlen. Datenschutz ist ein weiteres Kriterium: Gesundheitsdaten sind besonders schützenswert, die Verarbeitung sollte ausschließlich auf deutschen oder EU-Servern erfolgen. Auf bestes.com finden Sie Telemedizin-Anbieter, bei denen genau diese Angaben geprüft wurden.

Häufige Fragen zur Videosprechstunde

Ist die Videosprechstunde für GKV-Versicherte kostenlos?

Ja. Videosprechstunden sind für gesetzlich Versicherte ohne Zuzahlung möglich, wenn sie über eine zugelassene Arztpraxis oder eine zertifizierte Telemedizin-Plattform abgerechnet werden. Einige Plattformen arbeiten nur mit Privatpatienten oder verlangen eine Selbstzahlung – das wird in der Regel vor der Buchung transparent kommuniziert.

Was brauche ich für eine Videosprechstunde?

Smartphone, Tablet oder Computer mit Kamera und Mikrofon sowie eine stabile Internetverbindung genügen. Viele Praxen nutzen zertifizierte Plattformen – einen Download müssen Patienten meist nicht installieren, da die Verbindung browserbasiert aufgebaut wird.

Welche Fachgebiete bieten besonders häufig Videosprechstunden an?

Laut Zi-Trendreport H1 2025 entfällt knapp die Hälfte aller Videosprechstunden auf die Allgemeinmedizin (49,6 Prozent), gefolgt von Psychotherapie (34,8 Prozent). Gynäkologie, HNO, Orthopädie und hausärztliche innere Medizin sind weitere häufige Fachgebiete[2].

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