MySugr

DiGA

Schätzungsweise zehn Millionen Menschen in Deutschland leben mit Diabetes mellitus – für die meisten von ihnen ist die tägliche Selbstkontrolle eine Daueraufgabe, die erhebliche Disziplin und Dokumentationsbereitschaft erfordert. Digitale Tagebuch-Apps können dabei den Überblick erleichtern, Auswertungen für Arztgespräche vorbereiten und Muster im Glukosemanagement über Wochen und Monate sichtbar machen. Eine der bekanntesten Anwendungen in diesem Segment ist mySugr, eine auf iOS und Android erhältliche App, die Insulindosen, Blutzuckerwerte, Mahlzeiten und körperliche Aktivitäten in einem strukturierten Tagebuch bündelt und daraus Auswertungen für die Diabetesbegleitung erzeugt. Entwickelt wurde die Anwendung von einem Wiener Startup; laut Unternehmensangaben schloss Roche die Übernahme von mySugr im Jahr 2017 ab und integrierte die App vollständig in das Accu-Chek-Ökosystem des Konzerns.

01 · Profil

Über MySugr

Wie mySugr funktioniert

Die App folgt dem Tagebuch-Prinzip: Nutzende tragen Blutzucker, Insulinmengen, Kohlenhydrate und körperliche Aktivitäten manuell ein; wer ein kompatibles Accu-Chek-Messgerät besitzt, kann Werte per Bluetooth direkt synchronisieren und spart sich die manuelle Eingabe. Aus den gesammelten Einträgen berechnet die App einen mySugr-Score – eine spielerische Bewertung der Dokumentationstreue, die zur regelmäßigen Nutzung motivieren soll. Im Bereich Auswertungen lassen sich Glukosetrends über verschiedene Zeiträume darstellen sowie PDF-Reports für das nächste Arztgespräch oder den Diabetologen-Besuch exportieren. CE-zertifiziert ist das Produkt als Medizinprodukt der Klasse IIa und erfüllt damit die europäischen Sicherheitsanforderungen für medizinische Software. Im App Store Deutschland liegt die Anwendung laut Store-Metadaten regelmäßig bei 4,7 von 5 Sternen.

Versionen und Kosten

Die kostenfreie Basisversion deckt das Tagebuch und einfache Auswertungen vollständig ab. Die Pro-Version schaltet erweiterte Statistiken, einen Kohlenhydrate-Schätzer mit Foto-Funktion und den vollständigen PDF-Export frei. Nach Angaben des Unternehmens ist die Pro-Version über ein Monats- oder Jahresabonnement erhältlich; exakte Preise variieren je nach Markt und Plattform und sollten direkt im jeweiligen App Store abgerufen werden. Für Versicherte bestimmter gesetzlicher Krankenkassen wurde die Pro-Version in der Vergangenheit als kassenfinanzierte Leistung angeboten – die aktuelle Erstattungslage ist nicht einheitlich geregelt und hängt vom jeweiligen Kassenvertrag ab.

Für wen ist mySugr geeignet?

Die App richtet sich an Menschen mit Diabetes Typ 1, Typ 2 und Schwangerschaftsdiabetes, die ihre Glukosewerte systematisch dokumentieren und langfristig analysieren möchten. Laut Unternehmensangaben nutzen weltweit mehr als vier Millionen Menschen mySugr. Diabetesberater und Endokrinologen können über eine separate Praxis-Plattform auf freigegebene Patientendaten zugreifen – das macht die App auch für strukturierte Versorgung in Diabetesschwerpunktpraxen interessant. Besonders praktisch ist die Nutzung für Menschen, die Accu-Chek-Messgeräte verwenden und eine nahtlose Synchronisierung ohne manuelle Datenübertragung bevorzugen. Wer dagegen ein Gerät eines anderen Herstellers nutzt, muss alle Werte manuell eingeben, was die Nutzungserfahrung einschränkt.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe für MySugr sind Menschen, die an Diabetes leiden. Dies umfasst sowohl Typ-1- als auch Typ-2-Diabetiker, unabhängig von ihrem Alter. Darüber hinaus könnten auch medizinische Fachleute, die sich auf Diabetes spezialisiert haben, von diesem Service profitieren. Es ist auch nützlich für Personen, die ihre Blutzuckerspiegel überwachen müssen, wie z.B. Schwangere oder Personen mit Prädiabetes.

FAQ · 05 Fragen

Häufig gefragt zu MySugr

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Die Basisversion von mySugr ist kostenlos verfügbar und deckt Tagebuch und einfache Auswertungen ab. Die Pro-Version mit erweiterten Statistiken und PDF-Export kostet ein monatliches oder jährliches Abonnement. Manche gesetzliche Krankenkassen erstatten die Pro-Gebühr im Rahmen individueller Verträge.

mySugr unterstützt die Bluetooth-Synchronisierung mit Accu-Chek-Messgeräten. Werte anderer Hersteller können manuell eingetragen werden. Die aktuelle Kompatibilitätsliste findet sich in den App-Einstellungen oder auf der Unternehmenswebsite.

Die App ist für Typ-1-Diabetes, Typ-2-Diabetes und Schwangerschaftsdiabetes konzipiert. Sowohl insulinpflichtige als auch nicht-insulinpflichtige Nutzende können die Protokollierungsfunktionen verwenden; die Auswertungen sind besonders aussagekräftig bei regelmäßigen Blutzuckermessungen.

Nach Angaben des Unternehmens werden Daten DSGVO-konform verarbeitet. Nutzende können ihre Daten exportieren und die Weitergabe an Praxis-Plattformen selbst freigeben oder widerrufen.

Nein. mySugr ist ein Dokumentations- und Analyse-Werkzeug, kein Ersatz für regelmäßige Arztbesuche. Die exportierten Reports dienen als Gesprächsgrundlage in der Diabetesbehandlung, nicht als eigenständige medizinische Diagnose.

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