Hema.To

Die Diagnose von Blutkrebs aus Durchflusszytometrie-Daten ist zeitaufwendig: Ein erfahrener Hämatopathologe muss Tausende von Zellen manuell klassifizieren und mit klinischen Befunden abgleichen – ein Prozess, der bei hohem Laboraufkommen zum Engpass wird und gleichzeitig eine der fehleranfälligsten Stellen im Diagnosepfad darstellt. hema.to hat für diesen Prozess eine CE-zertifizierte KI-Plattform entwickelt, die vollautomatisierte Diagnoseempfehlungen für hämatologisch-onkologische Erkrankungen aus Flow-Cytometry-Rohdaten liefert.

01 · Profil

Über Hema.To

Wie funktioniert die Plattform

Diagnostiker laden Durchflusszytometrie-Dateien (.fcs-Format) in die Cloud-Plattform von hema.to hoch. Das System analysiert die Daten automatisiert und liefert klinische Indikationen sowie Diagnoseempfehlungen nach dem Konsens hämatologischer Fachgesellschaften. Laut einem PMC-Artikel (PMID: PMC10429397) wurde hema.to in die diagnostische Routine für B-Zell-Lymphom-Screening und -Subtypisierung in Krankenhäusern integriert. Die Plattform ist nach Unternehmensangaben auf mehr als 5.000 Diagnosen eingesetzt worden und läuft vollständig cloudbasiert ohne lokale Softwareinstallation oder aufwendige IT-Integration.

Treffsicherheit und Validierung

hema.to gibt nach eigenen Angaben eine Treffsicherheit von 99,7 Prozent für Fälle mit starker Tumorinfiltration an. Bei mehr als 75 Prozent der Fälle ist laut Hersteller potenziell keine menschliche Nachprüfung erforderlich, was den Durchsatz in hämatopathologischen Laboren erheblich steigern kann. Das System ist CE-zertifiziert als In-vitro-Diagnostikum (CE-IVD) – damit für den klinischen Einsatz in der EU zugelassen – und durch Peer-reviewed-Publikationen wissenschaftlich belegt. Laut Digital Health in Europe (dhbriefs.com) ist hema.to als spezialisierter Anbieter im europäischen Markt für hämatologische KI-Diagnostik positioniert.

Für wen ist es gedacht

Die Plattform richtet sich an hämatopathologische Labore, hämatologisch-onkologische Abteilungen und Universitätskliniken, die routinemäßig Durchflusszytometrie-Analysen durchführen. Im Praxisbetrieb hilft hema.to dabei, Fälle nach Dringlichkeit zu priorisieren: eindeutige Diagnosen können automatisiert bestätigt werden, während unklare Fälle gezielt der menschlichen Expertise zugeführt werden – eine Effizienzsteigerung, die in ressourcenknappen Speziallaboren besonders relevant ist.

Im Vergleich zu Alternativen

Im Bereich KI-gestützter Hämato-Diagnostik konkurriert hema.to mit Ansätzen wie KI-Bildanalyse für Blutausstriche (z. B. Scopio Labs) und manuellen Klassifikationssystemen. Der Unterschied liegt in der End-to-End-Automatisierung direkt aus Rohdaten der Durchflusszytometrie ohne zwischengeschaltete manuelle Annotation. Die CE-IVD-Zertifizierung und wissenschaftliche Validierung durch Peer-reviewed-Publikationen unterscheiden die Plattform klar von nicht-zertifizierten Forschungstools, die nicht für die klinische Anwendung zugelassen sind. Die cloudbasierte Architektur erlaubt eine einfache Integration in bestehende Labor-IT-Umgebungen ohne lokale Softwareinstallation oder aufwendige IT-Projekte.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von hema.to sind hämatologisch-onkologische Labore, die mehr als 500 klinische Durchflussanalysen pro Jahr durchführen. Die Software richtet sich an Labore, die Schwierigkeiten haben, qualifiziertes Personal zu finden, und die ihre diagnostische Durchsatzrate erhöhen möchten.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Hema.To

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Durchflusszytometrie (Flow Cytometry) ist ein labormedizinisches Verfahren, bei dem Blutzellen einzeln an einem Laserstrahl vorbeigeführt werden. Das Streulicht- und Fluoreszenzsignal ermöglicht die Unterscheidung von Zelltypen. In der Hämatologie dient es zur Diagnose von Blutkrebs-Entitäten wie B-Zell-Lymphomen, Leukämien und Myelomen.

CE-IVD bedeutet, dass das Produkt als In-vitro-Diagnostikum für den europäischen Markt zugelassen ist. Die Zertifizierung belegt, dass das System die Sicherheits- und Leistungsanforderungen der EU-IVD-Verordnung (IVDR 2017/746) erfüllt – eine Voraussetzung für den klinischen Einsatz in EU-Mitgliedstaaten.

Nein. hema.to ist als Entscheidungsunterstützungssystem konzipiert, nicht als Ersatz. Die Plattform liefert Diagnosevorschläge auf Basis validierter Konsens-Algorithmen; die abschließende Diagnose liegt weiterhin beim Facharzt. Bei unklaren Befunden mit schwacher Tumorinfiltration ist eine menschliche Nachprüfung immer erforderlich.

hema.to deckt nach eigenen Angaben hämatologisch-onkologische Erkrankungen ab, die per Durchflusszytometrie diagnostiziert werden – primär reife B-Zell-Neoplasien wie B-Zell-Lymphome und chronische lymphatische Leukämie (CLL). Der genaue Umfang der unterstützten Diagnose-Entitäten ist auf der Produktwebsite einsehbar.

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