Burnout 2026: Sechs von zehn Beschäftigten gefährdet – was hilft
Neue Studie: 61 % der Arbeitnehmer sehen sich als burnout-gefährdet. Was Arbeitgeber jetzt gesetzlich müssen – und welche Apps wirklich helfen.
Mehr als sechs von zehn Beschäftigten in Deutschland schätzen ihr eigenes Burnout-Risiko als mittel bis hoch ein. Das zeigt die aktuelle Studie „Arbeiten 2026" der Pronova BKK, für die rund 1.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer befragt wurden.[1] Gleichzeitig blieb der Krankenstand durch psychische Erkrankungen im ersten Quartal 2026 mit durchschnittlich 0,99 Fehltagen stabil auf hohem Niveau – das belegen aktuelle Daten der Techniker Krankenkasse.[2] Burnout ist längst kein Randthema mehr, sondern ein strukturelles Problem des deutschen Arbeitsmarkts.
Was die Zahlen bedeuten
Burnout ist kein medizinisch klar definiertes Krankheitsbild – eher ein Zustand chronischer Erschöpfung, der sich schleichend entwickelt. Wer dauerhaft zu viel leistet, zu wenig schläft und kaum abschaltet, riskiert irgendwann den Zusammenbruch. Die Pronova-Studie zeigt: 42 Prozent der Befragten fühlen sich häufig erschöpft, ein Drittel kann abends nicht mehr von der Arbeit abschalten. Besonders betroffen sind Berufe mit hohem Anteil menschlicher Interaktion: Pflege, soziale Arbeit, Gesundheitsversorgung und der öffentliche Dienst.
Neue Pflichten für Arbeitgeber seit Januar 2026
Seit Januar 2026 gelten verschärfte Regeln. Arbeitgeber sind nun stärker verpflichtet, psychische Gefährdungen am Arbeitsplatz systematisch zu erfassen und zu reduzieren – konkret durch Gefährdungsbeurteilungen, die psychische Belastungen ausdrücklich einschließen müssen.[3] Wer das versäumt, riskiert Beanstandungen durch die Arbeitsschutzaufsicht. Für viele Unternehmen bedeutet das: Betriebliches Gesundheitsmanagement ist nicht mehr optional, sondern Pflichtprogramm. Die Nachfrage nach digitalen Lösungen steigt entsprechend – der Markt für Burnout-Prävention wird branchenintern bereits als Milliardenmarkt eingestuft.[2]
Welche Apps und DiGA wirklich helfen
Für Betroffene gibt es mittlerweile mehrere klinisch geprüfte Optionen. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) – von Ärzten verschreibbare Apps, die die Krankenkasse bezahlt – sind inzwischen auch im Bereich psychische Gesundheit etabliert. HelloBetter Stress und Burnout etwa ist eine zugelassene DiGA, die auf kognitiver Verhaltenstherapie basiert und Betroffenen strukturierte Übungen gegen chronischen Stress bietet. Vorvida richtet sich an Menschen, deren Stressabbau mit Alkohol verknüpft ist – ein oft verschwiegener Aspekt psychischer Belastung. Für Angststörungen, die häufig mit Burnout einhergehen, steht Sympatient bereit.
Wer keine DiGA-Verschreibung bekommt oder auf schnelle Unterstützung angewiesen ist, findet niedrigschwelligere Angebote: OpenUp bietet kurze Gespräche mit Psychologen – flexibel buchbar, auch auf Wunsch des Arbeitgebers. DearEmployee wiederum richtet sich explizit an Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden psychologische Unterstützung ermöglichen wollen.
Häufige Fragen
Wer bezahlt eine Burnout-App?
Klinisch geprüfte DiGA werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, wenn ein Arzt sie verschreibt. Andere Apps wie OpenUp können über den Arbeitgeber oder als Kassenleistung im Rahmen von Gesundheitsprogrammen angeboten werden – je nach Krankenkasse.
Ist Burnout eine Diagnose?
Nein – Burnout ist kein eigenständiges Krankheitsbild im ICD-Diagnosekatalog. Ärzte diagnostizieren oft eine Anpassungsstörung oder Depression. Das ist wichtig, weil DiGA nur bei bestimmten Diagnosen verschreibbar sind.
Was kann ich selbst tun, bevor ich zum Arzt gehe?
Erste Schritte: Schlafrhythmus stabilisieren, Bildschirmzeiten begrenzen, regelmäßige Bewegung einplanen. Apps wie HeadApp oder Instahelp können beim Einstieg helfen. Bei anhaltenden Symptomen ist ein Arztgespräch aber unumgänglich.
Alle Angebote rund um psychische Gesundheit auf bestes.com/categories/psychische-gesundheit.
[1] Pronova BKK, Studie „Arbeiten 2026", Mai 2026. [2] ad-hoc-news / Marktanalyse: Burnout-Prävention wird Milliardenmarkt, Mai 2026. [3] ad-hoc-news: Burnout-Prävention 2026 – Neue Gesetze zwingen Unternehmen zum Handeln.