Vitadio

DiGA

Typ-2-Diabetes ist in Deutschland eine der häufigsten chronischen Erkrankungen – nach Angaben des Robert Koch-Instituts lebten 2021 rund 8,5 Millionen Menschen mit einer dokumentierten Diabetesdiagnose. Vitadio ist die erste Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA), die für diese Indikation eine dauerhafte Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erhalten hat – im April 2024, nach einer vorläufigen Listung seit Mai 2022.

01 · Profil

Über Vitadio

Was Vitadio leistet

Die App unterstützt Nutzerinnen und Nutzer mit Typ-2-Diabetes bei der Lebensstiländerung: Ernährungsaufklärung, Bewegungsanregungen und Schlafoptimierung bilden die inhaltlichen Schwerpunkte. Das Programm arbeitet mit täglichen Aufgaben und automatisierten Nachrichten, die den Nutzer individuell durch den Therapieplan führen. Inhalte werden laut Anbieter auf Basis klinischer Leitlinien entwickelt und regelmäßig aktualisiert. Vitadio ist als Medizinprodukt der Risikoklasse I mit CE-Kennzeichnung klassifiziert und entspricht laut Anbieter den Anforderungen der DSGVO sowie des Bundesdatenschutzgesetzes. iOS- und Android-Versionen sind verfügbar. Laut Deutschem Diabetes-Zentrum (DDZ) können strukturierte Lebensstilinterventionen den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetes messbar senken und langfristig den Medikamentenbedarf reduzieren.

Klinische Evidenz

Die dauerhafte BfArM-Zulassung setzt den Nachweis eines positiven Versorgungseffekts voraus. Vitadio hat diesen durch die randomisiert-kontrollierte Studie EIVEL erbracht – registriert im Deutschen Register Klinischer Studien unter DRKS00027405. Die Studie untersuchte die Auswirkung der App auf den HbA1c-Wert, den zentralen Langzeitblutzuckermarker bei Typ-2-Diabetes, über einen Beobachtungszeitraum von sechs Monaten in der Regelversorgung. Eine DiGA-Dauerlisting bedeutet, dass das BfArM den Positiven Versorgungseffekt als hinreichend belegt betrachtet – eine Hürde, die nicht alle antragstellenden Apps nehmen.

Zugang und Kostenübernahme

Vitadio ist auf Rezept erhältlich: Hausärzte, Diabetologen oder der Telemedizin-Partner TeleClinic können die App verschreiben. Laut BfArM-DiGA-Verzeichnis werden dauerhaft gelistete DiGAs von allen gesetzlichen Krankenkassen vollständig erstattet – ohne Eigenanteil. Privatversicherte und Selbstzahlende können Vitadio direkt beim Anbieter erwerben. Die App richtet sich ausdrücklich an Personen ab 18 Jahren mit bestehender Typ-2-Diabetes-Diagnose und ist als Ergänzung, nicht als Ersatz für ärztliche Therapie konzipiert. Medikamente und ärztliche Begleitung bleiben unverzichtbar.

Vitadio ist kostenlos im App Store und auf Google Play verfügbar; der Freischaltcode des Arztes aktiviert den vollen Funktionsumfang. Laut Anbieter kann die App parallel zu bestehenden Diabetesmedikamenten genutzt werden. Änderungen an der Medikation sollten ausschließlich in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Als Teil der wachsenden DiGA-Landschaft demonstriert Vitadio, wie digitale Gesundheitsanwendungen chronische Erkrankungen wirksam unterstützen und gleichzeitig das Gesundheitssystem entlasten können. Laut BfArM verfolgen dauerhaft zugelassene DiGAs ein klares Qualitätsziel: messbare Verbesserung des Versorgungseffekts, belegt durch klinische Studien. Vitadio ist damit eine der wenigen Apps, die diesen Nachweis für Typ-2-Diabetes erbracht hat.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe der Vitadio Diabetes-App sind Menschen mit Typ-2-Diabetes. Dazu gehören sowohl gesetzlich Versicherte, die die App auf Rezept erhalten können, als auch privat Versicherte und Selbstzahler, die die App eigenständig erwerben können. Die App richtet sich an Personen, die ihren Lebensstil verbessern möchten, um ihren Blutzuckerspiegel zu senken und Gewicht zu verlieren.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Die Vitadio Diabetes-App wird für gesetzlich Versicherte zu 100 % von der Krankenkasse übernommen. Privatversicherte und Selbstzahler können die App ebenfalls nutzen, wobei die Kosten individuell ermittelt werden. Ein Freischaltcode von der Krankenkasse ist erforderlich, um die Therapie zu starten. Die App muss alle drei Monate erneut verschrieben werden.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Vitadio

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Ja. Seit April 2024 ist Vitadio dauerhaft vom BfArM als DiGA für Typ-2-Diabetes (ab 18 Jahre) zugelassen – als erste App in dieser Indikation mit dauerhaftem Status. Grundlage war die EIVEL-Studie (DRKS00027405).

Als dauerhaft gelistete DiGA wird Vitadio von allen gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Der behandelnde Arzt stellt einen Freischaltcode aus, den Versicherte beim Anbieter einlösen – ohne Eigenanteil.

Per Rezept vom Hausarzt, Diabetologen oder über den Telemedizin-Partner TeleClinic. Vitadio kann ohne Wartezeit auf einen Facharzttermin über TeleClinic online verschrieben werden.

Nein. Vitadio ist als Ergänzung zur ärztlich verordneten Therapie konzipiert. Die App unterstützt den Lebensstilwandel bei Ernährung, Bewegung und Schlaf, ersetzt aber weder Medikamente noch die ärztliche Begleitung.

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