Vandria

Mitophagie – der zelluläre Prozess zum Abbau beschädigter Mitochondrien – ist das wissenschaftliche Fundament von Vandria, einem Schweizer Biotechunternehmen, das Modulatoren gegen neurodegenerative und Muskelerkrankungen entwickelt. Mitophagie bezeichnet den zellulären Prozess, durch den beschädigte Mitochondrien selektiv abgebaut und recycelt werden. Eine gestörte Mitophagie gilt als Schlüsselmechanismus bei der Entstehung von Alzheimer, Parkinson sowie beim altersassoziierten Muskelabbau (Sarkopenie) – die pharmakologische Aktivierung dieses Prozesses ist damit ein vielversprechender therapeutischer Ansatz in einem bisher kaum adressierten biologischen Pfad.

01 · Profil

Über Vandria

Pipeline: VNA-318 & VNA-052

Vandrias Lead-Kandidat VNA-318 ist ein niedermolekulares, hirnpenetrierendes Mitophagy-induzierendes Molekül. Blut-Hirn-Schranken-Gängigkeit ist für ZNS-Erkrankungen wie Alzheimer entscheidend, da die meisten größeren Biologika diese Barriere nicht überwinden. Im Jahr 2024 startete Vandria die erste Phase-1-Studie mit VNA-318 am Menschen; damit avancierte das Unternehmen zum klinisch aktiven Stadium. Zweiter Pipeline-Kandidat ist VNA-052, mit Fokus auf Muskelerkrankungen, gefördert durch einen Eurostars-Grant über 1,1 Millionen Euro.

Im August 2024 schloss Vandria eine Series A über 28,3 Millionen Schweizer Franken (ca. 30,7 Mio. USD) ab. Zu den Investoren zählen die Hevolution Foundation – eine Non-Profit-Organisation aus Saudi-Arabien, die Langlebigkeitsforschung fördert – sowie Dolby Family Ventures. Lead-Investor ND Capital war bereits in Frühphasen engagiert. Im Februar 2024 bewilligte die Schweizer Innovationsagentur Innosuisse einen Forschungsgrant von 2,5 Millionen CHF zur Finanzierung klinischer Studien; Vandria selbst ergänzte weitere 4,6 Millionen CHF zur Kofinanzierung. Bis Dezember 2025 teilte das Unternehmen mit, eine Series-B-Runde für die angestrebte Phase-2-Studie bei Alzheimer zu planen.

Markt & Einordnung

Der therapeutische Ansatz von Vandria ist mechanistisch komplementär zu Anti-Amyloid-Strategien wie Lecanemab (Eisai/Biogen). Während Anti-Amyloid-Antikörper auf Proteinaggregate im Gehirn abzielen, adressiert Vandria mit mitochondrialer Dysfunktion einen vorgelagerten Pathomechanismus. Laut Schätzungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (2024) leiden in Deutschland rund 1,6 Millionen Menschen an Demenz, mit ca. 300.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Der globale Markt für Alzheimer-Therapeutika wird von Analysten auf über 10 Milliarden USD jährlich bis 2030 geschätzt, angetrieben durch eine alternde Bevölkerung und die ersten klinischen Zulassungen von Amyloid-Antikörpern in den USA.

Vandria operiert an der Schnittstelle von Mitochondrienbiologie, Autophagie-Forschung und klinischer Neurologie. Das Unternehmen wurde in der Schweiz gegründet – einem starken Biotech-Standort mit enger Anbindung an ETH Zürich, EPFL und die Universität Basel. Das therapeutische Konzept der Mitophagie-Induktion wird von Wissenschaftlern als komplementär zu Anti-Amyloid-Strategien betrachtet: Amyloid-Antikörper wie Lecanemab (Eisai/Biogen) zielen auf extrazelluläre Protein-Aggregate, während Vandria mit VNA-318 die intrazelluläre mitochondriale Qualitätskontrolle adressiert – ein Mechanismus, der unabhängig von der Amyloid-Kaskade wirkt. Laut Schätzungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (2024) leben rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland mit Demenz; die Gesamtkosten für die Gesellschaft werden auf über 17 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Die Hevolution Foundation als Lead-Investor in der Series A setzt mit ihrem Fokus auf Longevity-Forschung ein strategisches Signal: mitochondriale Gesundheit gilt als Schlüsselparameter des biologischen Alterns. VNA-318 als niedermolekularer Wirkstoff hat gegenüber biologischen Makromolekülen strukturelle Vorteile hinsichtlich oraler Bioverfügbarkeit und potenzieller Blut-Hirn-Schranken-Gängigkeit.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von Vandria umfasst Patienten, die an Autoimmun- und Entzündungskrankheiten leiden. Darüber hinaus richtet sich das Unternehmen an medizinische Fachkräfte, Krankenhäuser und Forschungseinrichtungen, die in diesen Bereichen tätig sind.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Vandria

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Mitophagie ist der zelluläre Prozess, durch den beschädigte Mitochondrien selektiv abgebaut und recycelt werden. Bei Alzheimer und Parkinson ist dieser Prozess gestört, wodurch defekte Mitochondrien sich anreichern und Neuronen schädigen. Vandrias Ansatz ist die pharmakologische Aktivierung der Mitophagie zur Behandlung dieser Erkrankungen.

VNA-318 ist Vandrias Lead-Kandidat – ein niedermolekulares, hirnpenetrierendes Mitophagy-induzierendes Molekül. Laut Unternehmensangaben startete die erste Phase-1-Studie am Menschen im Jahr 2024. Eine Phase-2-Studie bei Alzheimer ist nach der geplanten Series-B-Runde vorgesehen.

Anti-Amyloid-Antikörper wie Lecanemab (Eisai/Biogen) zielen auf extrazelluläre Protein-Aggregate. Vandria adressiert mit VNA-318 einen vorgelagerten intrazellulären Mechanismus – mitochondriale Dysfunktion – der unabhängig von der Amyloid-Kaskade wirkt. Die Ansätze sind komplementär, nicht konkurrierend.

Nach Angaben des Unternehmens führte ND Capital die Series A (28,3 Mio. CHF, 2024) an; weitere Investoren sind die Hevolution Foundation (Non-Profit für Longevity-Forschung, Saudi-Arabien) und Dolby Family Ventures. Innosuisse bewilligte zudem einen Forschungsgrant von 2,5 Mio. CHF.

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