Medlytics

Jede Stunde zählt, wenn sich bei einem stationären Patienten eine Komplikation anbahnt – doch klassische Überwachungsroutinen reagieren häufig erst, wenn Symptome bereits klinisch sichtbar sind. medlytics, gegründet im Januar 2021 von Roland Lutz in Neunkirchen (NRW) und im Handelsregister des Amtsgerichts Siegen unter HRB 12498 eingetragen, adressiert diese Lücke mit einem KI-basierten Frühwarnsystem, das anonymisierte Behandlungsdaten direkt aus dem Krankenhausinformationssystem (KIS) auswertet. Das System identifiziert Risikopatienten, bevor eine Komplikation klinisch manifest wird, und unterstützt so das Pflegepersonal und die Ärzteschaft dabei, präventive Maßnahmen frühzeitig einzuleiten und Bettenbelegung effizienter zu steuern. Zielgruppe sind Akutkliniken und Klinikverbünde, die Komplikationsraten senken und Liegezeiten verkürzen wollen. Die Plattform lässt sich als Plugin in bestehende KIS-Umgebungen integrieren oder als eigenständiges AI-Diagnostikmodul betreiben – ohne zusätzliche Hardware oder Patienteninteraktion.

01 · Profil

Über Medlytics

Wie das Frühwarnsystem funktioniert

Die Plattform umfasst drei klinisch spezialisierte Module, die auf unterschiedliche Komplikationstypen ausgerichtet sind. Das Nephro-Modul richtet sich auf die Früherkennung akuter Nierenschädigungen (AKI): Laut Angaben auf medlytics.ai erreicht das System eine Trefferquote von bis zu 85 % und identifiziert 56 % aller AKI-Fälle bereits im ersten Stadium – bis zu 72 Stunden vor dem klinischen Ausbruch.

Das Delir-Modul unterstützt die Früherkennung postoperativer Verwirrtheitszustände, die laut Deutschem Ärzteblatt zu den häufigsten und gleichzeitig am stärksten unterschätzten Komplikationen in deutschen Kliniken zählen. Nach Herstellerangaben identifiziert das Modul bis zu 85 % aller Delirien (ohne Demenz-Koexistenz) auf Basis von Labordaten allein, mit einer rechnerischen Genauigkeit von bis zu 99 %.

Das Nutri-Modul adressiert Mangelernährung im stationären Umfeld: Mit 92 % Genauigkeit erkennt es nach medlytics-Angaben bis zu 88 % aller betroffenen Patienten bereits nach 35 % des stationären Aufenthalts. Alle drei Module nutzen ausschließlich Routinedaten aus dem bestehenden KIS und erfordern weder zusätzliche Hardware noch direkte Patienteninteraktion.

Wer steckt dahinter

medlytics GmbH wurde im Januar 2021 von Roland Lutz in Neunkirchen (NRW) gegründet, wie aus dem Handelsregistereintrag beim Amtsgericht Siegen (HRB 12498) hervorgeht. Das Unternehmen ist laut Startbase.com in der Seed-Phase und Teil der NRW-Startup-Landschaft im Bereich digitaler Klinik-KI. Konkrete Kooperationskliniken, mit denen die Plattform in der Praxis erprobt und weiterentwickelt wird, nennt medlytics öffentlich nicht.

Das Geschäftsmodell ist B2B-SaaS: medlytics vertreibt die Plattform an Krankenhäuser und Klinikverbünde; Konditionen werden individuell vereinbart, eine öffentliche Preisliste existiert nicht. Finanzierungsrunden oder namentliche Investoren sind nach Angaben von Startbase.com und Tracxn bislang nicht öffentlich bestätigt. Patienten entstehen keine direkten Kosten; sie profitieren indirekt davon, dass klinisches Personal früher auf drohende Komplikationen hingewiesen wird und gezieltere Präventionsmaßnahmen einleiten kann.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von Medlytics umfasst hauptsächlich Krankenhäuser und Kliniken, insbesondere deren Ärzte und Klinikleitungen, die an einer Verbesserung der Behandlungsqualität und Patientensicherheit interessiert sind.

FAQ · 05 Fragen

Häufig gefragt zu Medlytics

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

medlytics umfasst drei Module: Nephro für akute Nierenschädigungen, Delir für postoperative Verwirrtheitszustände und Nutri für Mangelernährung. Alle drei analysieren anonymisierte Behandlungsdaten aus dem KIS, ohne zusätzliche Sensorik oder Patienteninteraktion zu erfordern.

Das Delir-Modul erreicht laut Herstellerangaben eine Genauigkeit von bis zu 99 % (bei Patienten ohne Demenz-Koexistenz) und identifiziert bis zu 85 % aller Delirien – ausschließlich auf Basis von Labordaten, ohne Pflege-Screening.

Laut medlytics.ai erkennt das Nephro-Modul akute Nierenschädigungen (AKI) bis zu 72 Stunden vor dem klinischen Ausbruch. Es identifiziert 56 % aller AKI-Fälle bereits im ersten Stadium, mit einer Trefferquote von bis zu 85 %.

medlytics richtet sich an Akutkliniken und Klinikverbünde, die Komplikationsraten senken und Liegezeiten verkürzen wollen. Die Software integriert sich als Plugin in bestehende Krankenhausinformationssysteme (KIS) oder wird als eigenständiges Modul betrieben.

Nein. medlytics ist eine B2B-SaaS-Lösung für Krankenhäuser – Patienten nutzen das System nicht direkt und tragen keine Kosten. Die Lizenzgebühren werden zwischen medlytics und der jeweiligen Klinik individuell vereinbart.

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