Asvin

Vernetzte Medizingeräte – von Infusionspumpen über Patientenmonitore bis hin zu bildgebenden Systemen – sind für den modernen Klinikbetrieb unverzichtbar. Jedes dieser Geräte ist jedoch auch ein potenzieller Angriffspunkt für Cyberkriminelle, denn Krankenhausnetzwerke kombinieren oft jahrzehntealte Hardware mit neuem Software-Stack, ohne einheitliches Patch-Management. Das Stuttgarter Unternehmen asvin hat sich auf die Absicherung solcher vernetzter Systeme spezialisiert und bietet eine Plattform zum automatisierten Cybersicherheits-Risikomanagement für IoT- und OT-Umgebungen an.

01 · Profil

Über Asvin

Wie funktioniert's

Kern des Produkts ist die Risk by Context™-Plattform, die Software-Inventare vernetzter Geräte – sogenannte Software Bills of Materials (SBOMs) – kontinuierlich analysiert und mit aktuellen Bedrohungsdatenbanken abgleicht. Laut Unternehmensangaben bewertet das System Schwachstellen nicht isoliert, sondern im spezifischen Nutzungskontext: Ein Sicherheitsleck in einem Krankenhausnetzwerk wird anders priorisiert als dasselbe Leck in einer Produktionsanlage. IT-Sicherheitsteams erhalten so priorisierte Handlungsempfehlungen statt unstrukturierter Warnmeldungen. Die KI-gestützte Cyber Threat Intelligence verarbeitet dabei laufend neue Bedrohungsdaten aus öffentlichen und proprietären Quellen, sodass neu entdeckte Schwachstellen innerhalb von Stunden bewertet werden können.

Für wen ist es gedacht

Primäre Zielgruppe sind IT-Verantwortliche in Krankenhäusern und Klinikverbünden sowie Hersteller von Medizingeräten, die nach der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR-konform, EU 2017/745) zu systematischer Risikodokumentation vernetzter Komponenten verpflichtet sind. Darüber hinaus bedient asvin laut Startbase.com Branchen wie Automotive, kritische Infrastrukturen und Energie. Für Gesundheitseinrichtungen ist das Produkt besonders relevant, da die NIS2-Richtlinie der EU Krankenhäuser seit Oktober 2024 als kritische Infrastruktur mit erhöhten Sicherheitsanforderungen einstuft und damit erweiterte Dokumentations- und Meldepflichten schafft. Das System ist ausschließlich B2B und nicht als Endkunden-App verfügbar.

Auszeichnungen und Partnerschaften

Laut asvin.io wurde das 2018 gegründete Unternehmen als bestes Cybersecurity-Startup in Deutschland ausgezeichnet. Im Jahr 2026 startete asvin gemeinsam mit chargeIQ das EU-geförderte Projekt PenTest4CI zur KI-gestützten Penetrationsprüfung kritischer Infrastrukturen – finanziert durch das CYSSDE-Programm der Europäischen Union. Im Juli 2025 präsentierte das Unternehmen seine Lösungen auf dem Transformation Summit des Cluster Automotive Region Stuttgart 2.0 und demonstrierte die industrieübergreifende Anwendbarkeit der Plattform.

Im Vergleich zu Alternativen

Im Bereich IoT-Sicherheit für Kliniken konkurriert asvin mit Anbietern wie Medigate und Armis, die ebenfalls Asset-Visibility und Netzwerkmonitoring in Krankenhausumgebungen anbieten. Der Unterschied bei asvin liegt im Fokus auf automatisierte SBOM-Analyse und Software-Lieferketten-Risikobewertung – ein Ansatz, der Krankenhäusern hilft, die Dokumentationspflichten unter MDR und NIS2 effizient zu erfüllen, ohne manuelle Inventarlisten pflegen zu müssen.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von asvin umfasst Unternehmen, die in industriellen Umgebungen tätig sind und einen hohen Bedarf an Cybersicherheit haben. Dazu gehören insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Industrie 4.0, kritische Infrastrukturen und Automobilindustrie, die ihre OT-Cyberrisiken managen und gesetzliche Anforderungen erfüllen müssen.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

asvin bietet maßgeschneiderte Cybersicherheitslösungen, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Unternehmen zugeschnitten sind. Die Kostenstruktur ist flexibel und richtet sich nach dem Umfang der benötigten Dienstleistungen und der Größe des Unternehmens. Preise werden individuell verhandelt, um den Anforderungen und dem Budget der Kunden gerecht zu werden.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Asvin

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Die asvin-Plattform richtet sich an alle vernetzten Geräte im Klinikumfeld – von Infusionspumpen über Patientenmonitore bis zu bildgebenden Systemen. Das System analysiert Software-Komponenten der Geräte (SBOMs) und gleicht sie mit aktuellen Schwachstellendatenbanken ab.

Ja. Die EU-Medizinprodukteverordnung (MDR 2017/745) verpflichtet Hersteller vernetzter Medizinprodukte zur systematischen Risikoverwaltung. Die asvin-Plattform automatisiert die Erfassung und Bewertung von Software-Schwachstellen und erleichtert die Dokumentation für Zulassungsbehörden.

Risk by Context™ ist der proprietäre Ansatz von asvin, Cybersicherheitsrisiken nicht isoliert zu bewerten, sondern im Kontext des jeweiligen Betriebsumfelds. Ein Sicherheitsleck erhält je nach Einsatzort – Krankenhaus, Automotive oder kritische Infrastruktur – eine unterschiedliche Prioritätseinstufung.

asvin richtet sich primär an mittlere bis große Krankenhäuser, Klinikverbünde und Medizingerätehersteller. Das Produkt ist ausschließlich B2B; es gibt keine Endkunden-App. Interessierte Einrichtungen können über die asvin-Website eine Demo anfragen.

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