Digital Health Report 2026: 70 % der Patienten finden Digitalisierung zu langsam
Sieben von zehn Patienten sind unzufrieden mit dem Digitalisierungstempo im Gesundheitswesen – das zeigt der Doctolib Digital Health Report 2026.
Sieben von zehn Patienten in Deutschland finden, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen zu langsam vorankommt. Das ist das zentrale Ergebnis des Digital Health Report 2026, den Doctolib im Januar 2026 veröffentlicht hat. Für die Studie wurden 1.000 Patienten und 414 Ärztinnen und Ärzte sowie medizinische Fachangestellte in Deutschland befragt. Die Zahlen sind eindeutig: Es gibt keine Akzeptanzlücke, sondern eine Umsetzungslücke. Die meisten Menschen würden digitale Lösungen nutzen – wenn sie vorhanden, einfach zugänglich und vertrauenswürdig wären.
Patienten warten – und bleiben dem Arzt fern
Die Frustration ist konkret. Laut dem Digital Health Report 2026 hat knapp zwei Drittel der Befragten – genau 64 Prozent – schon einmal einen Arzttermin nicht wahrgenommen, weil die Suche nach einer Praxis oder einem freien Termin zu aufwendig war. Nur 35 Prozent finden die Terminsuche unkompliziert.
Das klingt nach einem Komfortproblem. Tatsächlich ist es ein Versorgungsproblem. Wer keinen Termin bekommt oder zu lange nach einer Praxis sucht, lässt Beschwerden unbehandelt. Chronische Erkrankungen werden später erkannt, Prävention bleibt auf der Strecke. Laut dem Report würden mehr als zwei Drittel der Befragten Deutschland beim Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen als international abgehängt bezeichnen. 63 Prozent sehen ungenutztes Potenzial, das kaum gehoben wird.
Dabei wäre die Lösung technisch längst verfügbar. Online-Terminbuchung, digitale Erinnerungen, E-Rezepte – all das existiert. Das Problem ist die Verbreitung und die Benutzerfreundlichkeit. Was in anderen Ländern Standard ist, bleibt in Deutschland oft Ausnahme.
Ärzte setzen auf KI – oft ohne offizielle Absegnung
Auf der anderen Seite des Wartezimmers ist die Lage ähnlich ambivalent. Laut dem Digital Health Report 2026 nutzen mehr als 50 Prozent der befragten Ärztinnen und Ärzte private KI-Tools wie ChatGPT für Recherchen. 28 Prozent setzen sie auch bei der Dokumentation ein. Nicht zertifizierte, offiziell freigegebene Lösungen – sondern private Accounts, ohne Datenschutzvertrag und ohne Kontrolle der Praxis oder Klinik. Fachleute nennen das Schatten-KI.
Warum greifen Ärzte zu privaten Tools? Weil zertifizierte Alternativen fehlen oder zu teuer sind, und weil der Zeitdruck enorm ist. Das Potenzial ist dabei greifbar: Ein KI-gestützter Dokumentationsassistent spart laut dem Report mehr als 70 Prozent der Zeit bei der Arztbriefschreibung. Das sind Stunden, die Ärzte täglich für Bürokratie aufwenden – Stunden, die ihren Patientinnen und Patienten fehlen.
KI-Telefonassistenten können Unterbrechungen am Empfang um bis zu 60 Prozent reduzieren und unbeantwortete Anrufe um bis zu 75 Prozent senken. Ressourcen, die dann für die eigentliche Versorgung zur Verfügung stehen. Acht von zehn Ärzten halten Digitalisierung grundsätzlich für hilfreich – solange der menschliche Kontakt im Mittelpunkt bleibt. Die Offenheit ist da. Was fehlt, sind passende, sichere und zugelassene Werkzeuge.
Patienten wollen digitale Unterstützung – unter klaren Bedingungen
Die Akzeptanz für digitale Lösungen ist auf Patientenseite deutlich höher als oft angenommen. 72 Prozent der Befragten würden einen KI-Terminassistenten nutzen, 63 Prozent auch für organisatorische Fragen rund um ihren Arztbesuch. Etablierte Angebote wie Online-Terminbuchung, E-Rezepte und digitale Erinnerungen werden von einer klaren Mehrheit als hilfreich bewertet.
Auch beim Thema Datenweitergabe zeigt sich Pragmatismus statt Grundsatzverweigerung: 65 Prozent der Befragten würden Gesundheitsdaten mit einer KI teilen – wenn sie dem jederzeit widersprechen können. 59 Prozent stimmen zu, wenn Ärzte dadurch besser auf den Termin vorbereitet sind. Die Zustimmung ist an Bedingungen geknüpft: Kontrolle, Transparenz, Datenschutz. Das sind keine überzogenen Forderungen – das ist vernünftiger Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten.
Das Narrativ, Patienten seien resistent gegen Digitalisierung, stimmt nicht. Sie sind kritisch – zu Recht. Und sie sind bereit, wenn die Bedingungen stimmen.
Die eigentliche Lücke: Orientierung im digitalen Gesundheitsmarkt
Der Digital Health Report 2026 stellt eine wichtige Frage implizit in den Raum: Woher sollen Patientinnen und Patienten wissen, welche digitalen Angebote verlässlich, sicher und für sie geeignet sind? Der deutsche Markt für Gesundheits-Apps, Telemedizin-Dienste und digitale Therapeutika ist unübersichtlich. Tausende von Angeboten, wenig unabhängige Orientierung.
Genau diese Lücke schließt Bestes. Die Plattform listet und beschreibt Gesundheitsangebote auf dem deutschen Markt – von Apps gegen Rückenschmerzen über Telemedizin-Dienste für psychische Gesundheit bis zu Blutdruckmess-Apps und DiGAs, also digitalen Gesundheitsanwendungen mit Kassenzulassung. Wer wissen will, welches Angebot zu seiner Situation passt, findet auf bestes.com/datenbank einen strukturierten Überblick – ohne Werbeplatzierungen, ohne intransparente Rankings.
Der Digital Health Report 2026 belegt: Der Bedarf ist da. Die Bereitschaft ist da. Was Patienten brauchen, ist nicht noch eine weitere App – sondern einen verlässlichen Weg, die richtigen Angebote zu finden. Das ist das Problem, das Bestes löst.
Was der Report für die Versorgung bedeutet
Wenn 64 Prozent der Patienten Termine verschieben oder absagen, weil die digitale Infrastruktur fehlt, ist das kein marginales Problem. Es ist eine strukturelle Versorgungslücke. Menschen mit chronischen Erkrankungen, ältere Patienten ohne digitale Vorerfahrung und Menschen in ländlichen Regionen sind besonders betroffen. Für sie ist ein nicht gebuchter Termin keine Kleinigkeit, sondern unter Umständen eine verschleppte Diagnose.
Die gute Nachricht: Die technischen Mittel existieren. Was fehlt, ist die flächendeckende Umsetzung. Der Digital Health Report 2026 nennt konkrete Bereiche, in denen digitale Lösungen bereits heute messbar helfen – KI-gestützte Dokumentation, automatisierte Terminverwaltung, digitale Vor-Anamnese-Bögen. Jedes dieser Werkzeuge entlastet Praxen und gibt Patienten schneller Zugang zur Versorgung.
Der Weg dorthin führt nicht über eine einzige App. Er führt über bessere Aufklärung, verlässliche Vergleichsmöglichkeiten und regulatorische Rahmenbedingungen, die Innovation ermöglichen. Bestes ist ein Schritt in diese Richtung: eine neutrale Anlaufstelle für Patienten, die digitale Gesundheitsangebote vergleichen wollen – ohne Werbedruck und ohne intransparente Empfehlungen. Wer nach geprüften Angeboten sucht, findet sie auf bestes.com/datenbank.