Online-Gesundheitsakten
Anbieter, die digitale Gesundheitsakten und -dokumentationen verwalten.
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Mit der schrittweisen Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) hat Deutschland einen Wendepunkt in der Digitalisierung des Gesundheitswesens erreicht. Seit Anfang 2025 erhalten alle gesetzlich Versicherten automatisch eine ePA, sofern sie nicht aktiv widersprechen. Damit werden jahrzehntelang verteilte Befunde, Medikationspläne und Arztbriefe erstmals an einem Ort zusammengeführt – zugänglich für Patienten und Behandler gleichermaßen. Auf Bestes.com finden Sie einen unabhängigen Überblick über die verfügbaren Lösungen.
Neben der gesetzlichen ePA der Krankenkassen gibt es private digitale Gesundheitsakten, die teils als ergänzendes Tool positioniert sind. Diese ermöglichen es, Gesundheitsdaten aus verschiedenen Quellen – Wearables, Arztpraxen, Labore – selbst zu aggregieren und mit Vertrauenspersonen oder Ärzten zu teilen. Bekannte private Lösungen waren Vivy und die TK-App. Langfristig soll die ePA viele private Angebote ersetzen oder integrieren.
Stand der Digitalisierung und regulatorischer Rahmen
Die ePA wird von den Krankenkassen über die Gematik-Infrastruktur bereitgestellt. Sie ist verpflichtend für alle Akteure im GKV-System – Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken müssen ab 2025 in der Lage sein, die ePA zu befüllen und zu lesen. Laut Bundesgesundheitsministerium (BMG, 2023) soll die ePA 3.0 ab 2026 auch KI-gestützte Auswertungen ermöglichen, die Ärzten Hinweise auf mögliche Diagnosen oder Medikationsrisiken geben.
Deutschland hinkte im europäischen Vergleich lange hinterher. Estland betreibt seit 2007 eine vollständig digitale Gesundheitsakte für seine Bevölkerung und gilt als Pionier. Dänemark erreicht Nutzungsraten von über 90 Prozent für seine digitale Patientenakte sundhed.dk (Europäische Kommission, 2022). In Deutschland war der Start holprig: Die erste ePA-Version (2021) verzeichnete nach einem Jahr erst rund 500.000 Nutzer von 73 Millionen Versicherten – vor allem wegen mangelnder Praxiseinbindung.
Das neue Opt-out-Modell soll die Nutzungsrate drastisch steigern. Gesundheitspolitisch ist die ePA ein zentrales Instrument: Sie soll Doppeluntersuchungen reduzieren (jährliche Kosten: geschätzt 3 Milliarden Euro laut BMG, 2022), Medikationsinteraktionen verhindern und die Forschung mit anonymisierten Daten stärken.
Was Patienten jetzt wissen sollten
Die ePA ist für Versicherte kostenlos und wird über die App der Krankenkasse gesteuert. Patienten entscheiden selbst, welche Daten sie speichern und welchen Ärzten sie Zugriff gewähren. Das Widerspruchsrecht bleibt jederzeit bestehen – wer keine ePA möchte, kann diese über die Kassen-App oder schriftlich deaktivieren.
Für Informationen zu komplementären digitalen Gesundheitslösungen bietet die Kategorien-Übersicht auf Bestes.com weiterführende Vergleiche, insbesondere in den Bereichen Gesundheitsplattformen, Telemedizin und Gesundheits-Apps.
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