X-Cardiac
01 · Profil
Über X-Cardiac
Nach Herzoperationen kann es innerhalb weniger Stunden zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen: Blutungen, akutes Nierenversagen, hämodynamische Instabilität. Auf einer Herzchirurgie-Intensivstation arbeitet das Team unter extremem Zeitdruck – klinische Entscheidungshilfen, die rund um die Uhr Datenmuster überwachen, können diese Lücke schließen. Genau das leistet x-cardiac, ein Berliner MedTech-Unternehmen, das KI-basierte Medizinprodukte speziell für Intensivstationen nach Herzoperationen entwickelt.
Die x-cardiac-Plattform ist nach MDR (Medical Device Regulation 2017/745) der Europäischen Union zertifiziert und damit als reguliertes Medizinprodukt zugelassen. Das System integriert sich in vorhandene Krankenhausinformationssysteme und analysiert Patientendaten kontinuierlich in Echtzeit. Zwei spezialisierte Plug-ins bilden den Kern der aktuellen Produktgeneration: x-c-bleeding unterstützt klinisches Fachpersonal bei der Erkennung und Behandlung von Blutungskomplikationen, x-c-renal-injury beim Management akuter Nierenschädigungen. Beide Komplikationen treten nach größeren Herzoperationen häufig auf: Laut einer in PMID 17975226 veröffentlichten Studie erleiden bis zu 30 Prozent der Patienten nach kardiopulmonalem Bypass eine Form von akuter Nierenschädigung.
Gründung und wissenschaftliche Partnerschaften
x-cardiac wurde von führenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der klinischen KI-Anwendung gegründet. Das Unternehmen kooperiert laut eigenen Angaben eng mit dem Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) und der Charité Berlin – zwei der bedeutendsten kardiologischen Forschungseinrichtungen im deutschsprachigen Raum. Die algorithmischen Modelle wurden auf klinischen Datensätzen trainiert, die speziell die Bedingungen der Herzchirurgie-Nachsorge abbilden. Die Plattform unterstützt klinische Entscheidungsprozesse, ersetzt aber nicht die ärztliche Verantwortung – ein Grundsatz, den die MDR für Klasse-IIa-Produkte explizit vorsieht.
Finanzierung und internationale Expansion
x-cardiac schloss mehrere Finanzierungsrunden ab, darunter eine Seed-Runde mit IBB Ventures als Leadinvestor. Im Jahr 2025 folgte laut Crunchbase eine weitere Runde, um das internationale Wachstum zu beschleunigen und strategische Vertriebspartnerschaften auszubauen. Der Fokus liegt auf der Expansion über den deutschsprachigen Raum hinaus in weitere europäische Märkte. Das Produkt wird als B2B-Lizenzlösung für Krankenhäuser und spezialisierte Herzchirurgie-Intensivstationen vertrieben. Die Preisstruktur orientiert sich an Einrichtungsgröße und Nutzungsumfang.
Einordnung und Regulatorik
Als zugelassenes Medizinprodukt unterliegt x-cardiac den strengen Anforderungen der EU-MDR, die seit Mai 2021 verbindlich gilt und den Vorgänger CE-Rahmen für Medizinprodukte abgelöst hat. Für Kliniken bedeutet das: Die eingesetzte Software ist geprüft und zertifiziert, nicht nur ein informelles Analyse-Tool. Diese regulatorische Klarheit ist für Krankenhäuser, die KI-Produkte in klinische Prozesse integrieren wollen, ein entscheidender Vorteil – insbesondere angesichts der wachsenden Anforderungen des EU AI Act an Hochrisiko-KI-Systeme im Gesundheitsbereich.
02 · Wer profitiert
Zielgruppe
Die Zielgruppe von x-cardiac umfasst hauptsächlich Krankenhäuser und Intensivstationen, die ihre klinischen Ergebnisse verbessern und postoperative Komplikationen reduzieren möchten. Dazu gehören Ärzte und Pflegepersonal, die in der Intensivpflege arbeiten, sowie Krankenhausadministratoren, die an der Implementierung innovativer Technologien interessiert sind, um die Patientensicherheit zu erhöhen und die Kosten zu senken.
05 · Was es kostet
Kosten & Preise
Es liegen keine spezifischen Informationen über das Preismodell von x-cardiac vor. Da es sich jedoch um ein spezialisiertes Produkt für Krankenhäuser handelt, ist davon auszugehen, dass die Kostenstruktur auf einer Lizenz- oder Abonnementbasis basiert, die auf die individuellen Bedürfnisse und die Größe der Einrichtung zugeschnitten ist.
06 · Aktuelles
News zu X-Cardiac
FAQ · 05 Fragen
Häufig gefragt zu X-Cardiac
Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.
x-cardiac ist auf Intensivstationen nach größeren Herzoperationen ausgelegt, insbesondere nach Bypass-Operationen (kardiopulmonaler Bypass). Die Plug-ins decken Blutungskomplikationen und akute Nierenschädigungen ab.
Ja. Die x-cardiac-Plattform ist nach MDR (EU Medical Device Regulation 2017/745) zertifiziert und damit als reguliertes Medizinprodukt in der EU zugelassen. Die MDR stellt deutlich strengere Anforderungen als das frühere MDD-Regime.
x-cardiac kooperiert laut Unternehmensangaben mit dem Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) und der Charité Berlin. Das Produkt richtet sich an spezialisierte Herzchirurgie-Intensivstationen in Kliniken der Maximalversorgung.
x-cardiac ist ein B2B-Produkt für Krankenhäuser, das auf Lizenz- oder Abonnementbasis vertrieben wird. Die Konditionen richten sich nach Einrichtungsgröße und Nutzungsumfang. Eine öffentliche Preisliste gibt es nicht.
Nein. x-cardiac ist als klinische Entscheidungshilfe konzipiert, die Fachpersonal unterstützt, aber nicht ersetzt. Die ärztliche Verantwortung bleibt beim behandelnden Klinikpersonal – wie es die MDR-Regulierung für Klasse-IIa-Produkte vorsieht.
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