Ropca
01 · Profil
Über Ropca
Bis zu 18 Monate dauert es in Deutschland im Schnitt, bis Patienten mit Rheumatoider Arthritis eine Diagnose erhalten – zu lang für eine Erkrankung, bei der frühes Eingreifen Gelenkschäden verhindern oder verlangsamen kann. Der chronische Fachkräftemangel in der Rheumatologie verschärft das Problem: Muskuloskelettale Ultraschalluntersuchungen der Hand- und Fingergelenke erfordern hohe Expertise und Zeit, die in überfüllten Kliniken oft fehlt. ROPCA ApS aus Odense, Dänemark, entwickelt seit 2019 robotergestützte Systeme, um diesen Diagnoseprozess zu standardisieren und zu beschleunigen.
Wie funktioniert's
Das System besteht aus zwei Komponenten: dem autonomen Ultraschallroboter ARTHUR und der KI-Analysesoftware DIANA. Der Patient legt die Hand auf eine Glasplatte; ARTHUR erfasst mithilfe von Drucksensoren die Gelenkkonturen, fährt systematisch alle Finger-, Hand- und Handgelenke ab und erstellt standardisierte Ultraschallbilder. Diese wertet DIANA aus – ein neuronales Netz, das nach Angaben des Unternehmens auf über 10.000 von Experten annotierten Ultraschallbildern trainiert wurde. Die Software bewertet Synoviitis nach dem EULAR-OMERACT-Standard, demselben Bewertungssystem, das Rheumatologen in der klinischen Praxis verwenden, und erstellt automatisch einen Krankheitsaktivitätsbericht. ARTHUR erhielt 2022 die CE-Zulassung; DIANA ist als CE-zertifiziertes Klasse-IIa-Medizinprodukt eingestuft.
Studienlage und Belege
In einer klinischen Studie, publiziert 2025 (PubMed-ID 40764087), wurde die diagnostische Übereinstimmung von ARTHUR V.2.0 und DIANA V.2.0 mit erfahrenen Rheumatologen bei der Handgelenksbeurteilung untersucht. Auf Patientenebene erreichte das System eine binäre Übereinstimmungsrate von 87 Prozent für Synovialhypertrophie und 83 Prozent für Doppler-Aktivität. Eine kontrollierte Folgestudie (ARTHUR Trial) wurde auf dem EULAR-Kongress 2025 präsentiert und untersuchte die diagnostische Performance unter klinischen Bedingungen. Laut ROPCA ist das System derzeit in sechs Rheumatologie-Kliniken in Dänemark, Deutschland, der Schweiz und Österreich im Einsatz – darunter das Svendborg Hospital, das ARTHUR seit Februar 2024 regulär betreibt.
Wer steckt dahinter
ROPCA ApS wurde 2019 von Søren Andreasen Just, Facharzt für Rheumatologie, und Professor Thiusius Rajeeth Savarimuthu, Experte für Healthcare-Robotik an der Universität Süddänemark, als Spin-off der SDU Robotics gegründet. Die SDU ernannte das Projekt zum Leuchtturmprojekt; erste Förderung kam von Energi Fyn und der Region Süddänemark. Laut Crunchbase hat ROPCA insgesamt 4,18 Millionen US-Dollar an Investitionen eingesammelt; zu den Geldgebern zählen Odense Robotics und Science Ventures. Das Unternehmen entwickelt das Systemprinzip weiter und arbeitet an robotergestützten Lösungen für die Diagnose weiterer Gelenkregionen – mit dem Ziel, spezialisierte rheumatologische Expertise für mehr Kliniken zugänglich zu machen.
02 · Wer profitiert
Zielgruppe
Die Zielgruppe von ROPCA ApS umfasst Krankenhäuser und Kliniken, die Patienten mit Rheumatoider Arthritis behandeln. Insbesondere richtet sich das Angebot an Einrichtungen, die mit einem Mangel an rheumatologischem Fachpersonal konfrontiert sind und ihre Diagnoseprozesse automatisieren möchten.
FAQ · 05 Fragen
Häufig gefragt zu Ropca
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Der Patient legt die Hand auf eine Glasplatte. ARTHUR erfasst mit Drucksensoren die Gelenkkonturen und fährt systematisch alle Finger-, Hand- und Handgelenke ab, um standardisierte Ultraschallbilder aufzunehmen. Die KI-Software DIANA wertet die Bilder anschliessend automatisch aus und erstellt einen Krankheitsaktivitätsbericht nach dem EULAR-OMERACT-Standard.
In einer klinischen Studie (PubMed-ID 40764087, 2025) erreichte DIANA auf Patientenebene eine binäre Übereinstimmungsrate von 87 Prozent für Synovialhypertrophie und 83 Prozent für Doppler-Aktivität im Vergleich zu erfahrenen Rheumatologen. Die Studie untersuchte ARTHUR V.2.0 und DIANA V.2.0 bei der Beurteilung von Handgelenken bei RA-Patienten.
Ja. DIANA ist als CE-zertifiziertes Klasse-IIa-Medizinprodukt nach EU-Regularien eingestuft. ARTHUR, der Ultraschallroboter, erhielt 2022 ebenfalls die CE-Zulassung. Das System erfüllt damit die europäischen Anforderungen für Medizinprodukte in der klinischen Diagnostik.
Laut ROPCA ist das System derzeit in sechs Rheumatologie-Kliniken in Dänemark, Deutschland, der Schweiz und Österreich aktiv. Das Svendborg Hospital in Dänemark betreibt ARTHUR seit Februar 2024 im regulären klinischen Betrieb.
Das System richtet sich an Rheumatologie-Kliniken und Facharztpraxen, die Ultraschalluntersuchungen bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis durchführen. Es ist als Unterstützungswerkzeug für Rheumatologen konzipiert, um standardisierte Bilderfassung und KI-gestützte Auswertung in den klinischen Alltag zu integrieren.
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