Procarement

DiGA

Herzinsuffizienz betrifft in Deutschland laut Robert Koch-Institut rund 1,8 Millionen Menschen und gehört zu den häufigsten Gründen für stationäre Krankenhausaufnahmen bei Personen über 65 Jahren. Für diese Patientengruppe entwickelte das fränkische Unternehmen ProCarement die ProHerz App: die erste kardiologische Anwendung, die dauerhaft im offiziellen DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistet ist, unter der Kennnummer 01823.

01 · Profil

Über Procarement

Verschrieben werden kann ProHerz von Haus- oder Fachärzten bei gesicherter Herzinsuffizienz-Diagnose (ICD-Code I50.-). Alle gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Kosten vollständig; für Privatversicherte gilt in den meisten Fällen eine vergleichbare Erstattungsregelung. Patienten, die bisher im kardiologischen Telemonitoring-Programm betreut wurden und die dortigen Voraussetzungen nicht mehr erfüllen, können laut BfArM-Verzeichnis nahtlos auf die DiGA ProHerz umsteigen.

Wie funktioniert's

Die App begleitet Patienten bei der täglichen Selbstmessung. Per Bluetooth oder manueller Eingabe werden Blutdruck, Herzfrequenz, Körpergewicht und Sauerstoffsättigung erfasst. Auf Basis der Messwerte gibt ProHerz direktes Feedback und warnt bei auffälligen Abweichungen. Ein integrierter Medikamentenplan erinnert an jede Einnahme und verhindert das Vergessen einer Dosis. Wichtige Dokumente wie Arztbriefe, Befundberichte und Entlassbriefe lassen sich im Dokumentenarchiv ablegen und beim nächsten Termin direkt vorzeigen. Die Anwendung ist DSGVO-konform; alle Gesundheitsdaten werden ausschließlich auf deutschen Servern verarbeitet.

Laut Pharmazeutischer Zeitung ist ProHerz die erste digitale Therapieunterstützung, die speziell für Herzinsuffizienz entwickelt und vom BfArM anerkannt wurde. Diese Einordnung spiegelt den Versorgungsbedarf wider: Herzinsuffizienz-Patienten benötigen eine regelmäßige Selbstkontrolle, die herkömmliche Praxisbesuche allein nicht abdecken können.

Verfügbarkeit und Zulassung

ProHerz ist kostenlos im Apple App Store (iOS) sowie für Android erhältlich. Die dauerhafte BfArM-Listung setzt den Nachweis einer positiven Versorgungswirkung voraus; gemessen wurden unter anderem Verbesserungen der Therapieadhärenz und eine Reduktion von Hospitalisierungen im Vergleich zur Standardversorgung.

Seit dem 1. Oktober 2025 können Ärzte die Verlaufsbegleitung von ProHerz-Patienten über den Einheitlichen Bewertungsmaßstab abrechnen, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung bekanntgab. Diese Abrechnungsmöglichkeit soll die Verschreibungsbereitschaft in Hausarzt- und Facharztpraxen weiter erhöhen.

Stärken und Schwächen

ProHerz richtet sich ausschließlich an Herzinsuffizienz-Patienten mit ärztlicher Diagnose. Dieser enge Fokus ist gleichzeitig Stärke und Einschränkung: Er sorgt für hohe inhaltliche Tiefe bei einer spezifischen Erkrankung, schließt aber Nutzer mit anderen kardiologischen Erkrankungen aus. Die enge Verzahnung mit dem Telemonitoring-System erleichtert den Übergang zwischen Versorgungsstufen erheblich. Für Patienten mit regelmäßiger Messdisziplin bietet ProHerz eine strukturierte Möglichkeit, die Herzgesundheit zwischen Arztterminen eigenverantwortlich im Blick zu behalten und Verschlechterungen frühzeitig zu erkennen.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

ProCarement richtet sich an Patienten mit Herzschwäche, die von den Vorteilen des kardiologischen Telemonitorings profitieren möchten. Auch Ärzte, die ihren Patienten eine moderne und digitale Gesundheitslösung bieten wollen, gehören zur Zielgruppe.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

ProCarement bietet die ProHerz App als digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) an, die auf Rezept erhältlich ist. Die Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen, da es sich um eine erstattungsfähige Leistung handelt. Weitere Details zur Preisstruktur sind nicht öffentlich zugänglich.

FAQ · 05 Fragen

Häufig gefragt zu Procarement

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Alle Patienten mit einer ärztlich gesicherten Herzinsuffizienz-Diagnose (ICD-Code I50.-) können bei Haus- oder Fachärzten eine Verschreibung erhalten. Die App wird als DiGA auf Rezept ausgestellt.

Alle gesetzlichen Krankenkassen erstatten ProHerz vollständig. Für Privatversicherte empfiehlt sich eine Vorabklärung; die meisten PKV-Tarife übernehmen die Kosten ebenfalls.

Patienten, die die Voraussetzungen für das kardiologische Telemonitoring nicht mehr erfüllen, können laut BfArM-Verzeichnis nahtlos auf ProHerz als eigenständige DiGA umsteigen, ohne Unterbrechung der digitalen Begleitung.

Nein. Alle Gesundheitsdaten werden ausschließlich auf deutschen Servern verarbeitet und nicht ohne Zustimmung weitergegeben. Die Anwendung ist DSGVO-konform zertifiziert.

Ja. ProHerz kann sowohl eigenständig als DiGA als auch ergänzend zum ärztlich verordneten Telemonitoring eingesetzt werden. Beide Versorgungsformen schließen sich nicht aus.

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