Orthopy

Kreuzbandrisse und Meniskusschäden gehören zu den häufigsten Sportverletzungen der Knie: Laut der Deutschen Kniegesellschaft ereignen sich in Deutschland jährlich rund 60.000 vordere Kreuzbandrisse. Die Rehabilitation ist langwierig und erfordert konsequente physiotherapeutische Übungen — auch zwischen den Terminen. Orthopy entwickelte dafür eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA), die Betroffene als strukturiertes Therapiebegleit-Programm unterstützen sollte.

01 · Profil

Über Orthopy

Das Hamburger E-Health-Startup Orthopy erhielt im September 2023 vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine vorläufige Aufnahme ins DiGA-Verzeichnis unter der Kennung 00902. Es war damit laut BfArM die erste zugelassene DiGA zur Behandlung von Knieverletzungen — speziell für Patientinnen und Patienten mit vorderen Kreuzbandrissen und Meniskusschädigungen.

Die App als digitaler Therapiebegleiter

Das Kernprinzip: Strukturierte physiotherapeutische Übungsprogramme, die Betroffene via App zwischen Praxisbesuchen absolvieren können. Die Inhalte wurden laut Unternehmensangaben von orthopädischen Fachgesellschaften begleitet. Verordnet werden konnte die App von jedem Arzt auf Kassenrezept, und die gesetzlichen Krankenkassen übernahmen die Kosten als extrabudgetäre Leistung — das heißt, die Verordnung belastete das Praxisbudget nicht.

Der Ansatz, die Rehabilitation zwischen Physiotherapieterminen digital zu begleiten, greift ein reales Problem auf: Viele Patientinnen und Patienten können nach einem Kreuzbandriss nur einmal pro Woche zur Therapie, führen die Heimübungen aber unregelmäßig oder falsch aus. Eine App, die strukturierte Anleitungen mit täglichem Tracking verbindet, kann diese Lücke prinzipiell schließen — sofern die klinische Wirksamkeit belegt ist.

Aktuelle Situation: Streichung aus dem DiGA-Verzeichnis

Am 9. September 2025 strich das BfArM die DiGA Orthopy wieder aus dem Verzeichnis. Als Grund nannte die Behörde eine aus ihrer Sicht unzureichende Evidenzlage: Die vorgelegten Studienergebnisse reichten nicht für eine dauerhafte Aufnahme aus. Zum Zeitpunkt der Streichung hatte die App laut Presseportal mehr als 11.000 Anwender erreicht.

Die Streichung bedeutet, dass Orthopy nicht mehr per Kassenrezept verordnet werden kann und die GKV die Kosten nicht mehr übernimmt. Ob die App weiterhin als Selbstzahler-Version erhältlich ist, sollte direkt beim Anbieter erfragt werden. Für Patientinnen und Patienten mit Kniebeschwerden stehen andere DiGAs und physiotherapeutische Apps im Bereich Bewegungsapparat zur Verfügung, die weiterhin im BfArM-DiGA-Verzeichnis gelistet sind.

Einordnung für Betroffene

Wer nach dem Lesen dieser Seite Orthopy per Rezept erhalten möchte, wird dies nicht mehr erreichen können. Die wesentlichen Informationen: Die App war auf Kreuzband- und Meniskusverletzungen spezialisiert, nicht auf allgemeine Rückenschmerzen oder Gelenkverschleiß. Die provisorische DiGA-Zulassung lief zwei Jahre und endete mangels ausreichender Studiendaten. Laut BfArM-DiGA-Verzeichnis stehen nach wie vor andere Bewegungs-DiGAs zur Verfügung, deren Aufnahme dauerhaft bestätigt wurde. Betroffene sollten ihren behandelnden Arzt oder ihre Ärztin auf aktuelle Alternativen im DiGA-Verzeichnis ansprechen.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe für Orthopy sind hauptsächlich Menschen, die unter orthopädischen Beschwerden leiden oder sich in der Rehabilitation nach orthopädischen Eingriffen befinden. Darüber hinaus könnten auch ältere Menschen und Sportler, die ihre Körperhaltung verbessern oder Verletzungen vorbeugen möchten, von diesem Service profitieren. Es könnte auch für medizinische Fachkräfte wie Physiotherapeuten oder Orthopäden von Interesse sein, um ihren Patienten zusätzliche Unterstützung zu bieten.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Die Kosten für "Orthopy" können stark variieren, abhängig von Faktoren wie der Komplexität des Falles, der geografischen Lage und dem spezifischen Anbieter. Es ist wichtig, dass potenzielle Nutzer vorab eine gründliche Recherche durchführen und Kostenvoranschläge einholen, um unerwartete Ausgaben zu vermeiden.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Orthopy

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Orthopy war eine DiGA für Patientinnen und Patienten mit vorderen Kreuzbandrissen und Meniskusschädigungen. Die App begleitete die Rehabilitation mit strukturierten Übungsprogrammen.

Nein. Das BfArM hat Orthopy am 9. September 2025 aus dem DiGA-Verzeichnis gestrichen. Eine GKV-Erstattung ist seitdem nicht mehr möglich. Ob eine Selbstzahler-Version erhältlich ist, sollte beim Anbieter erfragt werden.

Das BfArM begründete die Streichung mit einer aus Behördensicht unzureichenden Evidenzlage — die vorgelegten Studien reichten für eine dauerhafte Aufnahme ins DiGA-Verzeichnis nicht aus.

Laut Unternehmensangaben hatte Orthopy zum Zeitpunkt der Streichung (September 2025) mehr als 11.000 Anwender.

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