Mio Health

Wer einen Herzinfarkt übersteht, verlässt die Klinik oft nach wenigen Tagen – und steht dann vor der Aufgabe, seinen Lebensstil dauerhaft zu verändern. Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Mio Health ist eine digitale Gesundheitsanwendung, die Menschen mit chronischen Herzerkrankungen dabei begleitet, herzgesunde Routinen in den Alltag zu integrieren. Die App schließt die Lücke zwischen stationärer Reha und dem eigenverantwortlichen Leben zu Hause.

01 · Profil

Über Mio Health

Wie funktioniert's

Mio Health folgt einem multimodalen Therapieansatz, der auf den aktuellen Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) basiert. Das Programm kombiniert Module aus drei Bereichen: körperliche Aktivität, Psychokardiologie und Ernährung. Nutzer erhalten ein personalisiertes Tagesprogramm mit Übungen und Lektionen, das laut Anbieter bereits 15 Minuten täglich für messbare Veränderungen ausreicht. Insgesamt umfasst der Katalog mehr als 1.000 interaktive Einheiten, die von einem medizinischen Expertenteam entwickelt wurden. Tägliche Check-ups erfassen Vitaldaten und passen die Trainingsempfehlungen kontinuierlich an. Ein multidisziplinäres Team aus Medizinerinnen und Medizinern sowie einer Psychologin betreut das Programm inhaltlich. Der Ansatz baut auf verhaltenstherapeutischen Techniken auf, die auf eine nachhaltige Verhaltensänderung abzielen.

Verfügbarkeit und Zulassung

Seit Juli 2022 ist Mio Health in Europa als Medizinprodukt zugelassen, wie die Freie Universität Berlin in einem Bericht über das Startup dokumentiert hat. Als CE-zertifiziertes Medizinprodukt unterliegt die App strengen medizinischen Standards und der europäischen Medical Device Regulation. Die Datenverarbeitung erfolgt ausschließlich in Deutschland und der EU und entspricht den Vorgaben der DSGVO. Patienten können die App als Selbstzahler im Abonnement nutzen oder im Rahmen laufender klinischer Studien kostenlos testen. Eine Zusammenarbeit mit Krankenkassen und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten befindet sich laut Gründerteam im Aufbau, um die App langfristig auch in reguläre Behandlungspfade zu integrieren.

Wer steckt dahinter

Mio Health geht auf eine Ausgründung der Freien Universität Berlin zurück. Die Gründer Jonas Schumacher, Chris Steden und Max Schubert studierten Wirtschaftsinformatik an der FU Berlin und wurden von Profund Innovation, der Gründungsfördereinrichtung der Universität, begleitet. Seit Dezember 2021 wurde das Startup mit einem EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert, das durch den Europäischen Sozialfonds kofinanziert wird, wie die FU Berlin berichtet hat. Das Unternehmen ist als Mio Health UG im Handelsregister Hamburg eingetragen und betreibt Büros in Hamburg und Berlin. Begleitet wird das Gründerteam von einem medizinischen und wissenschaftlichen Beirat. Das EXIST-Stipendium sowie die Einbindung in das Ökosystem der Freien Universität Berlin verschafft der App eine wissenschaftliche Glaubwürdigkeit, die im Bereich digitaler Herzgesundheitsanwendungen selten ist. Das Startup positioniert sich damit an der Schnittstelle zwischen evidenzbasierter Medizin und nutzerfreundlicher Digitaltechnologie.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von Mio Health sind Menschen, die ihre Herzgesundheit verbessern möchten. Dies umfasst insbesondere Personen, die ein erhöhtes Risiko für Herz- oder Reinfarkte haben oder präventiv tätig werden wollen. Auch Menschen, die an einer herzgesunden Lebensweise interessiert sind und ihre Vitaldaten regelmäßig überwachen möchten, gehören zur Zielgruppe.

FAQ · 05 Fragen

Häufig gefragt zu Mio Health

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Mio Health ist ein CE-zugelassenes Medizinprodukt, aber derzeit nicht im BfArM-DiGA-Verzeichnis gelistet. Eine gesetzliche Krankenkassenerstattung auf dem DiGA-Weg ist daher aktuell nicht vorgesehen. Patienten können die App als Selbstzahler nutzen oder im Rahmen von Kooperationen mit Ärztinnen, Ärzten und Kliniken testen.

Die App richtet sich an Erwachsene ab 18 Jahren mit chronischen oder akuten Herzerkrankungen, insbesondere nach einem Herzinfarkt. Voraussetzung ist eine ärztliche Begleitung sowie die Bereitschaft, den eigenen Lebensstil aktiv zu verändern. Auch Menschen mit erhöhtem Herzrisiko, die präventiv handeln möchten, gehören zur Zielgruppe.

Das Programm basiert auf den Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) und setzt auf verhaltenstherapeutische Techniken zur nachhaltigen Lebensstiländerung. Drei Bereiche werden kombiniert: Bewegung, Psychokardiologie und Ernährung. Ein interdisziplinäres Expertenteam aus Medizinerinnen, Medizinern und einer Psychologin betreut das Programm inhaltlich.

Mio Health ist auf 15 Minuten täglich ausgelegt. Die Übungen und Check-ups werden personalisiert angepasst, sodass das Programm auch bei vollem Alltag umsetzbar bleibt. Tägliche Vitaldaten-Erfassung sorgt dafür, dass die Trainingseinstellungen kontinuierlich optimiert werden.

Als CE-zertifiziertes Medizinprodukt erfüllt Mio Health die Anforderungen der DSGVO. Alle Gesundheitsdaten werden ausschließlich in Deutschland und der EU verarbeitet. Die App unterliegt als Medizinprodukt den Regulierungsanforderungen der europäischen Medical Device Regulation (MDR).

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