Liom

Rund 537 Millionen Erwachsene weltweit leben mit Diabetes, schätzt die International Diabetes Federation (IDF, 2021) – Tendenz steigend. Das zentrale Problem im Alltag: Blutzuckermessungen erfordern heute entweder eine Fingerbeere oder ein subkutan gelegtes Sensorfilament, das alle 14 Tage ausgewechselt werden muss. Das Schweizer Gesundheitstechnikunternehmen Liom Health AG entwickelt eine Lösung, die beides überflüssig machen soll.

01 · Profil

Über Liom

Raman-Spektroskopie: Licht statt Nadel

Raman-Spektroskopie ist ein optisches Verfahren, das Licht auf Gewebe richtet und aus den Streusignalen auf biochemische Moleküle – darunter Glukose – schließt. Liom Health AG, gegründet 2017 als Spiden AG durch Serienunternehmer Leo Grünstein im schweizerischen Pfäffikon, miniaturisiert diese Technologie auf Smartwatch-Format. laut Unternehmensangaben (Dezember 2025) hat das Team die Lichtdurchsatzleistung seiner proprietären Miniaturplattform um den Faktor 12 gegenüber bisherigen Labormaßstab-Lösungen gesteigert – ein technischer Durchbruch, der Akkulaufzeiten von mehr als 24 Stunden und eine Fertigung im industriellen Maßstab ermöglichen soll. Laut EU-Startups (Dezember 2025) ist Liom aktuell das einzige Unternehmen weltweit, das kalibrierungsfreie Raman-basierte Glukosemessung demonstriert.

CHF 63 Millionen Funding: Markt setzt auf nicht-invasives Monitoring

Im Dezember 2025 gab Liom eine Erweiterung seiner Serie-A-Finanzierungsrunde auf CHF 38 Millionen bekannt; das Gesamtfunding beläuft sich laut EU-Startups auf CHF 63 Millionen. Zu den Investoren der letzten Tranche zählen Red Bull Ventures sowie Marc Maurer, ehemaliger Co-CEO des Sportschuh-Herstellers On Running. Das Kapital fließt in weitere Miniaturisierung und klinische Validierung – ein Schritt, der Voraussetzung für eine Marktzulassung als Medizinprodukt ist.

Zielgruppe und Marktpotenzial

Das Gerät richtet sich primär an Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes, die auf invasive Messmethoden verzichten möchten. Mittelfristig soll es auch gesundheitsbewussten Nutzenden zugänglich sein, die metabolische Parameter im Alltag verfolgen wollen. Der Markt für kontinuierliches Glukose-Monitoring, heute dominiert von Abbott Freestyle Libre und Dexcom G7, wächst laut Marktschätzungen bis 2030 auf über 20 Milliarden US-Dollar.

Entwicklungsstand und Ausblick

Liom befindet sich in der Entwicklungs- und Validierungsphase; ein kommerziell erhältliches Produkt war zum Zeitpunkt der Profilerstellung noch nicht auf dem Markt. Im Vergleich zu anderen Ansätzen nicht-invasiver Glukosemessung – darunter Experimente von Samsung und Apple – gilt Lioms kalibrierungsfreier Raman-Ansatz in der Fachwelt als technisch anspruchsvollster, aber potenziell präzisester Weg, um einen klinisch tragfähigen Standard zu erreichen. Das Unternehmen betont, dass die bisherigen Messresultate im Labormaßstab bereits Medizinprodukt-Anforderungen für Genauigkeit erfüllten.

Für den deutschen und europäischen Markt ist Liom Health AG besonders im Kontext der DiGA-Erstattungslogik interessant: Sobald ein klinisch validiertes Monitoring-Gerät den Zulassungsweg als Medizinprodukt durchläuft, könnten Erstattungsmodelle über gesetzliche Krankenkassen möglich werden – ein Pfad, den andere Diabetes-Technologie-Anbieter bereits beschritten haben. Das Unternehmen kommuniziert, dass sein Ansatz – verglichen mit aufklebbaren CGM-Sensoren – nicht nur invasiver Eingriff, sondern auch Tragekomfort und Akzeptanz bei Nutzenden verbessern könnte.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von Liom Health AG umfasst vor allem Personen, die an einem kontinuierlichen Gesundheitsmonitoring interessiert sind, insbesondere Diabetiker oder Menschen mit einem erhöhten Risiko für Stoffwechselerkrankungen. Auch fitnessbewusste Personen, die ihre Gesundheitsdaten optimieren möchten, sowie Menschen, die an einer präventiven Gesundheitsüberwachung interessiert sind, gehören zur Zielgruppe. Darüber hinaus könnte das Produkt für medizinische Fachkräfte von Interesse sein, die ihre Patienten besser überwachen möchten.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Liom Health AG bietet ein innovatives Produkt im Bereich der Gesundheitsüberwachung an. Informationen über die genaue Preisgestaltung oder das Geschäftsmodell sind derzeit nicht verfügbar. Es ist jedoch anzunehmen, dass das Unternehmen möglicherweise ein Modell verfolgt, bei dem die Nutzer für das Gerät und möglicherweise für zusätzliche Dienste oder Abonnements zahlen.

FAQ · 05 Fragen

Häufig gefragt zu Liom

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Liom nutzt Raman-Spektroskopie: Ein Lichtsignal wird auf das Handgelenksgewebe gerichtet, die Streustrahlung enthält Informationen über Glukose-Moleküle. Algorithmen errechnen daraus Blutzuckerwerte – ohne Hautdurchdringung oder Kalibrierung.

Nein. Liom Health AG befindet sich in der Entwicklungs- und Validierungsphase. Ein marktreifes Produkt war zum Zeitpunkt des Profils noch nicht verfügbar. Das Unternehmen nutzt das CHF-63-Millionen-Funding für Miniaturisierung und klinische Zulassung.

Laut EU-Startups (Dezember 2025) beläuft sich das Gesamtfunding auf CHF 63 Millionen, darunter eine Serie A mit CHF 38 Millionen. Zu den Investoren zählen Red Bull Ventures und Marc Maurer (ex-On Running).

Abbott Freestyle Libre und Dexcom G7 nutzen subkutane Sensorfilamente, die unter die Haut eingeführt werden. Liom arbeitet rein optisch ohne Hautdurchdringung – ein grundlegend anderer Ansatz, der noch die klinische Validierungsphase durchläuft.

Liom Health AG wurde 2017 als Spiden AG von Serienunternehmer Leo Grünstein in Pfäffikon, Kanton Schwyz, gegründet.

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