Levy Health

Zwischen erstem Arztkontakt und korrekter Diagnose bei Hormonstörungen wie Endometriose oder PCOS vergehen in Deutschland durchschnittlich viereinhalb Jahre. Das Berliner Startup LEVY Health hat eine klinische Entscheidungssoftware entwickelt, um diesen Diagnoseverzug für Fertilitätskliniken und reproduktionsmedizinische Praxen deutlich zu reduzieren. Die Plattform ist ausschließlich als B2B-Produkt konzipiert und richtet sich nicht an Patientinnen, sondern an das behandelnde Fachpersonal.

01 · Profil

Über Levy Health

Wie funktioniert die Software

Die Plattform sammelt über einen adaptiven Online-Fragebogen Anamnesen und Laborwerte, gleicht diese mit aktuellen ICD-10-Leitlinien ab und generiert strukturierte Diagnose- und Therapieempfehlungen. Der proprietäre Algorithmus kombiniert nach Angaben des Unternehmens mehr als zehn Millionen Frage-Antwort-Pfade. Das System ist CE-konform zertifiziert und in Fertilitätskliniken, bei Fertilitätsbenefit-Anbietern und Ei-Spendeagenturen im Einsatz. Laut LEVY Health (levy.health, abgerufen Mai 2026) basiert das System auf über 1.200 Stunden medizinischer Leitlinien-Recherche. Konkret unterstützt die Plattform bei Endometriose, polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) und weiteren endokrinen Störungen, die die Fertilität beeinflussen.

Klinischer Nutzen

Kliniken, die die Plattform einsetzen, berichten laut LEVY Health von einer Verkürzung der Diagnosezeit um bis zu 50 Prozent. TechCrunch berichtete im Oktober 2024, dass die Software die durchschnittliche Diagnosewartezeit von viereinhalb Jahren auf wenige Wochen reduzieren kann. Dies wäre klinisch bedeutsam: Je früher Endometriose oder PCOS diagnostiziert wird, desto besser lassen sich Komplikationen wie Infertilität, chronische Schmerzen und endometriose-assoziierte Organkomplikationen reduzieren. Randomisiert-kontrollierte Studien zu Plattformergebnissen lagen zum Redaktionszeitpunkt nicht veröffentlicht vor; das Unternehmen stützt sich auf Praxisdaten seiner Klinikpartner.

Wer steckt dahinter

LEVY Health wurde 2020 in Berlin von Caroline Mitterdorfer, Silvia Hecher und Theresa Vilsmaier gegründet. Laut Crunchbase (Mai 2026) hat das Unternehmen insgesamt rund 7,3 Millionen US-Dollar in zwei Runden eingeworben: eine erste Seed-Runde über 2,8 Millionen US-Dollar im März 2022 sowie eine zweite über 4,5 Millionen US-Dollar im Oktober 2024 unter Führung von XYZ Venture Capital. Femtech Insider listet LEVY Health in seinem Bericht über 100 deutsche FemTech-Startups (2025) als eines der profiliertesten deutschen B2B-Unternehmen in diesem Bereich.

Im Vergleich zu Alternativen

Consumer-Apps wie Clue oder inne bieten Zyklustracking für Endnutzerinnen. LEVY Health setzt eine Ebene tiefer an und unterstützt Fachärztinnen beim klinischen Entscheiden statt Patientinnen beim Selbstmonitoring. Gegenüber allgemeinen Praxisverwaltungssystemen bringt die Plattform spezialisierte reproduktionsmedizinische Entscheidungslogik direkt in den klinischen Workflow – mit messbaren Auswirkungen auf die Versorgungsgeschwindigkeit.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von LEVY Health umfasst Frauenärzte (OB-GYNs) und Fertilitätskliniken. Diese Fachkräfte im Gesundheitswesen profitieren von der Software, da sie den Behandlungsprozess effizienter gestalten können. Indirekt richtet sich der Service auch an Patienten, die eine Fertilitätsbehandlung benötigen, da sie von einem optimierten und schnelleren Behandlungsprozess profitieren.

FAQ · 05 Fragen

Häufig gefragt zu Levy Health

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Die Software unterstützt die Diagnose endokriner und reproduktiver Störungen, darunter Endometriose, PCOS und hormonell bedingte Infertilität auf Basis von ICD-10-Leitlinien.

LEVY Health ist ausschließlich ein B2B-Produkt für Fertilitätskliniken, reproduktionsmedizinische Praxen und Fertilitätsbenefit-Anbieter – keine Consumer-App.

Ja, die LEVY-Health-Plattform ist CE-konform zertifiziert und entspricht den EU-Anforderungen für Medizinsoftware.

Laut Crunchbase rund 7,3 Millionen US-Dollar in zwei Seed-Runden (2022 und 2024). Die Runde 2024 wurde von XYZ Venture Capital geführt.

Das Unternehmen wurde 2020 in Berlin gegründet.

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