inContAlert
01 · Profil
Über inContAlert
Das MedTech-Startup wurde im September 2022 im Ökosystem der Universität Bayreuth gegründet. Gründer sind Dr. Jannik Lockl und Tristan Zürl. Laut Bayern Kapital sicherte sich inContAlert eine Pre-Seed-Finanzierung über 1,5 Millionen Euro — mit Beteiligung des bayerischen Frühphasenfonds. Laut Elektroniknet wurde die Technologie ursprünglich mit EXIST-Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft entwickelt. Zum Zeitpunkt dieser Einordnung beschäftigt das Unternehmen laut Unternehmensangaben 13 Mitarbeitende an den Standorten Bayreuth und Trautskirchen.
Wie funktioniert das System
Das Kernelement ist ein Sensor, der mit einem Gurt oberhalb des Schambeins befestigt wird und kontinuierlich Daten zur Blasenfüllung erfasst. Ein Machine-Learning-Algorithmus wertet die Messwerte aus und erkennt, wann die Blase eine kritische Füllmenge erreicht. Die zugehörige App gibt dann eine rechtzeitige Benachrichtigung, damit Nutzerinnen und Nutzer die Toilette aufsuchen können, bevor es zu unkontrolliertem Harnverlust kommt. Die Kombination aus körpernahem Sensor und KI-Analyse soll helfen, den Alltag trotz neurogener Blasenstörung planbarer zu machen.
Das System unterscheidet sich von bisherigen Ansätzen dadurch, dass es nicht reaktiv auf bereits aufgetretenen Harnverlust reagiert, sondern proaktiv: Die Messung erfolgt kontinuierlich und diskret, sodass Betroffene nicht ständig auf Körpersignale achten müssen. Diese passiven Echtzeit-Informationen können insbesondere für Menschen relevant sein, deren Nervensystem keine oder nur eingeschränkte Signale über den Füllstand der Blase übermittelt.
Zielgruppe und Indikationen
inContAlert richtet sich laut Unternehmensangaben primär an Menschen mit neurogenen Blasenfunktionsstörungen. Dazu zählen Betroffene mit Rückenmarksverletzungen, Multipler Sklerose, Blasenkrebs und Parkinson-Erkrankung. Das Unternehmen gibt an, dass rund 2,2 Millionen Menschen in Deutschland von der Technologie profitieren könnten. Das System ist kein eigenständiges Therapieverfahren, sondern ein Assistenzsystem zur Unterstützung des Blasenmanagements im Alltag — ergänzend zu ärztlicher Behandlung und gegebenenfalls bestehenden Kathetersystemen.
Zulassung und Entwicklungsstand
Zum Zeitpunkt dieser Einordnung befindet sich inContAlert in der Entwicklungs- und Validierungsphase. Eine CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt war noch nicht öffentlich kommuniziert. Das Unternehmen wurde unter anderem als Teilnehmer beim Innovationspreis Göttingen 2025 gelistet und erhielt Förderung über den EXIST-Forschungstransfer des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Für Betroffene, die das System nutzen möchten, empfiehlt sich eine direkte Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen, da die Markteinführung für den Endkunden noch nicht abgeschlossen war.
02 · Wer profitiert
Zielgruppe
Die Zielgruppe von inContAlert sind Inkontinenzpatienten. Insbesondere richtet sich die Lösung von inContAlert an Patienten mit fehlendem Gefühl für die Blase. Diese Patienten entleeren sich auf Basis von Zeitintervallen, um sich vor unkontrolliertem Harnabgang oder der gesundheitsschädlichen Überdehnung der Blase zu schützen. Zu frühe Entleerungen verursachen einen unnötigen Verbrauch von Hilfsmitteln (Katheter, Windeln). Zu spätes Katheterisieren birgt erhebliche gesundheitliche Risiken, was zu Harnwegsinfekten und zu Niereninsuffizienzen führen kann. Patienten, die zu dieser Zielgruppe gehören, sind Frauen nach schweren Geburten, bettnässende Kinder und Patienten mit chronischen Krankheiten wie Multiple Sklerose, Parkinson oder Querschnittlähmung.
FAQ · 04 Fragen
Häufig gefragt zu inContAlert
Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.
Ein Sensor auf einem Gurt oberhalb des Schambeins misst kontinuierlich körpereigene Daten. Ein Machine-Learning-Algorithmus wertet diese aus und sendet eine App-Benachrichtigung, wenn die Blase voll ist.
Das System richtet sich primär an Menschen mit neurogenen Blasenstörungen durch Rückenmarksverletzungen, Multiple Sklerose, Blasenkrebs oder Parkinson. Eine ärztliche Einschätzung vor der Nutzung ist empfehlenswert.
Zum Zeitpunkt dieser Einordnung war eine CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt nicht öffentlich kommuniziert. Das Unternehmen befindet sich in der Entwicklungs- und Validierungsphase.
Laut Bayern Kapital sicherte sich inContAlert 1,5 Millionen Euro in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde mit Beteiligung des bayerischen Frühphasenfonds.
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