HealX

Seltene Erkrankungen betreffen weltweit rund 300 Millionen Menschen, doch für die meisten der über 7.000 bekannten Krankheitsbilder gibt es keine zugelassene Therapie. Healx hat sich auf genau dieses Problem spezialisiert: Das britische KI-Unternehmen nutzt maschinelles Lernen, um bereits bekannte Wirkstoffe neu zu kombinieren und auf bisher nicht erprobte Indikationen anzuwenden – ein Ansatz, den die Fachpresse als Drug Repurposing bezeichnet.

01 · Profil

Über HealX

Wie Healx bei der Arzneimittelentwicklung vorgeht

Im Kern steht Healnet, eine proprietäre biomedizinische Wissensgraph-Plattform. Healnet aggregiert öffentlich zugängliche und kommerzielle Datenquellen: biomedizinische Literatur, Krankheits- und biochemische Datensätze, Ergebnisse klinischer Studien sowie Patentdatenbanken. Durch mathematische Verfahren identifiziert das System verborgene Verbindungen zwischen bekannten Wirkstoffen und seltenen Krankheiten. Dieser computergestützte Ansatz verkürzt die präklinische Kandidatenauswahl und reduziert das finanzielle Risiko, das mit klassischer Wirkstoffentwicklung verbunden ist. Laut TechCrunch (August 2024) schloss Healx eine Series-C-Finanzierungsrunde über 47 Millionen US-Dollar ab, angeführt vom europäischen Risikokapitalgeber Atomico und dem Silicon-Valley-Fonds R42. Das Gesamtfinanzierungsvolumen des Unternehmens übersteigt damit nach Informationen aus dem Umfeld der Runde die Marke von 100 Millionen US-Dollar.

Klinische Fortschritte und Partnerschaften

Die FDA erteilte Healx 2024 die Genehmigung für eine klinische Phase-2-Studie mit dem Wirkstoffkandidaten HLX-1502 bei Neurofibromatose Typ 1 (NF1) – einer seltenen genetischen Erkrankung, die etwa einen von 3.000 Menschen betrifft und gutartige Tumoren an Nervenbahnen verursacht (laut TechCrunch, August 2024). Im November 2024 vereinbarte Healx mit dem Pharmaunternehmen Sanofi, Wirkstoffe aus dessen Portfolio systematisch auf neue seltene Erkrankungen zu untersuchen. Im Jahr 2025 folgte eine Partnerschaft mit SCI Ventures, um die KI-Plattform auf Therapieansätze bei Rückenmarksverletzungen auszuweiten.

Wer steckt hinter Healx

Das Unternehmen wurde 2014 von Tim Guilliams gegründet; Vorsitzender des Unternehmens ist David Brown, der als Co-Entwickler des Wirkstoffs Sildenafil – besser bekannt als Viagra – und ehemaliger globaler Leiter der Wirkstoffentdeckung bei Roche in die Unternehmensgeschichte eingegangen ist (laut Cambridge Judge Business School). Healx hat seinen Sitz in Cambridge und zählt zum Netzwerk der dortigen Universität. Das Geschäftsmodell von Healx ist B2B ausgerichtet: Pharmaunternehmen und Forschungsorganisationen lizenzieren die Plattform oder gehen Kooperationsvereinbarungen ein, um ihre eigene Pipeline zu beschleunigen. Patienten profitieren mittelbar, wenn Wirkstoffe die klinische Entwicklung erfolgreich durchlaufen und eine Zulassung erhalten.

Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben bevorzugt mit Patientenorganisationen zusammen, um sicherzustellen, dass klinische Studien auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Betroffenen ausgerichtet sind. Dieser patientenzentrierte Ansatz unterscheidet Healx von klassischen Pharmaunternehmen, deren Forschungsagenden weniger von seltenen Erkrankungen geprägt sind. Da der Markt für seltene Krankheiten in der EU durch die Orphan-Drug-Verordnung (EG-Verordnung 141/2000) besondere Anreize genießt – darunter marktexklusive Schutzfristen –, ist KI-gestütztes Drug Repurposing wirtschaftlich besonders interessant.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von Healx umfasst Patienten mit seltenen Krankheiten und deren Familien sowie medizinische Fachkräfte und Forschungseinrichtungen, die sich auf seltene Krankheiten spezialisiert haben. Darüber hinaus richtet sich Healx an Partnerunternehmen in der Pharma- und Biotechnologiebranche, die an der gemeinsamen Entwicklung neuer Therapien interessiert sind.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Healx arbeitet mit einem Geschäftsmodell, das auf Partnerschaften mit Pharmaunternehmen und Forschungseinrichtungen basiert. Die Kostenstruktur ist nicht öffentlich detailliert beschrieben, jedoch wird durch die Nutzung von künstlicher Intelligenz und die parallele Durchführung mehrerer Programme eine Kostenreduktion in der Medikamentenentwicklung angestrebt.

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