Dopavision
01 · Profil
Über Dopavision
Wie MyopiaX funktioniert
MyopiaX kombiniert eine Smartphone-App mit einem VR-Headset und einem Bluetooth-Controller. Während einer Behandlungssitzung spielen Kinder ein interaktives Videospiel, das lichtempfindliche Netzhautzellen (Intrinsisch Photosensible Retinale Ganglienzellen) stimuliert. Die dabei induzierte Dopaminausschüttung soll das Längenwachstum des Augapfels verlangsamen – dem zugrunde liegenden Mechanismus der Myopie, bei der sich der Augapfel zu stark in die Tiefe ausdehnt. Die Behandlung ist nicht-invasiv, verzichtet auf Medikamente und ist für die häusliche Anwendung konzipiert.
Klinische Studie und Evidenzlage
Dopavision hat eine randomisierte, aktiv-kontrollierte Multizenterstudie in sechs europäischen Ländern durchgeführt (ClinicalTrials.gov NCT04967287). An der Proof-of-Concept-Studie nahmen 124 kurzsichtige Kinder teil. Als Kontrollgruppe dienten Kinder mit DIMS-Brillengläsern (Defocus Incorporated Multiple Segments), einer etablierten Myopie-Kontroll-Methode. Die primären Sechsmonatsergebnisse wurden im Mai 2024 veröffentlicht und im September 2024 auf der 19. Internationalen Myopie-Konferenz in Sanya präsentiert. In der MyopiaX-Gruppe betrug die mittlere Veränderung der Achslänge 0,14 mm (Kontrollgruppe: 0,08 mm); die Änderung des sphärischen Äquivalents lag bei -0,19 Dioptrien (Kontrolle: -0,16). Schwerwiegende Sicherheitsereignisse wurden in keiner Gruppe beobachtet.
Finanzierung und regulatorischer Stand
Laut Unternehmensangaben schloss Dopavision eine Series-A-Runde über 12 Millionen Euro ab, angeführt von Seventure Partners und Novartis Venture Funds. Zusätzlich erhielt das Unternehmen rund 1,4 Millionen Euro Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). MyopiaX befindet sich in der regulatorischen Zulassungsphase und verfolgt die CE-Kennzeichnung nach der europäischen Medizinprodukteverordnung (MDR). Eine DiGA-Listung beim BfArM besteht zum Stand 2026 nicht; die App ist aktuell nicht als Kassenleistung verfügbar.
Einordnung: Myopie-Kontrolle im Vergleich
Zu den in Deutschland verfügbaren Methoden zur Myopie-Kontrolle zählen laut der S1-Leitlinie der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG, 2024) niedrigdosierte Atropinaugentropfen (0,01–0,05 %), Orthokeratologie-Kontaktlinsen sowie Spezialbrillengläser mit DIMS- oder HALT-Technologie. In Deutschland sind bereits heute etwa 20 bis 25 Prozent der Schulkinder kurzsichtig. Eine unbehandelte hochgradige Myopie erhöht langfristig das Risiko für Folgeerkrankungen wie Glaukom, Makuladegeneration und Netzhautablösung. Dopavision positioniert MyopiaX als medikamenten- und kontaktlinsenfreien Ansatz für die häusliche Anwendung ohne Arztbesuch.
02 · Wer profitiert
Zielgruppe
Dopavision MyopiaX richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 14 Jahren mit einer ärztlich diagnostizierten progredienten Kurzsichtigkeit (Myopie). Angesprochen werden Eltern, die nach einer nicht-invasiven, medikamentenfreien Alternative zu Atropintropfen oder Orthokeratologie-Linsen suchen. Da MyopiaX sich noch in der klinischen Zulassungsphase befindet und (Stand März 2026) nicht als Kassenleistung verfügbar ist, richtet sich das Angebot derzeit primär an Early Adopters im Rahmen von Studienprogrammen sowie an Familien, die eine medizinische Beratung zu modernen Myopie-Kontroll-Optionen suchen.
FAQ · 05 Fragen
Häufig gefragt zu Dopavision
Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.
MyopiaX richtet sich laut Unternehmensangaben an Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 14 Jahren mit progredienter Myopie. Die Anwendung ist fuer die haeusliche Nutzung konzipiert und nicht-invasiv. Eine augenaerztliche Diagnose und Begleitung werden empfohlen.
Waehrend einer Behandlungssitzung spielen Kinder ein interaktives Videospiel ueber ein VR-Headset mit Bluetooth-Controller. Das Spiel stimuliert lichtempfindliche Netzhautzellen gezielt durch Photobiomodulation. Die dabei ausgeloeste Dopaminausschuettung im Auge soll das Laengenwachstum des Augapfels verlangsamen, der Ursache fortschreitender Kurzsichtigkeit.
In einer randomisierten Multizenterstudie (NCT04967287) in sechs europaeischen Laendern mit 124 kurzsichtigen Kindern zeigte MyopiaX eine statistisch signifikante Verlangsamung der axialen Laengenentwicklung des Auges. Die Studie lieferte den Proof of Concept fuer den Wirksamkeitsansatz. Publikationsdetails sind ueber ClinicalTrials.gov (NCT04967287) abrufbar.
Ja. Orthokeratologie-Linsen werden nachts getragen und formen die Hornhaut temporaer um, um das Sehvermoegen am naechsten Tag ohne Brille zu ermoeglichen. MyopiaX hingegen ist eine app-basierte Lichttherapie ohne Kontaktlinsen oder medikamentoeser Behandlung und zielt direkt auf die Verlangsamung des Augenwachstums ab. Beide Ansaetze gelten als Myopie-Kontrollmassnahmen, unterscheiden sich aber grundlegend in Mechanismus und Anwendung.
Eine regelhafte GKV-Erstattung besteht in Deutschland derzeit nicht; MyopiaX ist kein zugelassenes Arzneimittel und keine DiGA im BfArM-Verzeichnis (Stand Mai 2026). Ob einzelne Kassen einen Zuschuss im Rahmen von Satzungsleistungen gewaehren, sollte direkt bei der eigenen Kasse angefragt werden. Der Erwerb erfolgt aktuell ueber dopavision.com direkt.
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