Difuture
01 · Profil
Über Difuture
Hintergrund und Förderung
DIFUTURE ist eines von vier Konsortien, die im Rahmen der BMBF-geförderten Medizininformatik-Initiative (MII) ausgewählt wurden. Laut der Medizininformatik-Initiative umfasst das Konsortium sieben Standorte: Augsburg, Homburg (Saarland), München (LMU und TUM), Regensburg, Tübingen und Ulm. An jedem Standort wurden sogenannte Datenintegrationszentren (DICs) eingerichtet, die Patientendaten nach einheitlichen Standards harmonisieren und für die Forschung verfügbar machen. Das Grundprinzip: Klinische Routinedaten sollen mit wissenschaftlichen Studien verknüpfbar werden, ohne Datenschutzvorgaben zu verletzen. Nach Angaben der MII legt DIFUTURE besonderes Gewicht auf Interoperabilität durch eine Kombination kommerzieller Komponenten und Open-Source-Software, um eine langfristig wartbare Infrastruktur zu gewährleisten.
Forschungsschwerpunkte
DIFUTURE setzt laut difuture.de Schwerpunkte in Neurologie und Onkologie. Ein zentraler Use Case ist Multiple Sklerose: Die Plattform ermöglicht es, standortübergreifend zu untersuchen, welche krankheitsmodifizierenden Therapien bei welchen Patientengruppen wirksam sind und welche Biomarker frühzeitig auf Therapieversagen hinweisen. Ein PMC-Artikel aus dem Jahr 2024 (PMID: PMC11166846) beschreibt, wie die Medizininformatik-Initiative eine Gesundheitsforschungsdateninfrastruktur in Deutschland aufbaut, die auch Grundlage des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) werden soll.
Akademischer Aufbau
Im Rahmen des DIFUTURE-Konsortiums wurden nach Angaben der Medizininformatik-Initiative insgesamt 15 Professuren und vier Nachwuchsforschungsgruppen an den Mitgliedsstandorten eingerichtet. Hinzu kommen Bachelor- und Masterstudiengänge mit Schwerpunkt Medizininformatik an mehreren Konsortiumsstandorten. Diese Verbindung aus Forschungsinfrastruktur, klinischer Anwendung und akademischer Ausbildung soll langfristig Fachkräfte für die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens heranbilden.
Bedeutung für die klinische Praxis
Für Kliniken bietet DIFUTURE den Vorteil, dass Routinedaten aus dem Behandlungsalltag – Laborbefunde, Bildgebung, Entlassungsbriefe – automatisiert in standardisierte Forschungsformate überführt werden. Das reduziert den manuellen Aufwand für Studienteilnahmen erheblich. Im Vergleich zu kommerziellen Gesundheitsdatenplattformen operiert DIFUTURE als gemeinnütziges, universitäres Konsortium ohne Gewinnabsicht – ein wesentlicher Unterschied bei Studien mit sensiblen Patientendaten, bei denen Vertrauen in die Datentreuhänderschaft entscheidend ist. Zugleich bildet die DIFUTURE-Infrastruktur nach Angaben der Medizininformatik-Initiative eine technische Grundlage für den im Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS) angestrebten grenzüberschreitenden Austausch klinischer Forschungsdaten zwischen EU-Mitgliedstaaten.
02 · Wer profitiert
Zielgruppe
Die Zielgruppe von DIFUTURE umfasst in erster Linie medizinische Fachkräfte und Forscher, die sich mit der Behandlung und Erforschung von Krankheiten wie Multipler Sklerose, Parkinson, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Lungenerkrankungen und Infektionskontrolle befassen. Darüber hinaus profitieren auch Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen von den datengetriebenen Lösungen und der verbesserten Patientenversorgung, die durch die DIFUTURE-Plattform ermöglicht werden. Patienten, die an den genannten Krankheiten leiden, sind ebenfalls indirekte Nutznießer der personalisierten Therapieansätze.
05 · Was es kostet
Kosten & Preise
Es liegen keine spezifischen Informationen über das Geschäftsmodell oder die Kostenstruktur von DIFUTURE vor. Da es sich um ein Forschungsprojekt im Rahmen der Medizininformatik-Initiative handelt, ist anzunehmen, dass die Finanzierung durch öffentliche Mittel und Forschungszuschüsse erfolgt. Es gibt keine Hinweise auf direkte Kosten für die Nutzung der Plattform durch medizinische Einrichtungen oder Fachkräfte.
FAQ · 04 Fragen
Häufig gefragt zu Difuture
Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.
DIFUTURE (Data Integration for Future Medicine) ist ein Forschungskonsortium aus sieben deutschen Universitätskliniken, das im Rahmen der BMBF-geförderten Medizininformatik-Initiative (MII) klinische Dateninfrastrukturen vernetzt. Ziel ist es, Patientendaten für die medizinische Forschung nutzbar zu machen, ohne Datenschutzanforderungen zu verletzen.
Zum Konsortium gehören Universitätskliniken an sieben Standorten: Augsburg, Homburg (Saarland), München (LMU und TUM), Regensburg, Tübingen und Ulm. An jedem Standort betreibt DIFUTURE ein Datenintegrationszentrum (DIC).
DIFUTURE setzt Schwerpunkte in Neurologie – insbesondere Multiple Sklerose – und Onkologie. Die Plattform ermöglicht standortübergreifende Analysen, etwa dazu, welchen Patienten welche krankheitsmodifizierenden Therapien helfen.
DIFUTURE arbeitet mit dezentralen Datenintegrationszentren: Patientendaten verlassen die jeweilige Klinik nicht direkt, sondern werden lokal harmonisiert und nur in pseudonymisierter oder aggregierter Form für Forschungsvorhaben bereitgestellt – entsprechend DSGVO und deutschem Sozialgesetzbuch.
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