Audatic

Hintergrundlärm ist für Menschen mit Hörminderung eine der größten Alltagsbarrieren – Gespräche in Restaurants, Meetings oder auf Partys werden zur Belastungsprobe. Das Berliner KI-Unternehmen Audatic hat seit seiner Gründung im Januar 2018 daran gearbeitet, dieses Problem mit Deep Neural Networks (DNN) zu lösen: Algorithmen, die Sprache in Echtzeit von Störgeräuschen trennen und so die Sprachverständlichkeit von Hörgeräten deutlich verbessern. Laut AI-Berlin.com erhielt Audatic ein kompetitives Innovationsstipendium der Investitionsbank Berlin (IBB) und des Landes Berlin.

01 · Profil

Über Audatic

Technologie: Echtzeit-KI für Hörgeräte

Kern der Audatic-Technologie ist ein Deep Neural Network, das auf Echtzeit-Signalverarbeitungssystemen läuft. Die Algorithmen klassifizieren eingehende Schallmuster kontinuierlich als Sprache oder Hintergrundgeräusch und passen die Filterung dynamisch an die Hörumgebung an – ohne wahrnehmbare Latenz. Audatic arbeitet als Forschungs- und Entwicklungspartner von Sonova AG, dem weltweit größten Hörgerätehersteller mit den Marken Phonak und Unitron. In dieser Rolle entwickelt das Berliner Team Deep-Learning-Komponenten, die in Sonova-Geräten der nächsten Generation zum Einsatz kommen sollen. Im Vergleich zu KI-Hörgeräte-Startups wie Whisper oder Nuance Hearing verfolgt Audatic keinen Direct-to-Consumer-Ansatz, sondern liefert Technologie als B2B-Zulieferer an Hersteller.

Markt und Relevanz

Rund 430 Millionen Menschen weltweit leiden laut WHO an einer klinisch relevanten Hörminderung. Hörgeräte sind die primäre Therapieoption, liefern aber in lauten Umgebungen oft unzureichende Sprachverständlichkeit. KI-basierte Signalverarbeitung kann laut einer Analyse von Rhein-Neckar-Akustik (2024) die Sprachverständlichkeit selbst in sehr lauten Umgebungen signifikant verbessern. Audatic adressiert diesen Bedarf auf Komponentenebene: Die Algorithmen fließen über Sonova-Marken in kommerzielle Endprodukte ein.

Standort und Team

Audatic hat seinen Sitz in der Friedrichstraße 210 in Berlin-Kreuzberg und zählt nach LinkedIn-Angaben weniger als 20 Mitarbeitende. Das Unternehmen ist Teil des Berliner KI-Ökosystems und war Gegenstand einer Berichterstattung durch das Berliner Projekt-Zukunft-Programm, das Technologie-Startups aus der Hauptstadt dokumentiert.

Regulatorik und Standards

Hörgeräte sind in Deutschland Medizinprodukte nach MDR und unterliegen der CE-Kennzeichnungspflicht. Da Audatic als Software-Komponentenlieferant für Sonova agiert, durchlaufen die Algorithmen die Qualitätsmanagementsysteme des Herstellers nach ISO 13485. Für Endverbraucher ist Audatic nicht direkt buchbar; die Technologie erreicht Nutzerinnen und Nutzer über fertige Sonova-Produkte, die von Hörgeräteakustikern angepasst und dispensiert werden. Wer Phonak-Geräte mit fortschrittlicher Geräuschunterdrückung trägt, profitiert möglicherweise von KI-Schichten, an denen Audatic beteiligt ist.

Ausblick und Marktposition

KI-basierte Hörgeräte-Technologie ist eines der wachstumsstärksten Segmente im Digital-Health-Sektor. Die Partnerschaft mit Sonova verschafft Audatic Zugang zu den Produktionsressourcen und der Vertriebsinfrastruktur des Marktführers. Für Patienten bedeutet das: Technologiefortschritte, die in einem kleinen Berliner Startup entstehen, können über Millionen von Phonak-Geräten weltweit wirken. Im Vergleich zu Forschungseinrichtungen bietet Audatic als Start-up eine agilere Entwicklungsgeschwindigkeit bei gleichzeitiger Einbindung in ISO-13485-konforme Qualitätsprozesse des Herstellers.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe für Audatic sind Menschen mit Hörproblemen oder Hörverlust, die Schwierigkeiten haben, in lauten Umgebungen zu hören. Darüber hinaus könnten auch Personen, die in lärmbelasteten Berufen arbeiten oder leben, von diesem Service profitieren. Es könnte auch für ältere Menschen attraktiv sein, die aufgrund von Altersschwerhörigkeit Schwierigkeiten haben, Gespräche in lauten Umgebungen zu verfolgen.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Audatic

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Audatic entwickelt KI-Algorithmen (Deep Neural Networks) zur Echtzeit-Trennung von Sprache und Hintergrundgeräuschen für Hörgeräte. Das Unternehmen ist Forschungspartner von Sonova AG.

Nein. Audatic ist ein B2B-Technologiezulieferer und bietet keine eigenen Endgeräte für Verbraucher an. Die Technologie fließt über Sonova-Marken wie Phonak in kommerzielle Hörgeräte ein.

Audatic nutzt Deep Neural Networks, die Schallmuster in Echtzeit in Sprache oder Störgeräusche klassifizieren und die Filterung dynamisch an die jeweilige Hörumgebung anpassen.

Audatic wurde im Januar 2018 in Berlin gegründet und erhielt früh ein Innovationsstipendium der Investitionsbank Berlin (IBB) und des Landes Berlin.

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