krebshilfe.de

Krebsnachsorge & Onkologische Rehabilitation: Wie Betroffene nach der Therapie zurück ins Leben finden

March 29, 2026

In Deutschland leben rund 4 Millionen Menschen mit einer Krebsdiagnose. Dank moderner Therapien überleben immer mehr – doch das Leben nach dem Krebs stellt eigene Herausforderungen: körperliche Spätfolgen, psychische Belastung, berufliche Wiedereingliederung und die permanente Angst vor Rückfall. Strukturierte Nachsorge und Rehabilitation sind dabei entscheidend – aber zu wenig bekannt und genutzt. Krebsnachsorge – was ist das? Regelmale ärztliche Kontrolluntersuchungen nach abgeschlossener Tumortherapie. Ziele: Früherkennung von Rezidiv (Rückfall) und Metastasen, Erkennung von Spät- und Nebenwirkungen, Unterstützung bei psychosozialen Problemen. Nachsorge-Intervalle (Beispiele): • Brustkrebs: Alle 3 Monate im 1.–2. Jahr, alle 6 Monate im 3.–5. Jahr, dann jährlich. Mammographie jährlich. Tumormarker (CA 15-3) nur bei begründetem Verdacht. • Darmkrebs: Koloskopie nach 1 und 5 Jahren. CEA alle 3 Monate (2 Jahre). Bildgebung (CT/Sonographie) alle 6 Monate (2 Jahre). • Prostatakarzinom: PSA alle 3 Monate (1.–2. Jahr), dann halbjährlich. Häufige Spätfolgen der Krebstherapie: • Fatigue (Erschöpfung): Betrifft 30–60% der Langzeitröberlebenden. Ursachen: Anämie, Hypothyreose, Depression, Schlafstörungen. Wirksamste Therapie: moderates körperliches Training (paradox, aber evidenzbasiert). • Kognitive Einschränkungen ("Chemo-Hirn"): Konzentrations- und Gedächtnisstlörungen nach Chemotherapie. Meist reversibel, neuropsychologisches Training hilft. • Hormonelle Veränderungen: Induktion Menopause durch Chemotherapie/Bestrahlung, Testosteron-Mangel bei Prostatakarzinom-Therapie. • Lymphlödem: Nach Lymphknoten-Entfernung, z.B. bei Brust- oder Halskrebs. Manuelle Lymphdrainage + Kompression. • Neuropathie: Nach Platin- oder Taxan-haltiger Chemo. Onkologische Rehabilitation: Stationäre Reha (3–4 Wochen) im Anschluss an Akuttherapie. Kostenträger: Deutsche Rentenversicherung (Antrag über Onkologe!). Inhalte: Physiotherapie, Ernährungsberatung, psychoonkologische Begleitung, sozialrechtliche Beratung, berufliche Rehabilitation. Psychoonkologie: 30–40% der Krebspatienten entwickeln behandlungsedefürfütige psychische Störungen (Depression, Angst, PTBS). Psychoonkologen an Krebszentren und in zertifizierten Nachsorgeangeboten (KOSMOS, DKH-Netz). Finde Onkologen, Nachsorgezentren und psychoonkologische Beratung auf bestes.com. Quelle: Deutsche Krebshilfe, Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) S3-Leitlinien, ASCO Survivorship Guidelines 2024, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Quelle lesen →

Verwandte Unternehmen

Unternehmensliste wird hier als Collection List eingefügt