Von Redaktion

Digital Health Week 2.0: Vier Tage Online-Workshops zu Stress und Bewegung

Ab 16. Juni: Digital Health Week 2.0 mit Live-Workshops zu Stress und Bewegung. Parallel bringt der GeDIG-Entwurf die ePA als digitales Gesundheits-Tool voran.

Ab Montag, dem 16. Juni 2026, läuft die Digital Health Week 2.0 – vier Tage mit kostenlosen Online-Impulsen zu Stressmanagement, Bewegung und Gesundheitskompetenz. Organisiert wird die Initiative vom Gesundheitsnetzwerk Adlershof, das damit bereits zum zweiten Mal ein digitales Gesundheitsprogramm speziell für Beschäftigte in Unternehmen auf die Beine stellt. Gleichzeitig nimmt die politische Debatte um das Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) an Fahrt auf – ein Entwurf, der die elektronische Patientenakte zur zentralen Anlaufstelle im deutschen Gesundheitssystem ausbauen soll.

Was steckt hinter der Digital Health Week 2.0?

Die Idee ist einfach: Wer im Berufsalltag nicht zu Yoga oder Entspannungskursen kommt, soll sich die Angebote direkt auf den Bildschirm holen. Das Gesundheitsnetzwerk Adlershof bietet dafür kompakte, live moderierte Einheiten an – auf Deutsch und auf Englisch. Teilnehmende können sich aus dem Programm bis zu fünf sogenannte Impulse heraussuchen und einzeln buchen. Anmeldung ist noch bis 48 Stunden vor dem jeweiligen Termin möglich. Die Digital Health Week 2.0 findet vom 16. bis 19. Juni 2026 statt und richtet sich an alle Beschäftigten – unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße. [1]

Inhaltlich dreht sich die Woche um drei Schwerpunkte: Stressmanagement (Atemübungen, Resilienz, mentale Erholung), Bewegung im Alltag (Mikropausen, Dehnübungen für den Büroarbeitsplatz) sowie Gesundheitskompetenz – also das Wissen darüber, welche digitalen Werkzeuge heute für die eigene Gesundheitsvorsorge zur Verfügung stehen. Alle Formate sind live und interaktiv gestaltet, sodass Teilnehmende direkt Fragen stellen können – kein voraufgezeichnetes Video. [2]

Warum betriebliche Gesundheitsförderung gerade jetzt relevant ist

Psychische Erkrankungen sind seit Jahren einer der häufigsten Gründe für Krankschreibungen in Deutschland. Laut DAK-Gesundheitsreport 2025 entfielen rund 17 Prozent aller Fehltage auf psychische Diagnosen – Tendenz steigend. Stress am Arbeitsplatz gilt dabei als einer der wichtigsten Risikofaktoren. Gleichzeitig zeigen Studien, dass regelmäßige Kurzbewegungen im Büroalltag Rückenbeschwerden und Erschöpfung deutlich reduzieren können.

Für Unternehmen ist die Digital Health Week deshalb auch ein wirtschaftliches Argument: Beschäftigte, die Stressbewältigungstechniken kennen und regelmäßig in Bewegung bleiben, fehlen seltener. Das Gesundheitsnetzwerk Adlershof adressiert diesen Bedarf mit einem niedrigschwelligen Format – keine Anreise, keine festen Kurszeiten, keine Teilnahmegebühr. Die Woche ist die zweite Ausgabe des Formats: Bereits im März 2026 hatte das Netzwerk eine "Digital Health Week plus" mit dem Schwerpunkt Frauengesundheit veranstaltet. [3]

GeDIG: Die ePA soll zur Gesundheits-App für alle werden

Parallel zur Digital Health Week steht ein Gesetzentwurf im Raum, der die Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems strukturell verändern soll. Das Bundesministerium für Gesundheit veröffentlichte am 5. Mai 2026 den Referentenentwurf des GeDIG – dem Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen. Am 18. Mai fand die Verbändeanhörung statt; die parlamentarischen Beratungen laufen. [4]

Kern des Entwurfs: Die elektronische Patientenakte, die seit Januar 2025 automatisch für alle gesetzlich Versicherten angelegt wird, soll nicht mehr nur Befunde und Arztbriefe speichern. Sie soll zum digitalen Einstiegspunkt ins Gesundheitssystem werden. Konkret sieht der Entwurf vor, dass Versicherte über die ePA-App künftig auch digitale Terminbuchungen bei Fachärzten vornehmen, standardisierte Ersteinschätzungen erhalten und – ab September 2029 – elektronische Überweisungen direkt empfangen können. [4]

Bis spätestens 1. Juli 2026 muss die gematik dem Bundesgesundheitsministerium ein Implementierungskonzept vorlegen, wie die ePA zu einem persönlichen Gesundheitsdatenraum weiterentwickelt wird. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bezeichnete die ePA bei der DMEA 2026 als "Alltags-App", die nicht nur chronisch Kranken oder Technikaffinen zugutekommen soll. Das GeDIG baut auf dem DigiG auf, das im März 2024 in Kraft trat und die Grundlage für die automatische ePA-Einrichtung legte. [5]

Was das für Beschäftigte und Patienten bedeutet

Die Digital Health Week 2.0 und das GeDIG verfolgen zwei unterschiedliche Ansätze mit einem gemeinsamen Ziel: Gesundheit soll alltagstauglicher werden. Die eine Seite setzt auf sofortige Impulse – kurze Live-Workshops, die Beschäftigte im Homeoffice oder Büro direkt einsetzen können. Die andere Seite verändert die Infrastruktur: Wer heute seine ePA aktiviert, legt die Basis dafür, in wenigen Jahren alle Gesundheitsleistungen über eine einzige App zu koordinieren.

Für die Anmeldung zur Digital Health Week 2.0 ist keine Mitgliedschaft im Gesundheitsnetzwerk Adlershof erforderlich. Das Programm steht allen Beschäftigten offen und ist kostenlos. Wer seine ePA noch nicht aktiviert hat, kann das über die App der eigenen Krankenkasse nachholen – die Einrichtung dauert in der Regel wenige Minuten.

Häufige Fragen

Wer kann an der Digital Health Week 2.0 teilnehmen?

Das Angebot richtet sich an alle Beschäftigten, unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße. Die Workshops sind kostenlos, digital und live. Eine Anmeldung ist bis 48 Stunden vor dem jeweiligen Termin möglich. Geboten werden bis zu fünf wählbare Impuls-Einheiten zu Stress, Bewegung und Gesundheitskompetenz. [1]

Was ändert sich durch das GeDIG für Kassenpatienten?

Das GeDIG soll die ePA zu mehr als einem digitalen Dokumentenordner machen. Geplant sind digitale Terminbuchungen, eine standardisierte Ersteinschätzung und – ab 2029 – der digitale Überweisungsschein direkt in der App. Der Referentenentwurf muss noch den Bundestag passieren; konkrete Änderungen sind gestaffelt bis 2029 geplant. [4]

Was ist der Unterschied zwischen GeDIG und DigiG?

Das DigiG trat im März 2024 in Kraft und legte die Grundlagen für die automatische ePA-Einrichtung und die verpflichtende Nutzung des E-Rezepts. Das GeDIG baut darauf auf: Es soll die ePA zum zentralen Steuerungsinstrument im Gesundheitssystem ausbauen, Gesundheitsdaten stärker für Forschung nutzbar machen und die gematik mit mehr Durchsetzungsbefugnissen ausstatten. [4]

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