Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) sind vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geprüfte Gesundheits-Apps, die Ärzte auf Rezept verschreiben können. Seit September 2020 durch das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) reguliert, sind DiGAs ein fester Bestandteil der gesetzlichen Krankenversicherung. Aktuell befinden sich rund 59 Anwendungen im BfArM-Verzeichnis – von digitaler Psychotherapie über Diabetes-Management bis hin zu Tinnitus-Therapie. Die GKV hat seit Start kumuliert rund 401 Millionen Euro für DiGA-Verordnungen aufgewendet, 2025 allein 171 Millionen Euro bei über 695.000 Freischaltcodes.

elona therapy Depression

elona therapy Depression ist eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) der Elona Health GmbH zur Behandlung leichter bis mittelgradiger Depression. Die App bietet ein strukturiertes, evidenzbasiertes Therapieprogramm auf Basis kognitiver Verhaltenstherapie (KVT). elona therapy ist als vertiefendes Therapiemodul konzipiert und kann ergänzend zu elona explore genutzt werden. Indikation und Zulassung elona therapy Depression ist vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als DiGA zugelassen und im DiGA-Verzeichnis gelistet. Die Anwendung richtet sich an Erwachsene mit einer ärztlich oder psychotherapeutisch festgestellten leichten bis mittelgradigen depressiven Episode. Therapeutischer Ansatz Das Programm basiert auf kognitiver Verhaltenstherapie (KVT), die als Goldstandard in der Behandlung von Depressionen gilt. Die Inhalte umfassen Module zu dysfunktionalen Gedankenmustern, Verhaltensaktivierung, Stimmungsmonitoring und Selbstfürsorge. Als therapeutisch tiefergehende Ergänzung zu elona explore adressiert elona therapy spezifische kognitive und behaviorale Muster der depressiven Erkrankung. Kosten und Zugang Als GKV-erstattungsfähige DiGA entstehen für gesetzlich Versicherte keine Eigenkosten. Die App kann auf Rezept verschrieben oder direkt bei der Krankenkasse beantragt werden. Laut Anbieter ist kein langer Therapieplatz-Warteweg erforderlich. Unternehmen Elona Health GmbH ist ein deutsches Digital-Health-Unternehmen, das sich auf KVT-basierte digitale Therapieanwendungen für psychische Erkrankungen spezialisiert hat. Das Unternehmen hat sowohl elona explore als auch elona therapy Depression im BfArM-Verzeichnis gelistet.

Orthopy

Orthopy Health GmbH ist ein 2020 in Hamburg gegründetes Healthtech-Unternehmen, das eine digitale Therapiebegleitung für orthopädische Verletzungen entwickelt hat. Die Orthopy-App richtet sich speziell an Patientinnen und Patienten mit Knieverletzungen – insbesondere Kreuzbandriss und Meniskusschäden – und unterstützt sie durch videobasierte Übungen, Edukationsinhalte sowie Fortschrittstracking vor, während und nach der orthopädischen Behandlung. Im September 2023 erteilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) der App die Zulassung als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA). Damit ist Orthopy als „App auf Rezept“ gesetzlich anerkannt und wird von der gesetzlichen Krankenversicherung kostenfrei übernommen. Das Produkt ist als Klasse-I-Medizinprodukt nach EU-MDR CE-zertifiziert und nach ISO 27001 zertifiziert. Laut Unternehmensangaben unterstützt Orthopy jährlich mehr als 5.000 Patienten mit einem Team von über 20 Mitarbeitenden. Die App ist für iOS und Android verfügbar. Neben dem Kniemodul befindet sich ein zusätzliches Schultermodul in klinischer Prüfung. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Hamburg (Röntgenstraße 24, 22335 Hamburg).

Vera-App

Vera-App ist eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) der Vera Health GmbH zur Unterstützung von Frauen in den Wechseljahren. Die App bietet evidenzbasierte Informationen, Symptom-Tracking und verhaltenstherapeutische Module zu menopausalen Beschwerden. Vera-App ist BfArM-zugelassen und GKV-erstattungsfähig.

somnovia

somnovia ist eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) der somnovia GmbH zur Behandlung von chronischer Insomnie. Die App bietet ein vollständiges digitales CBT-I-Programm (kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie), das international als Erstlinientherapie gilt. somnovia ist BfArM-zugelassen und GKV-erstattungsfähig.

Smoke Free

Smoke Free ist eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) der Smoke Free Apps Ltd zur Rauchentwöhnung bei Tabakabhängigkeit. Die App kombiniert Verhaltenstherapie, Motivations-Tracking und Craving-Management. Smoke Free ist BfArM-zugelassen und GKV-erstattungsfähig.

PINK! Coach

PINK! Coach ist eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) der PINK! Brustkrebs Initiative zur Unterstützung von Brustkrebs-Patientinnen. Die App begleitet Betroffene durch alle Phasen der Erkrankung mit evidenzbasierten Inhalten, Stimmungstracking und psychoonkologischer Unterstützung. PINK! Coach ist BfArM-zugelassen und GKV-erstattungsfähig.

Über die Kategorie

Digitale Gesundheitsanwendungen – kurz DiGA – sind vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geprüfte Gesundheits-Apps, die Ärztinnen und Ärzte auf Rezept verschreiben können. Seit September 2020 gibt es mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) einen klaren gesetzlichen Rahmen: Wer gesetzlich versichert ist, kann eine DiGA-Verordnung erhalten und die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Das Verfahren ist das weltweit erste seiner Art: Hersteller reichen ihre App beim BfArM ein, das binnen 12 Wochen prüft, ob Sicherheit, Funktionstauglichkeit, Datenschutz und Interoperabilität erfüllt sind. Kann ein unmittelbarer positiver Versorgungseffekt noch nicht endgültig nachgewiesen werden, erhalten Apps zunächst für 12 Monate Erprobungsstatus – Zeit für klinische Studien. Danach entscheidet der Nutzennachweis über das Dauerlisting.

Das Gesundheitsportal Bestes listet DiGAs aus dem offiziellen BfArM-Verzeichnis und macht sie für Patientinnen und Patienten zugänglich und vergleichbar. Unter den bekanntesten Anwendungen befinden sich Deprexis für Depression, Kalmeda für Tinnitus, Somnio für Schlafstörungen und ViViRA für Rückenschmerzen.

Aktuell sind rund 59 DiGAs im Verzeichnis gelistet (Stand April 2026), davon 50 mit dauerhafter Zulassung und 9 in der Erprobungsphase. Psychische Erkrankungen dominieren mit 31 Anwendungen (~53 %) das Verzeichnis – ein Spiegelbild der hohen Prävalenz und des gleichzeitigen Versorgungsdefizits in der ambulanten Psychotherapie.

Für Versicherte ist der Zugang klar geregelt: Arzt oder Psychotherapeut stellt einen Freischaltcode aus, die Patientin lädt die App herunter und aktiviert sie. Alternativ können bei einigen Kassen DiGAs direkt beantragt werden. Die Verordnung gilt standardmäßig für 90 Tage, Verlängerungen sind möglich.

Zur Einordnung des DiGA-Markts empfehlen wir unsere Analysen: 59 Apps, 401 Millionen Euro – der DiGA-Markt in Zahlen und Gesundheits-Apps auf Rezept: Wer wirklich profitiert – die Bilanz.

Marktgröße und Entwicklung
Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)

DiGAs sind der erste staatlich geregelte Markt für Gesundheits-Apps weltweit. Seit dem Start im September 2020 hat die GKV kumuliert rund 401 Millionen Euro für DiGA-Freischaltcodes aufgewendet (GKV-Spitzenverband, 2025). Allein 2025 betrugen die Ausgaben 171 Millionen Euro – ein Wachstum von 61 % gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Freischaltcodes stieg 2025 auf 695.000 (+63 % vs. 2024).

Trotz starkem Wachstum steht das DiGA-System unter Druck: Der GKV-Spitzenverband kritisiert systematisch überhöhte Erstjahrespreise – der durchschnittliche Herstellerpreis im ersten Jahr beträgt rund 544 Euro pro 3-Monats-Verordnung, nach Verhandlung sinkt der Vergütungsbetrag auf durchschnittlich 221–227 Euro. Die Diskrepanz (Faktor 2,4×) sorgt für politische Debatte.

Der Markt konsolidiert sich: Von 72 jemals gelisteten DiGAs wurden ~15–16 wieder gestrichen, darunter Cara Care, Mika und Kontina (alle insolvent) sowie MindDoc (freiwillige Streichung 2025). Rund 70 % der Erprobungs-DiGAs schaffen den Übergang ins Dauerlisting. Die Reform 2026 (AbEM – Anforderung an Erfolgsmessung) koppelt 20 % des Vergütungsbetrags an klinisch messbare Ergebnisse – ein Novum in der Erstattungslogik.

Worauf du bei der Auswahl achten solltest

Bei der Wahl einer DiGA sind drei Dimensionen entscheidend. Erstens die Indikation: DiGAs sind auf spezifische Diagnosen ausgerichtet. Eine App für Angststörungen ist nicht zwingend für generalisierte Angst geeignet – die ICD-Codes in der BfArM-Zulassung geben Aufschluss, für welche Diagnosen eine Verordnung zulässig ist.

Zweitens der Zulassungsstatus: Dauerhaft gelistete DiGAs haben einen klinischen Nutzennachweis erbracht. Erprobungs-DiGAs sind zugelassen, der Nachweis steht noch aus. Für Patientinnen und Patienten ist der Unterschied praktisch gering – beide sind erstattungsfähig –, aber er gibt Hinweise auf die Evidenzlage.

Drittens die Nutzbarkeit: DiGAs sind keine passiven Tools. Sie erfordern aktive Mitarbeit, regelmäßige Nutzung über 90 Tage und oft strukturierte Übungen. Studien zeigen, dass die Wirksamkeit stark mit der Adherence korreliert. Vor der Verordnung lohnt ein ehrlicher Blick auf die eigene Bereitschaft zur konsequenten Nutzung sowie auf technische Voraussetzungen (Betriebssystem, Datenschutzanforderungen).

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