Yeda

Rund die Hälfte aller Frauen ist im Laufe ihres Lebens von Beckenbodenschwäche betroffen – häufig nach der Geburt oder in der Menopause, mit Folgen wie Blasenschwäche, Schmerzen oder Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten. Das Berliner FemTech-Startup Yeda (früher: Yonicore) hat dafür eine Kombination aus einem vaginalen Stützgerät und einer Trainings-App entwickelt, die sowohl sofortige Entlastung als auch langfristige Stärkung der Beckenbodenmuskulatur bieten soll.

01 · Profil

Über Yeda

Wie funktioniert das Gerät

Das Yeda-Gerät besteht aus biokompatiblem Silikon und wird vaginal eingeführt, wo es sich mithilfe einer Aufblasmechanik individuell an die Anatomie der Nutzerin anpassen lässt. Laut Unternehmenswebsite goyeda.de (abgerufen Mai 2026) positioniert sich das Gerät oberhalb der Beckenbodenmuskulatur und stützt Urethra, Blase, Vagina und Uterus. Die stufenlos einstellbare Inflation macht Einheitsgrößen überflüssig. Das Gerät ist für den regelmäßigen Gebrauch im Alltag gedacht und soll Blasenlecks sowie Schmerzen beim Sport oder bei körperlicher Belastung reduzieren. Berlin.de berichtete im Rahmen seiner DeepTech-Star-Check-Up-Reihe über das Projekt (abgerufen Mai 2026).

App-gestütztes Langzeittraining

Ergänzend zum Gerät bietet Yeda ein strukturiertes Beckenbodentrainingsprogramm über eine App an. Laut Angaben des Unternehmens sind Gerät und App als Tandemlösung für optimale Ergebnisse ausgelegt; die App kann aber auch eigenständig eingesetzt werden. Dieser Ansatz – Sofortlösung plus Training – unterscheidet Yeda nach eigener Aussage von anderen Teillösungen am Markt, die entweder nur passive Pessare oder nur Kegel-Übungs-Apps anbieten. Das Startup wurde von Anna Maria Ullmann und Yair Kira gegründet und in der FemTech-Fachpresse von Women of Wearables (2024) als bemerkenswerte Innovation vorgestellt.

Regulatorische Einordnung und Marktphase

Eine publizierte CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt war zum Redaktionszeitpunkt nicht öffentlich bestätigt. Yeda startete mit einer Kickstarter-Kampagne und befindet sich noch in einer frühen Marktphase. Crunchbase führt das Unternehmen unter dem vorherigen Namen Yonicore (abgerufen Mai 2026). Für Nutzerinnen mit starken medizinischen Beschwerden – etwa bei Gebärmuttervorfall (Prolaps) – empfiehlt sich nach wie vor eine gynäkologische Beratung.

Im Vergleich zu Alternativen

Klassische Pessare aus der Gynäkologie sind passiv und erfordern ärztliche Anpassung. Biofeedback-Trainer wie Perifit oder Elvie messen Muskelaktivität, bieten aber keine mechanische Stütze. Yeda kombiniert beide Ansätze und besetzt damit eine Nische zwischen Medizinprodukt und Consumer-FemTech – mit entsprechend eigenem regulatorischen Profil.

Insgesamt gehört Yeda zu den wenigen Berliner Startups, die eine rein mechanische FemTech-Lösung entwickeln statt einer digitalen Plattform. Der Beckenboden ist medizinisch gut erforscht: Studien belegen laut Gynäkologie-Fachgesellschaften, dass Beckenbodentraining bei leichter bis mittlerer Belastungsinkontinenz wirksam ist. Yeda versucht, diesen Befund in ein Consumer-Produkt zu übersetzen, das ohne ärztliche Überweisung zugänglich ist. Die Kombination aus sofortiger mechanischer Stütze und Langzeittraining ist im Consumer-Bereich bislang wenig verbreitet und stellt einen konzeptionellen Unterschied zu rein medikamentösen oder rein chirurgischen Therapieoptionen dar.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von Yeda sind Frauen, die nach der Geburt oder in den Wechseljahren an einem schwachen Beckenboden leiden. Auch Frauen, die zwischen Geburten oder vor einer geplanten POP-Operation stehen, können von dem Produkt profitieren.

FAQ · 05 Fragen

Häufig gefragt zu Yeda

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Frauen mit Beckenbodenschwäche, häufig nach Schwangerschaft/Geburt oder in der Menopause, mit Blasenlecks, Schmerzen oder Alltagseinschränkungen.

Das biokompatible Silikon-Gerät wird vaginal eingeführt und per Aufblasmechanik auf die individuelle Anatomie angepasst. Die Begleit-App erklärt die Anwendung Schritt für Schritt.

Das Gerät war zum Redaktionszeitpunkt als Consumer-Produkt ohne Rezept erhältlich. Eine gynäkologische Rücksprache wird bei stärkeren Beschwerden empfohlen.

Eine CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt war zum Zeitpunkt der Redaktion nicht öffentlich bestätigt. Bitte beim Hersteller nachfragen.

Yeda vertreibt über goyeda.de. Ein Kickstarter-Launch richtete sich an Frühnutzerinnen.

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