Steptics

Hochleistungs-Prothesenfüße aus Karbonfaser sind bislang teuer und zeitaufwendig in der Herstellung, weil die meisten Prozesse manuell erfolgen. Das Münchner Startup Steptics will dieses Problem mit einem patentierten automatisierten Fertigungsverfahren lösen, das Karbon-Verbundwerkstoffe präziser und günstiger verarbeitet als traditionelle Laminierungsprozesse.

01 · Profil

Über Steptics

Wie funktioniert's

Steptics nutzt einen automatisierten Legeprozess für Kohlenstofffaserverbundmaterial, der die manuelle Laminierarbeit klassischer Prothesenherstellung ersetzt. Laut gesundheitsprofi.de setzt das Unternehmen auf diesen Prozess, um Prothesenfüße in höherer Stückzahl und zu niedrigeren Kosten zu produzieren – ohne Kompromisse bei Leistungsparametern wie Energierückgabe, Gewicht und Haltbarkeit. Das Qualitätsmanagementsystem entspricht ISO 13485. Steptics stellte seine Produkte laut OTWorld im Jahr 2025 auf der OTWorld Leipzig aus, der größten internationalen Fachmesse für Orthopädie-Technik.

Wer steckt dahinter

Das Unternehmen wurde von Daniel Kun und Marc-Antonio Padilla gegründet und ist im Münchner Innovationsökosystem verankert, wie Munich Startup dokumentiert. Steptics forscht laut Unternehmenswebsite an der Substitution fossiler Karbonfasern durch biobasierte Naturfasern, um den CO2-Fußabdruck der Prothesenherstellung zu senken. 2025 erhielt das Unternehmen eine Einladung zur Woche der Umwelt des Bundesumweltamtes – einem bundesweiten Forum für Klimaschutz-Innovationen.

Für wen ist es gedacht

Die Produkte richten sich an Orthopädietechnik-Betriebe und Sanitätshäuser für Patientinnen und Patienten nach Unterschenkel- oder Knie-Amputation. Endkunden erhalten die Produkte über das verordnende Fachpersonal und die GKV-Erstattungsstrukturen für Hilfsmittel (SGB V §33).

Stärken und Schwächen

Der Ansatz, Karbonfaser-Prothesen durch Automatisierung günstiger zu machen, adressiert ein globales Versorgungsproblem: Laut WHO erhalten weltweit nur ein Bruchteil der Menschen, die eine Prothese benötigen, tatsächlich Zugang dazu – meist aus Kostengründen. Steptics ist noch ein junges Unternehmen mit begrenzter Marktpräsenz; etablierte Wettbewerber wie Össur oder Ottobock verfügen über deutlich größere Vertriebsnetzwerke. Der Markt für prothetische Versorgung wird in Deutschland laut GKV-Spitzenverband zu einem bedeutenden Teil öffentlich finanziert, was Hersteller mit Hilfsmittelverzeichnis-Eintrag begünstigt. Die Nachhaltigkeitsorientierung kann ein Differenzierungsmerkmal in einem ESG-bewussten Beschaffungsmarkt sein. Für Patientinnen und Patienten in Ländern mit niedrigem Einkommen könnte ein günstigeres Fertigungsverfahren langfristig Zugang zu modernen Prothesen schaffen.

Der Marktzugang für prothetische Versorgungsprodukte ist in Deutschland eng reguliert: Für GKV-Erstattung benötigen Produkte einen Eintrag im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes (§ 139 SGB V). Steptics navigiert diesen Prozess parallel zur Produktentwicklung. Langfristig könnte ein günstigeres Herstellungsverfahren auch in ressourcenarmen Ländern Wirkung entfalten: Die WHO schätzt, dass über 30 Millionen Menschen weltweit prothetische oder orthopädische Versorgung benötigen, jedoch keinen Zugang dazu haben – die Hauptbarriere sind die Kosten. Ein automatisiertes Fertigungsverfahren, das hochwertige Karbonfaserprodukte günstiger macht, kann strukturell zur globalen Versorgungslücke beitragen – insbesondere wenn es mit Hilfsmittelvertriebsnetzwerken in Wachstumsmärkten kombiniert wird.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von Steptics umfasst Menschen mit Amputationen weltweit, die auf der Suche nach erschwinglichen und qualitativ hochwertigen Prothesenfüßen sind. Darüber hinaus richtet sich das Unternehmen an Gesundheitseinrichtungen und Organisationen, die Prothesenversorgung anbieten, sowie an Versicherungen, die Prothesen finanzieren. Auch Sportler mit Amputationen könnten von den High-Tech Sportprothesen profitieren.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Steptics bietet seine Prothesenfüße zu bezahlbaren Preisen an, indem es hochautomatisierte Fertigungstechnologien einsetzt, die die Produktionskosten senken. Die Preisstruktur ist darauf ausgelegt, qualitativ hochwertige Prothesen für eine breite Zielgruppe zugänglich zu machen. Genaue Preisangaben sind auf der Webseite nicht verfügbar, aber das Unternehmen hebt die Erschwinglichkeit seiner Produkte hervor.

FAQ · 05 Fragen

Häufig gefragt zu Steptics

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Steptics setzt auf einen patentierten automatisierten Fertigungsprozess für Karbonfaserverbundwerkstoffe, der Kosten und Herstellungszeit reduziert. Zusätzlich wird an biobasierten Ersatzmaterialien geforscht.

Ja, das Qualitätsmanagementsystem von Steptics entspricht dem ISO 13485-Standard für Medizintechnikhersteller.

Orthopädische Hilfsmittel wie Prothesenfüsse sind GKV-erstattungsfähig (SGB V §33) bei entsprechender Verordnung. Ob Steptics-Produkte auf der Hilfsmittelliste stehen, sollte beim Orthopädietechniker geprüft werden.

Steptics vertreibt über Orthopädietechnik-Betriebe an Menschen mit Unterschenkel- oder Knie-Amputation. Direktvertrieb an Endkunden ist nicht vorgesehen.

Steptics forscht an der Ablösung fossiler Karbonfasern durch biobasierte Naturfasern. Das Unternehmen war 2025 auf der Woche der Umwelt des Bundesumweltamtes vertreten.

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