Smarterials

Perioperative Infektionen durch unbemerkte Handschuhperforationen zählen zu den unterschätzten Risiken im Operationsalltag. In klinischen Studien liegt die Perforationsrate chirurgischer Handschuhe je nach Eingriff zwischen 15 und 40 Prozent – häufig ohne dass das Operationsteam davon erfährt. Das Berliner Medizintechnik-Startup Smarterials Technology hat dafür eine materialwissenschaftliche Lösung entwickelt: ein chirurgischer Einmalhandschuh, der gleichzeitig Doppelbarriere und aktives Leckagewarnsystem ist.

01 · Profil

Über Smarterials

Zwei-in-Eins-Chirurgiehandschuh mit Indikatorsystem

Zwischen äußerer und innerer Handschuhlage befindet sich bei Smarterials Technology ein Farbstoffsystem. Perforiert die äußere Schicht, reagiert der Indikator sichtbar – der Chirurg erkennt sofort eine Schutzverletzung, bevor Kontamination die innere Lage erreicht. Herkömmliches Doppelhandschuhing mit zwei separaten Handschuhen soll so durch ein einziges Produkt ersetzt werden. Laut High-Tech Gründerfonds (HTGF), der das Unternehmen in einer Seed-Finanzierungsrunde 2021 co-finanziert hat, bietet das Produkt verbesserten Schutz bei reduzierter logistischer Komplexität. Das Unternehmen wurde 2016 in Berlin gegründet und ist im Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof ansässig, einem der größten Technologiestandorte Berlins.

Förderung und Entwicklungsstand

Die Technologie wurde durch das EU-Forschungsprogramm Horizon 2020 SME Instrument Phase II mit 1,85 Millionen Euro Förderung ausgezeichnet – ein Validierungsschritt, der die wissenschaftliche Tragfähigkeit des Ansatzes unterstreicht. Laut Crunchbase hat Smarterials Technology bislang rund 1,2 Millionen US-Dollar Startkapital aufgenommen; zu den Investoren zählen HTGF, Think.Health Ventures und Humboldt Innovation. Das Startup befindet sich in der Kommerzialisierungsphase und richtet sich primär an Operationszentren, Kliniken und Zulieferer im chirurgischen Bereich der DACH-Region.

Marktkontext und Alternativen

Doppelhandschuhing ist seit den 1990er-Jahren etablierter Infektionsschutz-Standard im OP, um Stichverletzungen und Blutübertragungen zu minimieren. Marktführer wie Ansell (GAMMEX), Sempermed und Mölnlycke bieten separate Innenhandschuhe mit passivem Farbindikator. Der wesentliche Unterschied zu Smarterials: Klassische Systeme zeigen Perforation nicht aktiv an, sondern nutzen den Kontrast zweier vorgelegter Handschuhe. Smarterials integriert den Detektionsmechanismus in ein einziges Produkt. Als noch kleines Startup ist die Marktdurchdringung entsprechend begrenzt; veröffentlichte Outcome-Studien im klinischen Vergleich zu etablierten Systemen lagen zum Redaktionszeitpunkt nicht vor. Für Kliniken, die Doppelhandschuhing vereinfachen wollen, ist das Konzept dennoch ein interessanter Ansatz – vorausgesetzt, die klinische Validierung wird weiter vorangetrieben. Direktanfragen beim Hersteller empfehlen sich für aktuelle Verfügbarkeits- und Studieninformationen.

Technologischer Ansatz und Zukunftspotenzial

Die Integration von Indikatorsystemen in medizinische Schutzkleidung ist ein wachsendes Forschungsfeld. Aus industrieller Sicht erlaubt die Einzel-Handschuh-Lösung eine Vereinfachung der Logistik und des Anlegevorgangs, was gerade in stressigen OP-Situationen relevant ist. Für niedergelassene Chirurgen, ambulante OPs und Kliniken, die Doppelhandschuhing standardmäßig einsetzen, könnte Smarterials eine Alternative werden – sofern eine ausreichende klinische Datenlage aufgebaut wird. Die Beteiligung von Humboldt Innovation an der Finanzierung deutet auf eine Nähe zu Berliner Forschungseinrichtungen hin, was die Weiterentwicklung der Materialwissenschaft unterstützen dürfte.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Chirurgische Operationsteams, Kliniken und OP-Zentren im B2B-Bereich.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Smarterials

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Zwischen äußerer und innerer Handschuhlage befindet sich ein Farbstoffsystem. Wird die äußere Lage perforiert und dringt Feuchtigkeit ein, verfärbt sich der Indikator sichtbar – das Operationsteam erkennt sofort die Schutzverletzung.

Smarterials richtet sich an Operationsteams in Krankenhäusern und ambulanten OP-Zentren. Es handelt sich um ein B2B-Medizinprodukt, das nicht für Endverbraucher erhältlich ist.

Das Unternehmen wurde durch das EU-Programm Horizon 2020 Phase II mit 1,85 Millionen Euro gefördert und erhielt Investitionen durch HTGF und Think.Health Ventures. Gesamtkapital laut Crunchbase rund 1,2 Millionen US-Dollar.

Smarterials befindet sich in der Kommerzialisierungsphase. Konkrete Angaben zu aktuellen Klinikpartnerschaften sind nicht öffentlich einsehbar; direkte Anfrage beim Hersteller empfohlen.

Diese App ist gelistet in

Kategorien

Entdecke weitere Services und Angebote in diesen Bereichen.

Du bist Mitarbeiter:in oder Geschäftsführung dieses Unternehmens und hast einen Änderungswunsch? hallo@bestes.com

Die Bestes-App

Gesundheit, die kostenlos in deiner Tasche ist.

Quiz, Vorsorge, KI-Coach und mehr — für dich und deine Familie. Jetzt im App Store und bei Google Play.