Siilo

Kommunikationsprobleme im Krankenhaus gelten laut der US-amerikanischen Joint Commission als Mitursache von rund 70 Prozent aller schwerwiegenden Patientenschaeden. In deutschen Kliniken verschaerfen Schichtdienste, wechselnde interdisziplinaere Teams und der unkontrollierte Einsatz privater Messenger-Apps, die datenschutzrechtlich problematisch sind, das Problem zusaetzlich. Fotos von Patientenwunden oder Roentgenaufnahmen landen so in regulaeren Messenger-Diensten ohne Ende-zu-Ende-Verschluesselung und ohne DSGVO-Konformitaet. Siilo, urspruenglich ein niederlaendisches Health-Tech-Startup und heute Teil der Doctolib-Gruppe, adressiert diese Luecke mit einer sicheren, DSGVO-konformen Messaging-Plattform speziell fuer Gesundheitsfachkraefte in Europa.

01 · Profil

Über Siilo

Wie Siilo funktioniert

In der Bedienung aehnelt Siilo bekannten Messenger-Diensten, ist jedoch speziell fuer den klinischen Einsatz entwickelt: Alle Nachrichten, Bilder und Dokumente werden Ende-zu-Ende-verschluesselt uebertragen. Medizinische Fotos, etwa von Wundverlaeuten, Hautbefunden oder Roentgenaufnahmen, lassen sich direkt im Chat teilen, ohne Daten unkontrolliert auf privaten Geraeten zu speichern. Nachrichten verschwinden nach 60 Sekunden automatisch aus dem Benachrichtigungsfenster, sodass keine vertraulichen Patientendaten auf dem Sperrbildschirm sichtbar bleiben. Krankenhaeuser und Praxen koennen mit Siilo eigene geschlossene Netzwerke aufbauen und Kolleginnen und Kollegen in verifizierten Gruppen nach Abteilung, Schicht oder Fachrichtung organisieren. Laut Unternehmensangaben wurde Siilo von der niederlaendischen Datenschutzbehoerde (Autoriteit Persoonsgegevens) als datenschutzkonform bewertet. Nach eigenen Angaben nutzen mehr als 1,2 Millionen Gesundheitsfachkraefte in Europa die Plattform, unter anderem in den Niederlanden, Frankreich, Grossbritannien, Belgien und Deutschland. Besonders in der radiologischen Telekonsultation und bei der Koordination zwischen Praxis und Klinik hat sich Siilo als Alternative zu unsicheren Kommunikationswegen etabliert.

Integration in das Doctolib-Oekosystem

Doctolib, nach eigenen Angaben Europas fuehrendes Gesundheitsportal mit ueber 80 Millionen Patientenkonten (Stand 2025), hat Siilo uebernommen, um seine Infrastruktur fuer klinische Zusammenarbeit auszubauen. Fuer Nutzerinnen und Nutzer bedeutet dies perspektivisch eine Verknuepfung von Terminplanung, Patientenmanagement und sicherer Teamkommunikation in einem System. Siilo ist laut aktuellen Unternehmensangaben fuer Einzelnutzer weiterhin kostenlos verfuegbar; fuer Kliniken und groessere Gesundheitsorganisationen bestehen erweiterte Lizenzmodelle. Die Uebernahme durch Doctolib ist Teil einer breiteren europaeischen Konsolidierung im Digital-Health-Sektor.

Fuer wen ist es gedacht

Primaere Nutzerinnen und Nutzer sind Aerztinnen, Aerzte, Pflegekraefte und andere klinische Fachkraefte, die im Arbeitsalltag sicher und schnell mit Kolleginnen und Kollegen kommunizieren muessen. Besonders relevant ist Siilo fuer interdisziplinaere Teams in Notaufnahmen, Operationssaelen, radiologischen Abteilungen und Facharztpraxen, in denen zeitkritische Bilduebertragungenund Rueckfragen regelmaessig anfallen. Patienten nutzen Siilo nicht direkt; mittelbar profitieren sie von schnellerer und sichererer Koordination zwischen den an ihrer Behandlung beteiligten Fachkraeften.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Ärzte, Pflegepersonal, Therapeuten und Gesundheitsorganisationen.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Kostenlos nutzbar.

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