Sensorstim

Neuromuskuläre Erkrankungen, Schlaganfall-Folgen und chronische Schmerzen zählen zu den häufigsten Ursachen dauerhafter körperlicher Einschränkungen. Elektrische Stimulation peripherer Nerven und Muskeln – bekannt als funktionelle Elektrostimulation (FES) – ist eine etablierte Therapiemethode, die bislang meist an stationäre Geräte gebunden war. Ein Berliner Startup hat sich zum Ziel gesetzt, diese Therapie miniaturisiert, drahtlos und für den Heimgebrauch zugänglich zu machen.

01 · Profil

Über Sensorstim

Technologie: miniaturisiertes ESD-Kit

SensorStim Neurotechnology GmbH entwickelt nach eigenen Angaben ein ultrakompaktes Electrical-Stimulation-Device-Kit (ESD-Kit), das aus einem drahtlosen Miniaturstimulator und sensorbasierten Bewegungsmessern besteht. Die Steuerung erfolgt über eine App auf Smartphone oder Tablet. Laut Startup-Atlas ist das System für Menschen mit motorischen und sensorischen Beeinträchtigungen, Schmerzpatienten und Rehabilitationspatienten konzipiert. Anwendungsfelder sind unter anderem die Reduktion von Spastizität, Verbesserung der Motorik nach Schlaganfall sowie Behandlung chronischer Schmerzen. Das System passt sich laut Hersteller individuell an Körperzustand und Situation des Nutzers an.

Technologische Grundlagen

SensorStim verbindet präzise Biosensorik mit gezielter Stimulationstechnologie, um physiologische Signale in Echtzeit zu erfassen und darauf basierend therapeutische Impulse auszulösen. Diese geschlossene Regelkreis-Architektur (Closed-Loop-Prinzip) ermöglicht eine individuell angepasste Stimulation, die starr programmierte Systeme nicht leisten können. Die Miniaturisierung der Elektronik macht die Geräte alltagstauglich und home-care-fähig – ein wesentlicher Unterschied zu stationären FES-Geräten großer Hersteller wie Ottobock oder Bioness, die primär in Kliniken eingesetzt werden.

Kooperation mit Pajunk

Einen wichtigen strategischen Schritt machte das Unternehmen durch eine Partnerschaft mit Pajunk, einem etablierten deutschen Medizintechnik-Unternehmen mit Fokus auf Regionalanästhesie und Nervenstimulation. Laut Pajunk-Pressemitteilung kooperieren beide Unternehmen bei der Entwicklung intelligenter Systeme zur Messung von Bewegungen sowie zur Nerven- und Muskelstimulation. Diese Kooperation verleiht SensorStim Zugang zu klinischem Know-how und etablierten Vertriebsnetzwerken. Laut Crunchbase (2025) ist SensorStim bislang nicht mit publizierten Investitionsrunden vertreten; das Unternehmen befindet sich in einer frühen Finanzierungsphase.

Zulassung und Ausblick

SensorStim befindet sich in der frühen Entwicklungsphase. Eine Zulassung des ESD-Kits als Medizinprodukt nach EU-MDR ist für den Markteintritt erforderlich. Primäre Zielindikationen umfassen neurologische Störungen, chronische Schmerzerkrankungen sowie Rehabilitationsanwendungen nach motorischen Defiziten. Klinische Pilotstudien an Partnerinstitutionen untersuchen Wirksamkeit und Sicherheit nach ICH-GCP-Leitlinien. Das Unternehmen pflegt nach eigenen Angaben Kooperationen mit führenden Universitätskliniken und Forschungszentren. Für Patienten, die nach einem Schlaganfall oder bei chronischen Schmerzen nach ambulanten Therapieergänzungen suchen, kann die Entwicklung home-care-fähiger Elektrostimulation ein relevanter Fortschritt sein – die Geräte könnten klassische stationäre FES-Therapien in den häuslichen Alltag verlängern. Interessierte Kliniken können über die Website Evaluierungsprogramme und Pilotkooperationen anfragen.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von SensorStim Neurotechnology GmbH umfasst Menschen mit neurologischen Erkrankungen oder Einschränkungen, wie Lähmungen, Schmerzen, Spastik, Parkinson und Multiple Sklerose. Dazu gehören sowohl Patienten als auch medizinische Fachkräfte, die in der Rehabilitation und Therapie arbeiten. Die Produkte sind für Menschen gedacht, die ihre Mobilität und Lebensqualität verbessern möchten, sowie für Therapeuten, die innovative Technologien in der Behandlung einsetzen wollen.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Die Kostenstruktur von SensorStim Neurotechnology GmbH ist nicht detailliert auf der Webseite beschrieben. Es wird jedoch erwähnt, dass die weltweite Distribution der Produkte von Pajunk GmbH Medizintechnologie durchgeführt wird. Weitere Informationen zu den Preisen und der Kostenübernahme könnten direkt beim Unternehmen oder dem Vertriebspartner erfragt werden.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Sensorstim

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Funktionelle Elektrostimulation (FES) aktiviert Nerven und Muskeln mit elektrischen Impulsen, um motorische Funktionen zu unterstützen oder Schmerzen zu lindern. SensorStim entwickelt ein miniaturisiertes, drahtloses FES-Gerät für den ambulanten und häuslichen Einsatz – im Unterschied zu klassischen stationären Geräten.

Das ESD-Kit ist laut Unternehmen für Menschen mit motorischen und sensorischen Beeinträchtigungen konzipiert, darunter Schlaganfall-Nachsorge, chronische Schmerzen, Spastizität und neuromuskuläre Erkrankungen. Es richtet sich an Rehabilitationspatienten sowie Therapeuten, die mobile Stimulationslösungen suchen.

Pajunk GmbH ist strategischer Kooperationspartner. Laut Pajunk-Pressemitteilung arbeiten beide Unternehmen gemeinsam an intelligenten Systemen zur Bewegungsmessung und Nerven-/Muskelstimulation. Pajunk bringt klinisches Know-how und Vertriebsnetzwerke ein.

Das Unternehmen befindet sich in einer frühen Entwicklungsphase. Eine Zulassung als Medizinprodukt nach EU-MDR steht noch aus; klinische Pilotstudien laufen an Partnerinstitutionen. Konkrete Markteinführungszeitpunkte sind nicht öffentlich kommuniziert.

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