Roclub
01 · Profil
Über Roclub
Das technische Herzstück ist ein smartphone-großer Hardware-Connector, der am Bildschirmausgang eines Bildgebungsgeräts angeschlossen wird. Über diesen Connector erhält die remote arbeitende Fachkraft vollständige Kontrolle über das Geräte-Interface – inklusive Protokollauswahl, Konfiguration und Scanstart. Die Lösung ist herstellerunabhängig und lässt sich an Geräten von Siemens, Philips, GE und Canon einsetzen, laut Unternehmensangaben. Integrierte Video- und Audioverbindung ermöglicht die Koordination mit dem Personal vor Ort. Ein Techniker kann dabei gleichzeitig mehrere Systeme an verschiedenen Standorten betreuen – was für Radiologiezentren mit mehreren Geräten oder Standorten besonders relevant ist. Neben der reinen Gerätebedienung unterstützt roclub auch die Weiterbildung und das Onboarding neuer Fachkräfte über die Plattform.
Regulierung, Sicherheit und internationale Expansion
roclub ist als Medizinprodukt MDR-konform in der EU zugelassen und erhielt im Februar 2025 die FDA-Zulassung für den US-Markt, laut Medical Device Network. Das System erfüllt DSGVO- und HIPAA-Anforderungen und setzt auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sowie Multi-Faktor-Authentifizierung. Zertifizierte Rechenzentren und rollenbasierte Zugriffskontrollen sichern den Betrieb ab. Im Oktober 2025 schloss roclub eine Series-A-Finanzierungsrunde über 11,7 Millionen US-Dollar ab, angeführt von Smedvig Ventures und YZR Capital mit Beteiligung von Speedinvest, laut EU-Startups. Zuvor hatte das Unternehmen in einer Seed-Runde vier Millionen Euro eingesammelt, berichtete das Handelsblatt. Seit der Gründung ist roclub in 11 Ländern aktiv, darunter in deutschen und europäischen Kliniken sowie ambulanten Einrichtungen.
Warum Teleoperation in der Radiologie an Bedeutung gewinnt
Die Association of American Medical Colleges (AAMC) prognostiziert einen Fehlbedarf von bis zu 42.000 Radiologietechnikern in den USA bis 2036. Deutschland und Europa stehen vor ähnlichen Engpässen. Für Krankenhäuser bedeutet das: teure Bildgebungsgeräte stehen still, Wartezeiten steigen, und Patienten in strukturschwachen Regionen haben kaum Zugang zu diagnostischer Bildgebung. roclub ermöglicht es, Geräte auch dann zu betreiben, wenn kein Personal vor Ort verfügbar ist. Das verbessert die Geräteauslastung und sichert die Versorgungskontinuität – insbesondere in ländlichen Kliniken und kleinen Praxen. Die Plattform richtet sich an Krankenhäuser, Radiologiezentren und ambulante Einrichtungen, die flexiblere Personalmodelle benötigen.
roclub repräsentiert damit einen neuen Ansatz zur Lösung des Fachkräftemangels in der Radiologie: nicht durch mehr Ausbildung allein, sondern durch effizienteren Einsatz vorhandener Expertise über geografische Grenzen hinweg.
02 · Wer profitiert
Zielgruppe
Die Zielgruppe von roclub sind Gesundheitsorganisationen und medizinische Einrichtungen, die ihre Bildgebungsprozesse optimieren möchten. Dazu gehören Krankenhäuser, Kliniken und medizinische Versorgungszentren, die MRT- und CT-Scans durchführen und von der Möglichkeit profitieren, medizinisch-technische Fachkräfte remote einzusetzen. Auch MedTech-Talente, die auf der Plattform ihre Dienste anbieten können, gehören zur Zielgruppe.
05 · Was es kostet
Kosten & Preise
Die Plattform bietet eine Mitgliedschaft, deren Kostenstruktur nicht detailliert beschrieben wird. Es gibt jedoch einen Marktplatz für die Buchung externer Fachkräfte, was auf ein flexibles Preismodell hindeutet. Ein Gutschein von 500 EUR wird für Empfehlungen neuer Mitglieder angeboten.
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