Resolve BioSciences​​

Räumliche Genomik (Spatial Genomics) gilt als einer der folgenreichsten methodischen Durchbrüche der modernen Biologie – und Resolve Biosciences ist ein deutsches Biotechnologieunternehmen, das diese Technologie mit der Plattform Molecular Cartography (MC) kommerziell zugänglich macht. MC ermöglicht die gleichzeitige Visualisierung und Quantifizierung von bis zu 330 verschiedenen RNA-Transkripten direkt im Gewebeschnitt, mit Einzelmolekül-Auflösung und subzellulärer räumlicher Präzision. Das Unternehmen bedient sowohl akademische Forschungsgruppen als auch pharmazeutische Unternehmen in Onkologie, Neurowissenschaft und Infektionskrankheitsforschung.

01 · Profil

Über Resolve BioSciences​​

Molecular Cartography: Technologie und Plattform

Laut Unternehmensangaben (Resolve Biosciences, Webseite 2024) basiert Molecular Cartography auf smFISH (single-molecule Fluorescence In Situ Hybridization) – dem seit Jahrzehnten als Goldstandard etablierten Verfahren für RNA-Nachweis im Gewebe. Resolve hat diese Methodik für hohe Multiplex-Fähigkeit skaliert: Während klassisches smFISH typischerweise wenige Gene gleichzeitig misst, erlaubt die MC-Plattform Panels mit bis zu 330 RNA-Targets je Gewebeschnitt. Das Gewebe bleibt während der Analyse erhalten (nicht-destruktiver Prozess), was Korrelationsanalysen mit Protein-Markern (Immunhistochemie, Immunfluoreszenz) und weiteren Analyseschritten am selben Schnitt ermöglicht – ein methodischer Vorteil gegenüber destruktiven Sequenzierungsverfahren.

MC2 ist Resolves aktuelle Gerätegeneration: ein Benchtop-System mit erweiterter Scanfläche gegenüber MC1, erhöhter Multiplexität, integrierten Panel-Kits, verbesserten internen Kontrollstrukturen und Multi-Modalitäts-Unterstützung. Für Onkologie-Forschung erlaubt das System die räumliche Charakterisierung des Tumor-Microenvironments (TME): Welche Immunzellpopulationen befinden sich relativ zum Tumorzentrum, zur Invasionsfront oder zu Tumornekrosen? Diese Fragen sind für die Entwicklung und Bewertung von Immuntherapien entscheidend.

CRO-Service und kommerzielle Zugangswege

Nach Angaben des Unternehmens vermarktet Resolve seine Technologie über zwei Wege: Geräteverkauf an Forschungseinrichtungen mit ausreichendem Durchsatz sowie einen kommerziellen CRO-Service, bei dem Kunden fixierte Gewebeschnitte einsenden und vollständig analysierte, bioinformatisch aufbereitete Datensätze zurückerhalten. Laut BioSpace (September 2023) startete Resolve diesen Service gezielt für Pharmaprojekte mit begrenzter Fallzahl oder Pilotstudien ohne eigene Spatial-Genomics-Infrastruktur. Der CRO-Ansatz senkt die Einstiegshürde erheblich und macht Spatial-Genomics-Analysen auch für kleinere Forschungsbudgets zugänglich.

Wettbewerb und wissenschaftliche Einordnung

Im wachsenden Wettbewerbsumfeld der räumlichen Omics konkurriert Resolve mit Xenium und Visium (10x Genomics), CosMx (NanoString/Bruker) sowie MERFISH-Ansätzen. Molecular Cartography differenziert sich durch die smFISH-Basis (hohe Sensitivität auch für seltene Transkripte), Gewebeerhalt und die Kombination aus CRO-Service und käuflicher Plattform.

Besonders in der Neurowissenschaft – Kartierung von Genexpressionsmustern in Hirnregionen, Zelltyp-Identifikation bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson – hat räumliche Transkriptomik grundlegende Impulse geliefert. Nach Angaben von Resolve Biosciences (Webseite 2024) wurden Molecular Cartography-Daten in Publikationen in Nature, Cell und Science eingesetzt, was die wissenschaftliche Akzeptanz der Plattform unterstreicht. Seit dem Durchbruch von AlphaFold und der breiten Verfügbarkeit von scRNA-seq-Daten wird räumliche Auflösung als fehlender Kontextlayer erkannt – Venture Capital und pharmazeutische Unternehmen investieren zunehmend in Spatial-Genomics-Kapazitäten.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe für Resolve BioSciences sind vor allem Wissenschaftler und Forscher in der Biotechnologie und Medizin. Diese Nutzer sind in der Regel an der Erforschung von Krankheiten und der Entwicklung neuer Therapien interessiert. Sie könnten auch aus akademischen Einrichtungen, Pharmaunternehmen oder Biotech-Start-ups stammen. Darüber hinaus könnten auch Gesundheitsdienstleister, die nach innovativen Lösungen zur Verbesserung der Patientenversorgung suchen, potenzielle Nutzer sein.

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