Remod

Spastische Hemiparese – eine einseitige Lähmungserscheinung nach Schlaganfall, infantiler Zerebralparese oder anderen zentralnervösen Erkrankungen – betrifft in Deutschland nach DESTATIS-Schätzungen mehrere hunderttausend Menschen. Viele von ihnen kämpfen täglich mit unkontrollierten Muskelspannungen, die Haltung und Bewegungsabläufe erheblich beeinträchtigen und im Alltag zu Stürzen, Gelenkfehlstellungen und chronischen Schmerzen führen können. Konventionelle Therapieansätze umfassen Physiotherapie, Botulinum-Injektionen und orthetische Versorgung. Das Berliner Startup ReMoD entwickelt für diese Zielgruppe ein spezialisiertes Medizinprodukt zur Unterstützung der Haltungs- und Bewegungskontrolle.

01 · Profil

Über Remod

Entstehungsgeschichte und Förderungen

Das Startup entstand aus einer persönlichen Erfahrung: Gründerin Anna Vonnemann entwickelte das Gerät, weil ihre Tochter selbst von spastischer Hemiparese betroffen ist. Die technische Weiterentwicklung erfolgte in Kooperation mit der Technischen Universität Berlin, was dem Gerät eine wissenschaftliche Fundierung gibt, die rein kommerziell entwickelten Hilfsmitteln oft fehlt. ReMoD erhielt nach Unternehmensangaben das EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) – eine der zentralen Fördermaßnahmen für technologieorientierte Hochschul-Startups in Deutschland. Zusätzlich gewann das Unternehmen den ersten Preis beim Businessplan-Wettbewerb Berlin/Brandenburg laut Investitionsbank Berlin (IBB, 2023). Zu den Investoren zählen laut Medienberichten Business Angels Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhrl, beide mit Portfoliofokus im Gesundheitstechnologie-Bereich.

Produkt, Indikation und Einordnung

Das Gerät richtet sich an Patienten mit Erkrankungen wie Schlaganfall, Hemiparese, Multipler Sklerose oder infantiler Zerebralparese, die Unterstützung bei Bewegungs- und Haltungsaufgaben benötigen. Laut Unternehmensangaben wird es in Deutschland entwickelt und gefertigt. Im Vergleich zu konventionellen Orthesen verfolgt ReMoD einen technologiegestützten Ansatz, der auf kontinuierliche Nutzung im Alltag ausgelegt ist. Ob das Gerät als Medizinprodukt nach EU MDR 2017/745 zugelassen ist und für welche Kostenträger eine Erstattungsfähigkeit besteht, war zum Zeitpunkt der Recherche öffentlich nicht dokumentiert – diese für Betroffene entscheidenden Fragen sollten direkt beim Hersteller geklärt werden.

Stärken und offene Fragen

Zu den Stärken von ReMoD zählt die konsequente Nutzerzentrierung: Die Gründungsgeschichte – eine direkt Betroffene als Impulsgeber – führt erfahrungsgemäß zu Produkten, die nah an realen Alltagsproblemen entwickelt werden. Die enge Kooperation mit der Technischen Universität Berlin sichert wissenschaftliche Fundierung. Das EXIST-Stipendium des BMWK und der Gewinn des Businessplan-Wettbewerbs Berlin/Brandenburg (laut IBB-Gewinnerliste 2023) belegen externe Qualitätsbewertungen durch öffentliche Institutionen. Offen bleibt zum Zeitpunkt der Recherche, welchen konkreten klinischen Nutzen das Gerät in kontrollierten Studien nachweisen kann und ob eine GKV-Erstattung angestrebt wird. Spastik-Therapie ist ein Bereich mit hohem Versorgungsbedarf, in dem technische Hilfsmittel bisher nur begrenzt Fuß gefasst haben. ReMoD versucht, diese Lücke mit einem neuen technologischen Ansatz zu schließen – die langfristige klinische und kommerzielle Bewährung steht noch aus.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von ReMoD sind Menschen mit zentralnervösen Störungen, wie Schlaganfall, Hemiparese, infantile Cerebralparese oder Multiple Sklerose. Das Medizinprodukt richtet sich an Patienten, die Unterstützung bei der Haltungs- und Bewegungskontrolle benötigen, um ihre Mobilität zu verbessern und Sekundärschäden zu reduzieren. Darüber hinaus könnte das Produkt für Kliniken und Reha-Zentren von Interesse sein, die ihre Therapieangebote erweitern möchten.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Die genauen Kosten für das Produkt von ReMoD sind auf der Webseite nicht angegeben. Es ist jedoch bekannt, dass das Unternehmen verschiedene Förderungen und Investitionen erhalten hat, was darauf hindeutet, dass es sich um ein hochwertiges und möglicherweise kostenintensives Medizinprodukt handelt. Die Finanzierung erfolgt teilweise durch Förderprogramme und Investoren.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Remod

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

ReMoD richtet sich laut Unternehmensangaben an Menschen mit spastischer Hemiparese infolge von Schlaganfall, infantiler Zerebralparese oder Multipler Sklerose. Das Gerät unterstützt Haltungs- und Bewegungskontrolle im Alltag.

Das Gerät wurde in Kooperation mit der Technischen Universität Berlin entwickelt. ReMoD erhielt zudem das EXIST-Gründerstipendium des BMWK und gewann den ersten Preis beim Businessplan-Wettbewerb Berlin/Brandenburg (IBB, 2023).

Laut Medienberichten zählen Business Angels Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhrl zu den Investoren – beide mit Investitionsschwerpunkt im Gesundheitstechnologie-Bereich.

Zum Zeitpunkt der Recherche war eine offizielle MDR-Zulassung oder GKV-Erstattungsfähigkeit öffentlich nicht dokumentiert. Betroffene sollten aktuelle Informationen direkt beim Hersteller ReMoD UG anfragen.

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