Recoverycat
01 · Profil
Über Recoverycat
Laut Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) wurde Recoverycat als Spin-off dieser Einrichtungen entwickelt. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Berlin und erhielt Finanzierung von Springboard Health Angels sowie einem Family Office aus Heidelberg.
Wie Recoverycat funktioniert
Die App bietet separate Interfaces für Patienten und Behandler: Patienten erfassen täglich Symptome, Medikamenten-Nebenwirkungen, Frühwarnzeichen und persönliche Ressourcen. Behandler erhalten strukturierte Verlaufsdaten, die im nächsten Gespräch als Grundlage dienen können. Eine integrierte Krisenmanagement-Funktion hilft, individuelle Bewältigungsstrategien parat zu haben, wenn sich die Stimmung verschlechtert oder Frühwarnzeichen auftreten — ein zentrales Element in der psychiatrischen Versorgung, das zwischen Arztterminen oft fehlt. Laut BIH Charité sind alle Gesundheitsdaten DSGVO-konform auf deutschen Servern gespeichert; Patienten- und Behandlerdaten sind getrennt gespeichert, und nur explizit freigegebene Verlaufsinformationen sind für das Behandlungsteam einsehbar. Die Anwendung setzt die Kooperation mit einem behandelnden Psychiater oder Psychotherapeuten voraus.
Zulassung und Evidenz
Recoverycat ist als Software as a Medical Device (SaMD) nach EU-MDR-Anforderungen eingestuft. Laut Deutschem Ärzteblatt soll die App die Qualität psychiatrischer Behandlungen verbessern, indem sie Therapeuten mit strukturierten Verlaufsdaten versorgt und Patienten aktiv in den Therapieprozess einbindet. Im BfArM-DiGA-Verzeichnis ist Recoverycat aktuell nicht gelistet, sodass keine GKV-Erstattung über den DiGA-Weg möglich ist. Das Geschäftsmodell basiert auf Lizenzgebühren für psychiatrische Einrichtungen und ambulante Praxen; für Einzelpatienten ohne institutionellen Zugang ist eine direkte Nutzung aktuell eingeschränkt möglich.
Für wen ist Recoverycat geeignet
Die App richtet sich an Erwachsene mit schweren psychischen Erkrankungen — insbesondere Schizophrenie, schizoaffektiven Störungen und bipolaren Störungen — die sich in ambulanter oder tagesklinischer Behandlung befinden. In Deutschland warten Betroffene im Schnitt 20 Wochen auf einen Psychotherapieplatz (Bundespsychotherapeutenkammer, 2022); Recoverycat kann die Zeit zwischen Behandlungssessions strukturierter gestalten und Behandlern relevante Verlaufsdaten liefern, die im Gespräch sonst verloren gehen. Die App ist kein Ersatz für professionelle psychiatrische Behandlung, sondern ein digitales Begleittool, das die therapeutische Beziehung durch gemeinsam zugängliche Verlaufsdaten stärkt. Peer-Support-Elemente und Community-Funktionen sind in der aktuellen Version nicht vorgesehen; der Fokus liegt auf der klinisch-strukturierten Datendokumentation zwischen Arzt und Patient. Bei psychiatrischen Notfällen oder akuter Selbstgefährdung sind psychiatrische Notfalldienste oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111, kostenlos) zu kontaktieren.
02 · Wer profitiert
Zielgruppe
Die Zielgruppe von Recovery Cat umfasst Patienten mit psychischen Erkrankungen, die ihre Symptome, Fähigkeiten und Medikamente besser verstehen und Krisen frühzeitig erkennen möchten. Darüber hinaus richtet sich die Plattform an Fachkräfte im Gesundheitswesen, einschließlich Ärzte und Kliniken, die die Therapieziele gemeinsam mit den Patienten gestalten und den administrativen Aufwand reduzieren möchten. Recovery Cat ist auch für Kliniken relevant, die ihre tägliche Arbeit modernisieren und die Qualität der Versorgung verbessern möchten.
05 · Was es kostet
Kosten & Preise
Recovery Cat bietet eine digitale Plattform für die Therapieunterstützung an. Die Kostenstruktur ist nicht direkt auf der Webseite angegeben, jedoch könnte das Geschäftsmodell auf Abonnements oder Lizenzgebühren für Kliniken und Gesundheitsdienstleister basieren, die die Software in ihren Einrichtungen integrieren möchten. Es ist wahrscheinlich, dass die Kosten von den jeweiligen Gesundheitseinrichtungen oder durch Kooperationen mit Krankenkassen getragen werden.
FAQ · 05 Fragen
Häufig gefragt zu Recoverycat
Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.
Recoverycat ist für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen konzipiert – insbesondere Schizophrenie, bipolare Störungen und rezidivierende Depressionen. Die App unterstützt das ambulante Monitoring nach Klinikaufenthalten und wird von Ärzten und Psychotherapeuten begleitet.
Ja. Seit Januar 2025 können Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK) Recoverycat im Rahmen eines Selektivvertrags kostenfrei nutzen. Die Nutzung erfolgt auf ärztliche oder therapeutische Empfehlung. Weitere Krankenkassen sollen laut Unternehmen folgen.
Recoverycat bietet ein separates Fachkräfte-Interface, über das Ärzte und Psychotherapeuten individuelle Monitoring-Pläne konfigurieren und die täglichen Check-in-Daten ihrer Patientinnen und Patienten einsehen können. Die App ermöglicht so eine gemeinsame Therapieplanung zwischen den Sitzungen.
Ja. Recoverycat ist als Software as a Medical Device (SaMD) zertifiziert. Das bedeutet, die App erfüllt die regulatorischen Anforderungen an ein Medizinprodukt – ein Qualitätsmerkmal, das im Bereich digitaler Gesundheitsanwendungen nicht selbstverständlich ist.
Recoverycat GmbH ist ein Spin-off der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (BIH), gegründet 2022. Mitgründer und Geschäftsführer ist Dr. Jakob Kaminski, Psychiater an der Charité. Das Unternehmen erhielt Seed-Kapital von IBB Ventures, Springboard Health Angels und einem Family Office aus Heidelberg.
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