Qvin
## Qvin: Gesundheitsdiagnostik aus Menstruationsblut Qvin ist ein US-amerikanisches Unternehmen im Bereich Female Health Technology, das eine neuartige Methode zur Gesundheitsdiagnostik entwickelt hat: Tests auf Basis von Menstruationsblut. Das Unternehmen mit Sitz in Menlo Park, Kalifornien, wurde 2014 von Dr. Sara Naseri und Søren Therkelsen gegründet. Ihre Grundannahme – Menstruationsblut enthält dieselben diagnostisch relevanten Biomarker wie Venenblut, wurde medizinisch aber jahrzehntelang ignoriert – bildete die wissenschaftliche Grundlage für das Kernprodukt: den Q-Pad. ## Der Q-Pad: weltweit erstes FDA-zugelassenes Diagnose-Menstruationspad Im Januar 2024 erhielt Qvin von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung (510(k)-Clearance) für den Q-Pad. Es handelt sich dabei um das weltweit erste und bisher einzige Produkt seiner Art, das regulatorisch als Diagnosemittel anerkannt ist. Der Q-Pad ähnelt von außen einem gewöhnlichen Menstruationspad, enthält aber ein speziell entwickeltes Saugmaterial, das eine ausreichende Menge Menstruationsblut für Laboranalysen aufnimmt und transportfähig macht. Die Anwendung ist unkompliziert: Nutzerinnen tragen den Q-Pad während der Menstruation, verpacken ihn anschließend und schicken ihn per Post an ein CLIA-zertifiziertes Labor in den USA. Die Ergebnisse erhalten sie innerhalb weniger Tage über eine App. Das Kit kostet 29 US-Dollar und ist über Amazon sowie auf der Unternehmenswebsite erhältlich. In den USA ist es über FSA- und HSA-Gesundheitskonten abrechenbar. ## Diabetes-Früherkennung als erste Anwendung Die erste kommerziell verfügbare Anwendung ist der HbA1c-Test. Der HbA1c-Wert zeigt, wie gut der Blutzucker über die vergangenen drei Monate reguliert wurde, und ist der Goldstandard zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Diabetes mellitus Typ 2 sowie Prädiabetes. Laut Unternehmensangaben erkrankt weltweit alle fünf Sekunden ein Mensch an Diabetes – viele Erkrankungen werden spät erkannt. Klinische Studien mit tausenden Probandinnen zeigten eine sehr hohe Übereinstimmung zwischen dem HbA1c-Wert aus Menstruationsblut und dem klassischen Venenpunktionswert (r = 0,96). Diese Datenlage überzeugte die FDA. Im März 2026 publizierte die American Academy of Family Physicians (AAFP) eine klinische Einschätzung des Q-Pad-Test-Systems für die hausärztliche Praxis, was auf wachsendes Interesse der medizinischen Fachgemeinschaft hinweist. ## Wissenschaftliche Grundlage und Biomarker-Pipeline Die wissenschaftliche Hypothese von Qvin basiert darauf, dass Menstruationsblut Serum- und Plasmabestandteile enthält und damit als diagnostische Quelle für zahlreiche Biomarker geeignet ist. Validierungsstudien zeigten starke Korrelationen auch für Hormone wie TSH (Schilddrüsenfunktion) und AMH (Anti-Müller-Hormon als Fertilitätssignal) gegenüber Venenpunktionswerten, jeweils mit r-Werten über 0,9. In der weiteren Entwicklungs-Pipeline plant Qvin Tests für Endometriose, Zervixkarzinom-Früherkennung, Schilddrüsenerkrankungen, Anämie, Fertilität sowie sexuell übertragbare Infektionen. Das Unternehmen sieht den Q-Pad als Plattformtechnologie, die schrittweise einen der kostspieligsten und unangenehmsten Aspekte der gynäkologischen Vorsorge vereinfachen kann. ## Finanzierung und Investoren Qvin hat bisher insgesamt 12,4 Millionen US-Dollar in drei Finanzierungsrunden eingesammelt. Zu den Investoren gehören Y Combinator (der renommierte US-Startup-Accelerator, der unter anderem Airbnb und Dropbox früh unterstützt hat), der nordeuropäische VC-Fonds Byfounders sowie Soma Capital. ## Verfügbarkeit und Marktumfeld Qvin ist aktuell ausschließlich auf dem US-amerikanischen Markt aktiv. Eine Verfügbarkeit in Deutschland oder Europa ist derzeit nicht gegeben. Die für den europäischen Markteintritt erforderliche CE-Kennzeichnung liegt nach öffentlich verfügbaren Informationen noch nicht vor. Nutzerinnen in der EU können das Produkt derzeit nicht direkt beziehen. Der internationale Wettbewerb in diesem noch jungen Marktsegment nimmt zu. Zum CES 2026 kündigte das Wellness-Unternehmen Vivoo den "FlowPad" an, der Menstruationsblut für Hormontests nutzen soll. In Europa arbeiten unter anderem Diamens (Österreich) an Endometriose-Diagnostik und Genie Fertility (UK) an Fertilitätstests auf Basis menstrualen Materials. Das Segment wird von Investoren und Gesundheitsbehörden zunehmend als relevante Versorgungslücke wahrgenommen.
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