PsyCurio
01 · Profil
Über PsyCurio
Wie funktioniert's
Therapeuten steuern PsyCurio über ein webbasiertes Portal und wählen aus 22 Modulen, die verschiedene psychiatrische Indikationen abdecken. Patienten setzen ein VR-Headset auf und erleben virtuelle Szenarien: eine belebte Stadtszene für soziale Phobien, ein Hochhausdach für Akrophobie, eine enge Kabine für Klaustrophobie oder geführte Entspannungsübungen bei depressiven Episoden. Neben klassischer Exposition umfasst das Repertoire Psychoedukation, Entspannungstechniken und autobiografische Übungen — insgesamt 22 Module, die nach Herstellerangaben evidenzbasiert entwickelt wurden. Die Anwendung läuft als Software-as-a-Service: Einrichtungen erwerben eine Lizenz, die Hardware wird separat bezogen. Laut VR-Expert (Juli 2025) liefert der Hardwarepartner Pico 4 Ultra Enterprise Headsets vorinstalliert mit PsyCurio-Software direkt in die Praxis — von der Bestellung über die Konfiguration bis zur Inbetriebnahme übernimmt VR-Expert alle Schritte. Diese Kombination aus fertiger Hardware und cloudbasierter Software senkt den Einstiegsaufwand für Praxen ohne eigene IT-Infrastruktur.
Verfügbarkeit und Zulassung
PsyCurio ist als CE-zertifiziertes Medizinprodukt eingestuft und darf in klinischen und ambulanten Therapiesettings eingesetzt werden. Die Module decken affektive Störungen (Depression), soziale und spezifische Phobien (Höhenangst, Klaustrophobie), Alkohol- und Nikotinabhängigkeit sowie posttraumatische Belastungsstörung ab. Ob eine Kassenzulassung als DiGA (Digitale Gesundheitsanwendung) mit GKV-Erstattung besteht, ist öffentlich nicht dokumentiert. Das Startup ist Mitglied des ATLAS-Netzwerks Digitale Gesundheitswirtschaft NRW. Die Bundesinitiative Kultur- und Kreativpiloten Deutschland zeichnete PsyCurio mit dem gleichnamigen Bundesfördertitel aus — ein Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi) und des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE).
Wer steckt dahinter
Hinter PsyCurio steht ein interdisziplinäres Team aus Psychologen, Informatikern und Programmierern mit Sitz in Bielefeld, Nordrhein-Westfalen. Laut Crunchbase wurde das Startup 2018 gegründet; die aktuelle GmbH-Gesellschaft entstand laut Handelsregister im Februar 2024. Die Christoph-Lohfert-Stiftung nahm PsyCurio 2023 in den Bewerberkreis des Lohfert-Preises auf, der herausragende Konzepte für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung auszeichnet. Als frühe Investoren sind laut Crunchbase Deutsche Accelerator und OHA Beteiligungsgesellschaft gelistet.
Für wen ist es gedacht
PsyCurio richtet sich an approbierte Psychotherapeuten und Psychiater sowie an ambulante und stationäre Kliniken. Die Module setzen therapeutische Begleitung voraus — ein eigenständiger Direktzugang für Patienten ohne Fachkraft ist konzeptionell nicht vorgesehen. Besonders geeignet ist die Software für Einrichtungen mit hohem Patientenaufkommen bei Angststörungen, Depressionen oder Suchterkrankungen, die ihre Behandlungskapazitäten erweitern wollen, ohne zusätzliches therapeutisches Personal einzustellen.
02 · Wer profitiert
Zielgruppe
Die Zielgruppe von PsyCurio umfasst Therapeuten und Kliniken, die innovative und effektive Methoden zur Behandlung psychischer Erkrankungen suchen. Auch Patienten, die von neuen Therapieansätzen profitieren möchten, gehören zur Zielgruppe.
04 · Auf einen Blick
Wichtige Fakten
05 · Was es kostet
Kosten & Preise
PsyCurio bietet seine VR-Therapie-Lösungen als Software-as-a-Service (SaaS) an. Die genauen Preise variieren je nach Umfang der genutzten Module und der Anzahl der Lizenzen. Interessenten können eine kostenlose Video-Demo buchen, um mehr über die Kostenstruktur zu erfahren.
FAQ · 05 Fragen
Häufig gefragt zu PsyCurio
Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.
PsyCurio konzentriert sich auf angstbezogene Störungen wie soziale Phobien, spezifische Phobien und Panikattacken. Die VR-Expositionstherapie ermöglicht eine schrittweise Konfrontation mit angstauslösenden Situationen in einer kontrollierten virtuellen Umgebung – ein bewährter Ansatz der kognitiven Verhaltenstherapie.
Für die Nutzung von PsyCurio ist eine VR-Brille erforderlich. Die genaue Hardware-Kompatibilität (z. B. Meta Quest-Headsets) wird von der Praxis oder dem Therapiezentrum bereitgestellt, das PsyCurio einsetzt. Patienten benötigen in der Regel keine eigene Hardware, da die Sitzungen in der therapeutischen Praxis stattfinden.
PsyCurio ist kein eigenständiges DiGA und aktuell nicht direkt GKV-erstattungsfähig. Die Kosten fallen an, wenn ein Therapeut PsyCurio als ergänzendes Werkzeug in einer Therapiesitzung einsetzt. Da die Erstattungslage sich entwickelt, lohnt es sich, bei der zuständigen Krankenkasse oder dem Therapeuten nachzufragen.
PsyCurio ist als Ergänzung zur psychotherapeutischen Behandlung konzipiert und wird in lizenzierten Praxen und Therapiezentren eingesetzt. Eine eigenständige Nutzung zuhause ohne therapeutische Begleitung ist aktuell nicht vorgesehen – die VR-Expositionstherapie soll fachlich begleitet erfolgen, um optimale Ergebnisse und Sicherheit zu gewährleisten.
Bei der klassischen Expositionstherapie suchen Patienten die angstauslösende Situation direkt auf – z. B. fahren wirklich Aufzug oder gehen in eine Menschenmenge. Bei PsyCurio geschieht dies virtuell: Die Umgebung ist vollständig kontrollierbar, die Intensität der Situation kann in Echtzeit angepasst werden, und Abbrüche sind jederzeit möglich. Das senkt die Hürde für Patienten, die vor der realen Konfrontation zurückschrecken.
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