PerAGraft

Ein Aorten-Aneurysma – die gefährliche Erweiterung der Körperschlagader – erfordert oft eine rasche operative Versorgung mit einer Gefäßprothese. Das Problem: Standardimplantate passen nicht für jeden Patienten, und die Anfertigung individueller Prothesen dauert konventionell oft zu lang. Genau hier setzt PerAGraft an: Das Aachener Startup entwickelt eine digitale Prozesskette, die es ermöglicht, patientenindividuelle Gefäßprothesen in deutlich kürzerer Zeit herzustellen als mit bisherigen Methoden.

01 · Profil

Über PerAGraft

Technologie: Digitale Prozesskette für individuelle Kardiovaskulär-Implantate

PerAGraft kombiniert medizinische Bildgebungsdaten – typischerweise CT-Angiographien – mit einem parametrischen Design-Prozess und einem textilen Fertigungsverfahren, um maßgeschneiderte Gefäßprothesen herzustellen. Das Prinzip unterscheidet sich von klassischen Additive-Manufacturing-Ansätzen: Anstelle gedruckter Polymerstrukturen setzt PerAGraft auf gewebte oder gestrickte Textilimplantate, die bessere mechanische Eigenschaften für pulsatilen Blutfluss aufweisen, wie aus dem Startbase-Profil des Unternehmens hervorgeht. Das Verfahren hat das Potenzial, Wartezeiten für individuell angepasste Aortenstent-Grafts erheblich zu verkürzen. Das Unternehmen wurde 2019 von Alexander Lowen und Kathrin Kurtenbach in Aachen gegründet.

Förderung, Investoren und akademische Verankerung

Das Gesamtinvestment in PerAGraft beläuft sich nach Crunchbase-Daten auf rund 1,43 Millionen Euro. Zu den Kapitalgebern zählt EIT Health, der europäische Innovations-Hub für Gesundheitstechnologien. Daneben erhielt PerAGraft laut Investinfo-Profil öffentliche Fördermittel von zusammen mehr als 780.000 Euro: rund 316.000 Euro für ein MRT-kompatibles Stent-Graft-Projekt und rund 464.000 Euro für die Entwicklung digitaler individualisierter Implantate zur Aneurysmabehandlung. Unterstützung leisteten außerdem der German Accelerator, die Hochschulgründerstiftung der RWTH Aachen und das Accelerator-Programm Xpreneurs.

Regulatorischer Weg und klinischer Kontext

Patientenindividuelle Implantate fallen in Deutschland unter die EU-Medizinprodukteverordnung (MDR 2017/745) und werden unter dem sogenannten Custom-Made-Device-Regime reguliert. Das bedeutet: Jedes einzelne Implantat muss durch einen verschreibenden Arzt dokumentiert werden; ein standardisiertes CE-Konformitätsbewertungsverfahren ist nicht erforderlich. Der klinische Bedarf ist erheblich: Laut Statistischem Bundesamt werden in Deutschland jährlich mehrere Tausend operative und endovaskuläre Eingriffe an der Aorta durchgeführt. PerAGraft adressiert primär Krankenhäuser und spezialisierte Gefäßchirurgen. Privatpersonen haben keinen direkten Zugang zu den Produkten; der Weg führt ausschließlich über eine ärztliche Verschreibung.

Klinischer Bedarf und Wettbewerbsumfeld

Laut Statistischem Bundesamt werden in Deutschland jährlich mehrere Tausend endovaskuläre Aortenreparaturen durchgeführt; ein erheblicher Teil der Patienten hat eine Gefäßanatomie, die Standard-Stentgrafts nicht optimal abdecken. Etablierte Anbieter maßgefertigter endovaskulärer Prothesen, darunter Cook Medical (Zenith) und Gore (TAG), benötigen für individuelle Sonderkonstruktionen oft Wochen. PerAGraft zielt darauf, diese Wartezeit durch die digitale Prozesskette signifikant zu verkürzen. Das Unternehmen ist noch in der präklinischen beziehungsweise frühen klinischen Entwicklungsphase; eine Markteinführung im Sinne einer Routineversorgung steht nach aktuellem Stand noch aus.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe für PerAGraft sind hauptsächlich medizinische Fachleute, insbesondere Chirurgen und Kardiologen, die sich auf Gefäßchirurgie spezialisiert haben. Darüber hinaus könnten auch Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen, die solche Operationen durchführen, potenzielle Nutzer sein. Es ist auch möglich, dass medizinische Forscher und Studenten, die sich für innovative Lösungen in der Gefäßchirurgie interessieren, von diesem Service profitieren könnten.

FAQ · 05 Fragen

Häufig gefragt zu PerAGraft

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PerAGraft adressiert die Versorgung von Patienten mit Aorten-Aneurysmen, bei denen Standardgefäßprothesen nicht gut passen. Das Unternehmen entwickelt eine digitale Prozesskette, die individuelle Kardiovaskulär-Implantate in verkürzter Zeit produzierbar macht.

PerAGraft setzt auf textile Fertigungsverfahren (Weben/Stricken) statt auf 3D-Druck. Textile Gefäßprothesen haben laut Unternehmensangaben bessere mechanische Eigenschaften für pulsatilen Blutfluss und entsprechen etablierten chirurgischen Standards für Aortenchirurgie.

Nach Crunchbase-Daten hat PerAGraft rund 1,43 Millionen Euro eingesammelt. Investor ist EIT Health. Zusätzlich erhielt das Unternehmen öffentliche Fördermittel von über 780.000 Euro aus verschiedenen nationalen und EU-Programmen, darunter Förderungen für ein MRT-Stent-Graft-Projekt und für digitale Aneurysma-Implantate.

Patientenindividuelle Implantate fallen unter das Custom-Made-Device-Regime der EU-MDR 2017/745. Das bedeutet, jedes einzelne Implantat muss durch einen verschreibenden Arzt dokumentiert werden; es ist keine standardisierte CE-Konformitätsbewertung erforderlich.

Nein. PerAGraft richtet sich ausschließlich an Krankenhäuser, Kliniken und Gefäßchirurgen. Der Zugang zu patientenindividuellen Implantaten erfolgt ausschließlich über eine ärztliche Verschreibung und ist nicht direkt für Endverbraucher verfügbar.

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