Oxyprem

Bei der Versorgung von Frühgeborenen zählt jede Minute: Sauerstoffmangel im Gehirn kann innerhalb kürzester Zeit zu dauerhaften neurologischen Schäden führen, noch bevor klassische Vitalparameter einen Alarm auslösen. Wer Risikosignale zu spät erkennt, hat kaum noch Möglichkeiten gegenzusteuern. OxyPrem hat sich auf genau dieses Problem spezialisiert. Die Schweizer Medizintechnikfirma entwickelt Sensorsysteme, die den Sauerstoffgehalt im Gehirn und anderen Organen frühgeborener Kinder in Echtzeit messen – nicht-invasiv, kontinuierlich und speziell auf die anatomischen Gegebenheiten der kleinsten Patienten abgestimmt. Zielgruppe sind neonatologische Intensivstationen und Geburtskliniken, die Risikokinder engmaschig überwachen müssen.

01 · Profil

Über Oxyprem

Wie funktioniert's

Die Kerntechnologie basiert auf Nahinfrarot-Spektroskopie (NIRS): harmlose Lichtpulse durchdringen das Gewebe, und aus der Absorption verschiedener Wellenlängen lässt sich die regionale Gewebeoxygenierung berechnen. Das Hauptprodukt OxyPrem 1.4 nutzt acht Wellenlängen und erreicht laut Herstellerangaben eine Messpräzision von unter 1,85 Prozent – ein Wert, der in der Neonatologie besondere Relevanz hat, weil herkömmliche Oximeter für Erwachsene die Sauerstoffsättigung bei Neugeborenen systematisch fehlinterpretieren können. Der wiederverwendbare Sensor ist für bis zu 100 Patienten oder zwei Jahre ausgelegt und lässt sich direkt am Kopf oder an anderen Körperstellen anlegen. Das medizinische Team sieht die Oxygenierungswerte in Echtzeit auf einem Monitor und kann intervenieren, bevor irreversible Gewebeschäden entstehen. Die zweite Produktgeneration NOAH soll unter dem neuen EU-Medizinproduktrecht (MDR) zertifiziert werden; eine FDA-510(k)-Einreichung für den nordamerikanischen Markt ist parallel geplant.

Studienlage und Belege

Die klinische Evidenz zu OxyPrem wurde maßgeblich am Wyss Zurich aufgebaut – dem gemeinsamen translationalen Forschungszentrum der Universität Zürich und der ETH Zürich. Im Rahmen einer multizentrischen Studie wurde das System laut Wyss Zurich in 30 Kliniken aus sechs europäischen Ländern eingeführt, mit dem Ziel, die Hirnoximetrie als Routinemonitoring in der neonatologischen Intensivmedizin zu etablieren. Die methodischen Grundlagen der NIRS-basierten absoluten Hirnoximetrie bei Neugeborenen sind in mehreren peer-reviewed Journalen dokumentiert, unter anderem im Journal of Perinatology (Nature Publishing Group). Die Europäische Kommission förderte die frühe Produktentwicklung im Rahmen von Horizon 2020 (Förderkennzeichen 888943, EU-Beitrag 50.000 Euro). OxyPrem 1.4 trägt die CE-Kennzeichnung nach der Medical Devices Directive (MDD), Anhang IV.

Wer steckt dahinter

OxyPrem AG ist ein Spin-out aus dem Wyss Zurich-Umfeld mit Sitz in Schlieren bei Zürich. Das Unternehmen ist nach ISO 13485:2016 zertifiziert, dem international anerkannten Standard für Qualitätsmanagementsysteme in der Medizinprodukteindustrie. Laut Crunchbase erhielt OxyPrem im Jahr 2022 eine Finanzierungsrunde von rund 2,36 Millionen US-Dollar über den European Innovation Council (EIC). Ergänzend startete eine Crowdinvesting-Kampagne in Kooperation mit der Life-Sciences-Plattform Capital Cell; angestrebt wurden insgesamt 2,3 Millionen Euro (laut startupticker.ch, 2023). NOAH-Roadshows in Kliniken der Schweiz, Polens, Österreichs und des Vereinigten Königreichs wurden 2024 abgeschlossen, weitere Standorte werden erschlossen.

Verfügbarkeit und Einsatz

OxyPrem 1.4 ist CE-gekennzeichnet und in neonatologischen Kliniken in mehreren europäischen Ländern im Einsatz. Der Vertrieb erfolgt ausschließlich über medizinische Fachhandelspartner und direkt an Krankenhäuser – nicht für den Endverbraucher. Die Nachfolgegeneration NOAH befindet sich im MDR-Zertifizierungsverfahren für den EU-Markt; parallel wird eine FDA-510(k)-Zulassung für den nordamerikanischen Markt angestrebt. Interessierte Kliniken können über die OxyPrem-Website Kontakt aufnehmen.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von OxyPrem umfasst medizinische Fachkräfte und Gesundheitseinrichtungen, die sich auf die Betreuung von Neugeborenen und Frühgeborenen spezialisiert haben. Dazu gehören Neonatologen, Kinderkrankenhäuser und Intensivstationen für Neugeborene. Die Produkte sind besonders relevant für Kliniken, die mit gefährdeten Patientengruppen arbeiten, wie Frühgeborenen, die eine besonders sorgfältige Behandlung und Überwachung benötigen.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

OxyPrem bietet seine Produkte vorrangig an medizinische Einrichtungen und Krankenhäuser an. Die Kostenstruktur und das Pricing sind nicht detailliert auf der Webseite beschrieben, jedoch ist ersichtlich, dass das Unternehmen über Crowdinvesting finanziert wird, was darauf hinweist, dass Investitionen in die Entwicklung und Verbreitung der Produkte fließen. Die genauen Preise für die Produkte sind nicht öffentlich zugänglich.

FAQ · 05 Fragen

Häufig gefragt zu Oxyprem

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

OxyPrem 1.4 ist für neonatologische Intensivstationen und Geburtskliniken entwickelt, die frühgeborene oder kranke Neugeborene mit erhöhtem Risiko für Hirnschäden überwachen. Das Gerät ist kein Konsumentenprodukt und richtet sich ausschließlich an medizinisches Fachpersonal.

Standard-Pulsoximeter messen die Sauerstoffsättigung im arteriellen Blut, geben aber keinen Aufschluss über die tatsächliche Sauerstoffversorgung des Hirngewebes. OxyPrem nutzt NIRS (Nahinfrarot-Spektroskopie) und misst die regionale Gewebeoxygenierung direkt – also wie viel Sauerstoff das Gehirngewebe tatsächlich verwertet.

Ja. OxyPrem 1.4 trägt die CE-Kennzeichnung nach der Medical Devices Directive (MDD), Anhang IV. Die Nachfolgegeneration NOAH wird nach dem neueren EU-Medizinproduktrecht (MDR) zertifiziert.

NOAH ist die zweite Produktgeneration von OxyPrem – ein kompakteres, weiterentwickeltes Sensorsystem für Gewebeoxygenierung, das für die CE-Kennzeichnung nach MDR vorbereitet wird. Parallel ist eine Zulassungseinreichung bei der US-amerikanischen FDA (510(k)-Verfahren) geplant.

Im Rahmen einer multizentrischen Studie am Wyss Zurich wurde OxyPrem in 30 Kliniken aus sechs europäischen Ländern eingeführt. Die Roadshows für die NOAH-Generation begannen 2024 mit Besuchen in der Schweiz, Polen, Österreich und dem Vereinigten Königreich.

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