Orbit Health

Parkinson-Erkrankte erleben ihren Alltag in starken Schwankungen: Phasen guter Beweglichkeit wechseln mit Phasen ausgeprägter Starre oder Zitterns – oft im Rhythmus der Medikamenteneinnahme. Wie lange eine Tablette wirkt, wann die nächste Einnahme fällig ist und ob die aktuelle Dosis noch stimmt, lässt sich im Alltag nur schwer objektiv beurteilen. Das Münchner Startup Orbit Health hat eine App entwickelt, die genau diese Motorik-Schwankungen per Smartwatch-Sensoren aufzeichnet und in einem kontinuierlichen Verlaufsprofil sichtbar macht.

01 · Profil

Über Orbit Health

Wie funktioniert's

Die Orbit-Health-App, die auf der Plattform „Neptune" basiert, erfasst über die Bewegungssensoren einer kompatiblen Smartwatch die motorischen Symptome der tragenden Person. Gemessen werden Tremor (Zittern), Bradykinesie (Bewegungsverlangsamung) und Rigidität (Muskelsteifheit) – die drei Kernsymptome der Parkinson-Krankheit. Die gesammelten Daten ermöglichen es, den Zusammenhang zwischen Medikamenteneinnahme und Symptomverlauf über Stunden und Tage hinweg nachzuvollziehen. Für Neurologinnen und Neurologen bedeutet das: objektive Verlaufsdaten zwischen den Kontrollbesuchen, auf deren Basis Dosierung und Einnahmeintervall der Antiparkinson-Medikation präziser angepasst werden können.

Wer steckt dahinter

Orbit Health wurde in München gegründet. Zu den Gründerinnen zählt Patty Lee als CEO. Laut BioM Cluster München erhielt das Unternehmen eine Förderung von 1,5 Millionen Euro für die Forschung an der Monitoring-Plattform. Laut Parkinson's Europe ist Orbit Health ein Vorzeigebeispiel für KI-gestützte Ansätze in der personalisierten Parkinson-Therapie; die europäische Fachorganisation berichtete über das Investment als Meilenstein für patientenindividuelles Behandlungsmanagement. Das Team arbeitet nach eigenen Angaben eng mit Neurologinnen, Neurologen und Pflegeeinrichtungen zusammen, um die klinische Relevanz der erfassten Daten sicherzustellen.

Für wen ist es gedacht

Die Lösung richtet sich an Menschen mit gesicherter Parkinson-Diagnose, die ihre Symptomkontrolle im Alltag verbessern und ihr Behandlungsteam mit objektiven Verlaufsdaten versorgen möchten. Besonders relevant ist sie für Patientinnen und Patienten in Phasen, in denen die bestehende Medikation nachjustiert werden soll oder häufige Symptomschwankungen die Lebensqualität belasten. Voraussetzung ist ein Smartphone mit kompatibler Smartwatch sowie die installierte App.

Stärken und Schwächen

Stärke von Orbit Health ist die Objektivität: Symptome werden nicht auf Grundlage subjektiver Patientenangaben erfasst, sondern per Sensorik gemessen, was die Grundlage für Therapieanpassungen qualitativ verbessert. Eine Schwäche liegt in der Abhängigkeit von einer kompatiblen Smartwatch, die nicht alle Betroffenen besitzen. Laut EU-Startups befindet sich Orbit Health noch in einer frühen Unternehmensphase, was bedeutet, dass die klinische Validierung und der Nachweis der Wirksamkeit im realen Versorgungsalltag noch weiter ausgebaut werden. Für Patientinnen und Patienten, die bereits mit der Technologie vertraut sind und aktiv in ihre Therapie eingebunden sein möchten, bietet die Plattform einen konkreten Mehrwert gegenüber rein erinnerungsbasierten Symptom-Tagebüchern.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von Orbit Health umfasst in erster Linie Menschen, die mit der Parkinson-Krankheit leben, sowie Fachkräfte des Gesundheitswesens, die in die Betreuung und Behandlung dieser Patienten involviert sind. Die Lösungen von Orbit Health sind darauf ausgelegt, sowohl Patienten als auch medizinischem Fachpersonal wertvolle Einblicke und Unterstützung zu bieten.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Es liegen keine spezifischen Informationen zum Geschäftsmodell oder zu den Kosten der Dienstleistungen von Orbit Health vor. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die App Neptune Care auf Plattformen wie Google Play und dem Apple App Store verfügbar ist, was auf ein B2C-Modell hinweisen könnte.

FAQ · 05 Fragen

Häufig gefragt zu Orbit Health

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Orbit Health nutzt die Bewegungssensoren kompatibler Smartwatches. Welche Modelle unterstuetzt werden, ist der aktuellen App-Beschreibung oder der Herstellerwebsite auf orbit.health zu entnehmen.

Nein. Die App liefert Verlaufsdaten an Betroffene und ihr Behandlungsteam – medizinische Entscheidungen wie Dosisanpassungen bleiben ausschliesslich qualifizierten Aerztinnen und Aerzten vorbehalten.

Die App entfaltet ihren Nutzen besonders dann, wenn bereits eine stabile Medikation besteht, deren Wirkprofil ueber den Tag verfolgt werden soll. Im Fruehstadium mit noch wenig Medikation ist der Mehrwert moeglicherweise geringer.

Gesundheitsdaten unterliegen besonderem Schutzbedarf. Fuer verbindliche Angaben zu Datenspeicherung und DSGVO-Konformitaet sollte die Datenschutzerklaerung des Anbieters auf orbit.health konsultiert werden.

Als Muenchner Startup liegt der Fokus auf dem deutschsprachigen Markt. Eine Verfuegbarkeit in weiteren Laendern ist der App-Store-Beschreibung und der Herstellerwebsite zu entnehmen.

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