Oncgnostics

Die Abklärung von Zervixkarzinom-Vorstufen stellt die gynäkologische Diagnostik vor ein präzises Problem: Nicht jede HPV-Infektion führt zu Krebs, aber herkömmliche Pap-Abstriche und Kolposkopien können diese Fälle nicht immer sicher unterscheiden. Oncgnostics GmbH, ein 2012 gegründetes Spin-off des Universitätsklinikums Jena, entwickelte dafür einen epigenetischen Abklärungstest namens GynTect. Das Unternehmen firmiert seit April 2025 unter dem Namen Epitype GmbH.

01 · Profil

Über Oncgnostics

Wie GynTect funktioniert

Das Kernprodukt GynTect analysiert Methylierungsmuster an definierten DNA-Regionen in Zervixabstrichen. Bei Gebärmutterhalskrebs oder schweren Krebsvorstufen sind diese Regionen spezifisch methyliert – anders als bei gesunden Frauen oder harmlosen HPV-Infektionen. GynTect kann behandlungsbedürftige Befunde von klinisch unauffälligen Infektionen unterscheiden und soll unnötige Biopsien reduzieren. Ein Nachfolgeprodukt, ScreenYu Gyn, erhielt im Mai 2022 die CE-IVD-Zulassung, wie Transkript.de berichtete.

Verfügbarkeit und Zulassung

GynTect wurde ab 2015 kommerzialisiert und ist als zugelassener Labortest für gynäkologische Praxislabore und Krankenhauslabore konzipiert. Laut HTGF (High-Tech Gründerfonds) finanzierte eine Series-A-Runde den CE-Mark und den Markteintritt von GynTect. In mehr als zehn europäischen und asiatischen Ländern war das Produkt erhältlich; für den chinesischen Markt erhielt das Unternehmen laut Transkript.de (2022) eine eigenständige Zulassung.

Unternehmensgeschichte und aktueller Status

Oncgnostics GmbH meldete am 31. März 2025 Insolvenz an; das Amtsgericht Gera ordnete die vorläufige Insolvenzverwaltung an. Das Unternehmen operiert seither unter dem Namen Epitype GmbH weiter und führt laut eigenen Angaben Validierungsstudien für die bestehenden Diagnostikprodukte fort. Der Übergang zu Epitype GmbH soll sicherstellen, dass die Kernkompetenzen in Epigenetik und Zervixkarzinom-Diagnostik erhalten bleiben.

Im Vergleich zu Alternativen

Epigenetische Zervixkrebsdiagnostik konkurriert mit klassischer Kolposkopie, Pap-Abstrich und HPV-Genotypisierung. Der Vorteil molekularer Methylierungstests liegt in der höheren Spezifität, was die Rate unnötiger invasiver Eingriffe senken kann. Laut Fachliteratur verfolgen auch Wettbewerber wie MDxHealth (Belgien) und Self-Screen (Niederlande, von Becton Dickinson übernommen) ähnliche Methylierungsansätze. Für Kliniken und Labore, die an der GynTect- oder ScreenYu-Gyn-Plattform interessiert sind, ist eine direkte Kontaktaufnahme mit Epitype GmbH möglich.

Wissenschaftliche Grundlagen

Die epigenetische Methylierungsdiagnostik ist ein wachsendes Segment in der Onkologie. DNA-Methylierungsmuster, die bei Tumorerkrankungen charakteristisch verändert sind, ermöglichen eine molekulare Unterscheidung zwischen benignen und malignen Veränderungen. Laut publizierten Validierungsstudien zu GynTect erreicht der Test bei Hochrisikoläsionen eine hohe Spezifität, die über klassischen Pap-Abstrichen liegt. Die Technologie ist nicht auf Zervixdiagnostik beschränkt: Methylierungsbasierte Verfahren werden auch in anderen onkologischen Indikationen erforscht, was die Plattform von Epitype GmbH langfristig für weitere Anwendungsgebiete interessant macht.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe für Oncgnostics sind hauptsächlich Frauen, insbesondere solche, die sich in einem Alter befinden, in dem das Risiko für Gebärmutterhalskrebs steigt. Darüber hinaus könnten auch Gesundheitsdienstleister und medizinisches Fachpersonal, die nach zuverlässigen und fortschrittlichen Krebsdiagnosetools suchen, potenzielle Nutzer sein. Es könnte auch Personen ansprechen, die eine Familiengeschichte von Krebserkrankungen haben und ein erhöhtes Risiko für diese Art von Krebs haben könnten.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Oncgnostics

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

GynTect analysiert DNA-Methylierungsmuster in Zervixabstrichen epigenetisch. Krebsspezifische Methylierung unterscheidet behandlungsbedürftige Vorstufen von harmlosen HPV-Infektionen.

Ja – Oncgnostics GmbH meldete am 31. März 2025 Insolvenz an (Amtsgericht Gera). Das Unternehmen operiert seither als Epitype GmbH weiter.

Mehr als zehn europäische und asiatische Länder, darunter Deutschland und China (eigenständige Zulassung).

Nachfolgeprodukt von Oncgnostics mit CE-IVD-Zulassung (Mai 2022) für epigenetische Zervixkrebsdiagnostik.

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