Nvision Imaging

Ein konventionelles MRT zeigt, wie Gewebe aussieht — ob es noch aktiv Glukose metabolisiert, also möglicherweise therapieresistent ist, bleibt unsichtbar. NVision Imaging Technologies GmbH aus Ulm setzt genau hier an. Mit Hyperpolarisierungstechnologie verstärkt das Unternehmen Kernspinsignale biochemischer Verbindungen um bis zu 100.000-fach und macht damit metabolische Prozesse sichtbar, die konventionelle MRT-Geräte nicht erfassen können. Die 2015 in Ulm gegründete GmbH ist nach Unternehmensangaben im Science Park III angesiedelt und zählt mittlerweile zu den am stärksten finanzierten Akteuren im entstehenden Segment der quantenbasierten medizinischen Bildgebung weltweit. Die Technologie nutzt quantenphysikalische Prinzipien, die ursprünglich in der Festkörperphysik entwickelt wurden und nun schrittweise für den klinischen Patienteneinsatz nutzbar gemacht werden.

01 · Profil

Über Nvision Imaging

Das POLARIS-System

Kernprodukt ist die POLARIS-Plattform: ein Gerät, das hyperpolarisierte Kontrastmittel — typischerweise [1-13C]-Pyruvat — direkt vor der MRT-Untersuchung aufbereitet und in klinisch nutzbarer Qualität bereitstellt. Das verstärkte Signal erlaubt MRT-Aufnahmen, die zeigen, wie Krebszellen Substrate metabolisieren — ein Ansatz, der nach Herstellerangaben eine frühere Tumorerkennung und präzisere Bewertung des Therapieansprechens ermöglichen soll. Laut einer BusinessWire-Pressemitteilung (Dezember 2025) setzt das Memorial Sloan Kettering Cancer Center das POLARIS-System für präklinische Onkologiestudien ein; die Universität Cambridge und die Technische Universität München gehören ebenfalls zum Nutzerkreis. Bis Ende 2026 rechnet das Unternehmen laut eigenen Angaben mit 20 aktiven Standorten weltweit.

Finanzierung und Partnerschaften

NVision hat bis Mai 2026 insgesamt rund 90 Millionen US-Dollar eingesammelt. Im Mai 2026 schloss das Unternehmen eine Series-B-Runde über 55 Millionen US-Dollar ab, wie The Quantum Insider berichtete; Ankerinvestor war Abbott. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte die Ulmer Forschungsgruppe mit 4,2 Millionen Euro für quantenbasierte Krebsbildgebung (Universität Ulm, 2023). Im März 2026 erhielt das Konsortium MIRAQLE mit der Aarhus University vom Innovation Fund Denmark einen Zuschuss über 5,4 Millionen Euro für die klinische Translation der Technologie bei hepatozellulärem Karzinom.

Perspektive und Einordnung

Hyperpolarisiertes MRT ist derzeit ein Forschungsfeld, kein Massenmarkt: Die Technologie richtet sich an akademische Kliniken und Forschungszentren, die metabolische Bildgebung in klinische Studien integrieren wollen, nicht an niedergelassene Radiologen oder Diagnostikzentren. NVision sieht sich nach Unternehmensangaben als führenden kommerziellen Anbieter in diesem entstehenden Segment. GE Healthcare und Bruker bieten verwandte Laborplattformen an, aber kein vergleichbar integriertes klinisches System für den direkten Patienteneinsatz am MRT. Mit der Series-B-Finanzierung expandiert NVision laut eigenen Angaben außerdem von Quantensensing in Richtung Quantum Computing und verbreitert damit die technologische Basis des Unternehmens gezielt.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Onkologische Forschungsinstitute, praeklinische Labore, Radiologieabteilungen von Unikliniken und Krebszentren, die metabolische MRT-Bildgebung fuer Fruehdiagnostik und Therapieverlaufskontrolle einsetzen wollen.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

B2B-Preismodell fuer Forschungslabore und Kliniken. Keine oeffentlichen Verbrauchertarife. Kosten auf Anfrage.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Nvision Imaging

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Beim konventionellen MRT sind nur etwa 0,001 % der Kernspinmomente ausgerichtet. Hyperpolarisierung bringt weit mehr Kerne in einen geordneten Zustand und verstärkt das MRT-Signal um bis zu 100.000-fach. Damit lässt sich der Stoffwechsel von Gewebe in Echtzeit beobachten — etwa wie Krebszellen Glukose abbauen —, was mit normalem MRT nicht möglich ist.

Das POLARIS-System zielt primär auf die Krebsdiagnostik: Es ermöglicht metabolische MRT-Aufnahmen, die Aussagen über Therapieresistenz und Therapieansprechen liefern können. Aktuelle Einsatzgebiete in der Forschung sind u. a. hepatozelluläres Karzinom, Prostata- und Hirntumore. Das System richtet sich an spezialisierte Forschungszentren, nicht an niedergelassene Praxen.

NVision hat bis Mai 2026 insgesamt rund 90 Millionen US-Dollar eingesammelt. Die Series-B-Runde vom Mai 2026 über 55 Millionen US-Dollar mit Abbott als Ankerinvestor war die größte Einzelrunde. Ergänzt wird das Funding durch BMBF-Fördermittel sowie einen Zuschuss des Innovation Fund Denmark über 5,4 Millionen Euro.

Das Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York setzt POLARIS in präklinischen Onkologiestudien ein. Weitere Standorte sind die Universität Cambridge und die Technische Universität München. NVision plant laut eigenen Angaben 20 aktive Zentren weltweit bis Ende 2026.

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