Mindpax
01 · Profil
Über Mindpax
Wie das System funktioniert
Das Mindpax-Armband zeichnet kontinuierlich Schlaf- und Aktivitätsdaten auf und überträgt sie verschlüsselt an einen Server. Die App ergänzt diese Objektiv-Messwerte durch wöchentliche Selbsteinschätzungen zu Stimmung und Wohlbefinden. Das Arztportal zeigt dem Behandlungsteam grafisch aufbereitete Trendverläufe in Echtzeit und gibt automatisch Hinweise, wenn gemessene Parameter von der individuellen Baseline abweichen. Laut einer zwischen Januar und März 2025 im Fachmagazin Der Nervenarzt (Springer) veröffentlichten Scoping-Review-Studie gehört Mindpax zu den vier validierten Anwendungen, die passives Monitoring von Schlaf, Aktivität und Mobilität bei bipolaren Störungen abdecken. Dieselbe Studie stellt fest, dass es in Deutschland bislang keine zugelassenen DiGAs speziell für bipolare Störungen gibt – Mindpax adressiert damit eine unversorgte Nische im digitalen Bereich.
Klinische Validierung
Die AKTIBIPO-VALIDATION-Studie (ClinicalTrials.gov, Registriernummer NCT04945057) untersucht den Nutzen des Mindpax-Systems bei bipolaren Störungen über einen zwölfmonatigen Nachbeobachtungszeitraum. Teilnehmende geben wöchentliche Selbsteinschätzungen ab, ihre physiologischen Daten werden parallel mit dem Armband erfasst. Gemäß ClinicalTrials.gov ist das primäre Ziel die algorithmische Frühwarnung vor Krankheitsepisoden. Ein weiterer Forschungsstrang untersucht Herzratenvariabilität als Biomarker für Zustandsänderungen bei bipolarer Erkrankung (medRxiv, 2022). Mindpax hat außerdem am TIMEBASE-Protokoll mitgewirkt – einer pragmatischen Beobachtungsstudie zur Identifikation digitaler Biomarker bei bipolarer Erkrankung, dokumentiert in PubMed (PMC11698176, 2025).
Zielgruppe und Abgrenzung
Das Angebot richtet sich an Menschen mit bipolaren Störungen, Schizophrenie und schweren Depressionen, die unter psychiatrischer Betreuung stehen. Mindpax ist kein Selbsthilfe-Tool ohne klinischen Rahmen, sondern ein digitales Unterstützungssystem, das die therapeutische Beziehung ergänzt. Im Vergleich zu rein app-basierten Lösungen wie Moodpath oder MindDoc setzt Mindpax auf kontinuierliche Hardware-Sensorik und eine direkte Schnittstelle zum Behandlungsteam – das macht das System besonders geeignet für die psychiatrische Nachsorge. Nach Herstellerangaben kann das Armband ähnlich einem Aktivitätstracker getragen werden und unterscheidet sich im Alltag äußerlich kaum von einer Smartwatch. Für Patientinnen und Patienten, die bereits stabilisiert sind, bietet das System eine Art digitales Sicherheitsnetz, das unbemerkt im Hintergrund arbeitet und das Behandlungsteam nur dann aktiviert, wenn die Daten auf eine drohende Zustandsverschlechterung hindeuten.
02 · Wer profitiert
Zielgruppe
Menschen mit bipolaren Störungen, Schizophrenie oder schweren Depressionen unter psychiatrischer Betreuung.
FAQ · 05 Fragen
Häufig gefragt zu Mindpax
Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.
Es erfasst Schlaf- und Aktivitätsdaten und überträgt sie ans Arztportal. Abweichungen von der Baseline lösen automatische Hinweise aus.
Bipolare Störungen, Schizophrenie, schwere Depressionen – ausschließlich im Rahmen psychiatrischer Betreuung.
Ja. Die AKTIBIPO-VALIDATION-Studie (NCT04945057) läuft zwölf Monate. Eine Scoping-Review im Nervenarzt (Springer, 2025) bestätigt Mindpax als eine von vier validierten Monitoring-Apps.
Nein. Mindpax erfordert ein Behandlungsteam mit Zugang zum Arztportal.
Nach aktuellem Stand nicht im BfArM-DiGA-Verzeichnis gelistet.
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