mentalhub

Rund eine Million Menschen mit psychotischen Erkrankungen in Deutschland erleben Versorgungslücken – besonders beim Übergang von der stationären Behandlung zurück in den Alltag. Genau hier setzt mentalhub an: Die Plattform (aktuell in Gründung, i.G.) verbindet Recovery-Coaching, digitalen Peer-Support und Psychoedukation, um Menschen mit schweren psychischen Krisenerfahrungen eine strukturierte Nachsorge zu ermöglichen.

01 · Profil

Über mentalhub

Das Angebot basiert auf dem sogenannten Trialog – einer gemeinsamen Arbeit von Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften. Laut Eigenangaben der Plattform werden alle Inhalte gemeinsam entwickelt, moderiert und reflektiert. Das Projekt wird von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Köln sowie weiteren Partnern aus Nordrhein-Westfalen wissenschaftlich begleitet.

Wie das Online-Recovery-Programm aufgebaut ist

Kernstück ist ein 12-wöchiges Programm in festen Online-Gruppen von fünf bis acht Personen. Einmal wöchentlich trifft sich die Gruppe für 60 Minuten per Videokonferenz – geleitet von einer Psychologin oder einem Psychologen, begleitet von einer Genesungsbegleiterin oder einem Genesungsbegleiter mit eigener Psychoseerfahrung. Zusätzlich gibt es vier individuelle Einzelgespräche sowie zwölf Monate Zugang zu einer digitalen Bibliothek mit Peer-Geschichten und evidenzbasierten Methoden aus der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT), dem Metakognitiven Training (MKT) und der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT).

Das Programm richtet sich an Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren mit einer Diagnose aus dem schizophrenen Formenkreis. Thematisch deckt es Selbstfürsorge, Psychoedukation, Frühwarnzeichen und den Wiedereinstieg in den Alltag ab. Die Teilnahme an der aktuell laufenden Machbarkeitsstudie ist kostenlos.

Wissenschaftlicher Hintergrund und Partnernetzwerk

Mentalhub führt eine Machbarkeits- und explorative Wirksamkeitsstudie an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Köln durch. Das Forschungsvorhaben ist laut Eigenangaben durch die Ethikkommission der Uniklinik Köln geprüft und freigegeben. Studienverantwortliche sind Louisa Süß (Psychologische Psychotherapeutin) und Prof. Dr. Joseph Kambeitz, stellvertretender Direktor der Klinik und Leiter des Früherkennungs- und Therapiezentrums (FETZ) an der Uniklinik Köln.

Das Startup wurde von deutsche-startups.de (Dezember 2025) als eines von fünf bemerkenswerten jungen Kölner Startups hervorgehoben und ist auf der Reflecta-Plattform als Impact-Startup gelistet. Als Förderer nennt mentalhub laut eigener Website die Europäische Union über ESC.NRW sowie die Universität zu Köln. Mentalhub bezeichnet sich selbst als Profit-for-Purpose-Unternehmen; ein Eintrag im Handelsregister liegt noch nicht vor, da sich das Projekt in der Gründungsphase befindet.

FAQ · 05 Fragen

Häufig gefragt zu mentalhub

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Das Programm richtet sich an Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren mit einer Diagnose aus dem schizophrenen Formenkreis, die einen Klinik- oder Rehaaufenthalt hinter sich haben oder aktuell in der Nachsorge sind. Voraussetzung ist die Möglichkeit, einmal wöchentlich an einer 60-minütigen Online-Gruppensitzung teilzunehmen. Interessierte führen vorab ein Vorgespräch mit dem Studienteam, um gemeinsam zu klären, ob das Programm passend ist.

Das Programm findet in festen Online-Gruppen mit fünf bis acht Teilnehmenden statt. Wöchentlich gibt es ein 60-minütiges Videotreffen, geleitet von einer Psychologin und begleitet von einer Genesungsbegleiterin mit eigener Psychoseerfahrung. Dazu kommen vier Einzelgespräche und zwölf Monate Zugang zur digitalen e-Recovery-Bibliothek. Die Inhalte umfassen Psychoedukation, Kognitive Verhaltenstherapie (KVT), Metakognitives Training (MKT) und Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT).

Recovery meint in der psychiatrischen Versorgung weit mehr als das Abklingen von Symptomen. Es geht um Hoffnung, Selbstbestimmung und die Rückkehr zu einem sinnerfüllten Leben trotz oder mit der Erkrankung – ein Konzept, das die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als zentrales Ziel psychiatrischer Rehabilitation benennt. Mentalhub kombiniert diesen Ansatz mit evidenzbasierten Methoden und dem Erfahrungswissen von Genesungsbegleitern.

Laut Angaben des Studienteams ist die Teilnahme an der aktuell laufenden Machbarkeitsstudie kostenlos. Mentalhub befindet sich in der Gründungsphase; zum Kostenmodell nach Studienabschluss liegen noch keine öffentlichen Angaben vor.

Nein. Mentalhub macht transparent, dass die Plattform keine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnose oder Behandlung ersetzt. Der Fokus liegt auf dem psychosozialen Recovery-Prozess – einem Bereich, der in der klassischen Versorgung beim Übergang von der Klinik in den Alltag häufig unterversorgt ist. Bei akuten Krisen verweist das Angebot auf die Telefonseelsorge sowie spezialisierte Krisenberatung.

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