Melon

Wer mit Typ-2-Diabetes, Depressionen oder anhaltendem Übergewicht lebt, kennt die Lücke zwischen Arztterminen: Selbstmanagement bleibt ungeleitet, Motivation schwankt, strukturierte Alltagsbegleitung fehlt. Die 2013 in Auckland, Neuseeland, gegründete Melon Health schließt diese Lücke mit digitalen Selbstmanagement-Programmen, die Verhaltenswissenschaft, Peer-Support und professionelles Coaching kombinieren. Das Angebot richtet sich an Menschen mit chronischen Erkrankungen oder dem Wunsch nach dauerhafter Verhaltensänderung.

01 · Profil

Über Melon

Wie funktioniert's

Bei der Registrierung wählen Nutzerinnen und Nutzer ein passendes Programm: Typ-2-Diabetes, Prä-Diabetes, Angststörung, Depression, Schmerzmanagement, Rauchstopp oder Gewichtsreduktion. Die App führt durch tägliche Check-ins, ein strukturiertes Gesundheitstagebuch und evidenzbasierte Lernmodule – inhaltlich aufgebaut wie ein geführter Verhaltensänderungspfad. Über ein geschütztes Peer-Netzwerk tauschen sich Betroffene miteinander aus; ergänzend stehen zertifizierte Health Coaches für individuelle Rückmeldung bereit. Nach Unternehmensangaben basiert die Programmstruktur auf klinisch erprobten Prinzipien der Verhaltensveränderungstheorie (Behaviour Change Theory), kombiniert mit digitalem Tracking für Stimmung, Aktivität und Ernährung. Die App ist für iOS und Android verfügbar; der Zugang erfolgt in der Regel über Kostenträger, nicht als direkt buchbares Verbraucherprodukt.

Studienlage und Belege

Melon Health wurde in einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) in der Primärversorgung Neuseelands evaluiert. Die Ergebnisse erschienen 2020 im Fachjournal JMIR mHealth and uHealth (PubMed Central: PMC7738254). Teilnehmende mit Typ-2-Diabetes oder Prä-Diabetes berichteten von Wissenszuwachs, dauerhaften Verhaltensänderungen und messbarer Gewichtsreduktion. Als nützlichste Programmelemente wurden Bildungsressourcen (63,7 Prozent), Health-Coach-Kontakte (59,2 Prozent) und Zielverfolgung (48,8 Prozent) eingestuft. Das britische Bewertungssystem ORCHA, das Gesundheits-Apps für den NHS prüft, hat Melon unabhängig bewertet und freigegeben. In Neuseeland ist die Plattform durch Health Navigator akkreditiert, eine unabhängige Gesundheitsinformationsstelle des neuseeländischen Gesundheitsministeriums.

Das Geschäftsmodell von Melon Health

Melon Health lizenziert seine Plattform primär an Gesundheitssysteme, Krankenkassen und Pflegenetze, die den Zugang für ihre Versicherten oder Patientengruppen finanzieren. Endnutzerinnen und Endnutzer zahlen nicht direkt; der Zugang erfolgt über den jeweiligen Kostenträger oder Versorgungsanbieter. Das Unternehmen positioniert sich als White-Label-Lösung für institutionelle Partner. Derzeit ist Melon Health vor allem in Neuseeland und Australien aktiv; Partnerschaften mit weiteren Ländern sind laut Unternehmenswebsite in Vorbereitung. Für Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland oder Österreich ist ein direkter Zugang Stand Mai 2026 nur über spezielle Kooperationsnetze möglich; eine eigenständige deutschsprachige Version ist nicht bekannt. Eine GKV-Erstattung ist Stand Mai 2026 ebenfalls nicht vorgesehen.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von Melon Health umfasst sowohl Einzelpersonen als auch Gesundheitssysteme und -pläne. Einzelpersonen, die an langfristigen Gesundheitszuständen wie Typ-2-Diabetes, muskuloskelettalen Störungen oder leichten bis mittelschweren psychischen Erkrankungen leiden, können von den personalisierten Unterstützungsprogrammen profitieren. Darüber hinaus richtet sich das Unternehmen an Gesundheitssysteme und -pläne, die skalierbare und personalisierte Pflegeangebote für ihre Patienten bereitstellen möchten.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Melon Health bietet seine Dienstleistungen im Rahmen von Gesundheitssystemen und -plänen an, was darauf hindeutet, dass die Kostenstruktur wahrscheinlich durch diese Institutionen getragen wird. Konkrete Preisinformationen sind nicht verfügbar, jedoch scheint das Geschäftsmodell darauf abzuzielen, durch Partnerschaften mit Gesundheitssystemen und -plänen Einnahmen zu generieren.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Melon

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Die Plattform bietet Programme für Typ-2-Diabetes, Prä-Diabetes, Depression, Angststörungen, Schmerzmanagement, Rauchstopp und Gewichtsreduktion. Nutzerinnen und Nutzer wählen bei der Registrierung das passende Programm und erhalten darauf zugeschnittene Module, Coaching und eine Peer-Community.

Ja. Eine randomisierte kontrollierte Studie in der neuseeländischen Primärversorgung, veröffentlicht 2020 in JMIR mHealth and uHealth (PMC7738254), belegte Wissenszuwachs und Verhaltensänderungen bei Teilnehmenden mit Diabetes. Zusätzlich hat das britische ORCHA-Bewertungssystem Melon Health unabhängig für den NHS geprüft und freigegeben.

Derzeit nicht. Melon Health ist primär für englischsprachige Märkte entwickelt und in Neuseeland sowie Australien aktiv. Eine deutschsprachige Version oder GKV-Erstattung ist Stand Mai 2026 nicht bekannt.

Endnutzer zahlen in der Regel nicht direkt. Der Zugang wird von Gesundheitssystemen, Kassen oder Pflegenetzen lizenziert. Ob ein Zugang über den eigenen Kostenträger möglich ist, hängt von individuellen Verträgen ab.

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