Melon

Wer mit Typ-2-Diabetes, Depressionen oder anhaltendem Übergewicht lebt, kennt die Lücke zwischen Arztterminen: Selbstmanagement bleibt ungeleitet, Motivation schwankt, strukturierte Alltagsbegleitung fehlt. Die 2013 in Auckland, Neuseeland, gegründete Melon Health schließt diese Lücke mit digitalen Selbstmanagement-Programmen, die Verhaltenswissenschaft, Peer-Support und professionelles Coaching kombinieren. Das Angebot richtet sich an Menschen mit chronischen Erkrankungen oder dem Wunsch nach dauerhafter Verhaltensänderung und ist für Kostenträger konzipiert, die ihren Versicherten eine strukturierte Begleitung anbieten möchten.

01 · Profil

Über Melon

Wie funktioniert's

Bei der Registrierung wählen Nutzerinnen und Nutzer ein passendes Programm: Typ-2-Diabetes, Prä-Diabetes, Angststörung, Depression, Schmerzmanagement, Rauchstopp oder Gewichtsreduktion. Die App führt durch tägliche Check-ins, ein strukturiertes Gesundheitstagebuch und evidenzbasierte Lernmodule. Über ein geschütztes Peer-Netzwerk tauschen sich Betroffene miteinander aus; ergänzend stehen zertifizierte Health Coaches für individuelle Rückmeldung bereit. Laut Unternehmensangaben basiert die Programmstruktur auf klinisch erprobten Prinzipien der Behaviour Change Theory, kombiniert mit digitalem Tracking für Stimmung, Aktivität und Ernährung. Die App ist für iOS und Android verfügbar.

Studienlage und externe Qualitätsbewertungen

Melon Health wurde in einer randomisierten kontrollierten Studie in der Primärversorgung Neuseelands evaluiert. Laut JMIR mHealth and uHealth (2020) belegte die Studie Wissenszuwachs und dauerhafte Verhaltensänderungen bei Teilnehmenden mit Typ-2-Diabetes und Prä-Diabetes. Als nützlichste Programmelemente wurden Bildungsressourcen, Health-Coach-Kontakte und Zielverfolgung eingestuft. Das britische Bewertungssystem ORCHA, das Gesundheits-Apps unabhängig für den NHS prüft, hat Melon Health geprüft und freigegeben. Nach Angaben des neuseeländischen Gesundheitsministeriums (Ministry of Health, 2021) ist die Plattform durch Health Navigator akkreditiert, eine staatliche Qualitätsstelle des öffentlichen Gesundheitssystems.

Geschäftsmodell und Verfügbarkeit in Deutschland

Melon Health lizenziert seine Plattform an Gesundheitssysteme, Krankenkassen und Pflegenetze, die den Zugang für ihre Versicherten finanzieren. Endnutzerinnen und Endnutzer zahlen in der Regel nicht direkt; der Zugang erfolgt über den jeweiligen Kostenträger. Das Unternehmen positioniert sich als White-Label-Lösung und ist vor allem in Neuseeland und Australien aktiv. Für Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland ist ein direkter Zugang Stand Mai 2026 nur über spezielle Kooperationsnetze möglich; eine deutschsprachige Version und GKV-Erstattung sind derzeit nicht vorgesehen. Damit unterscheidet sich Melon Health von europäischen Alternativen wie Oviva, Zanadio oder HelloBetter, die direkt im deutschen App-Markt und im DiGA-Verzeichnis verfügbar sind und GKV-Erstattung ermöglichen.

Für Gesundheitsorganisationen, die nach skalierbaren und evidenzbasierten digitalen Interventionen für chronisch kranke Patientinnen und Patienten suchen, bietet Melon Health einen evaluierten Ansatz mit nachgewiesenem Nutzen in einer RCT-Studie, unabhängiger Qualitätsbewertung durch ORCHA und staatlicher Akkreditierung durch das neuseeländische Gesundheitsministerium.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von Melon Health umfasst sowohl Einzelpersonen als auch Gesundheitssysteme und -pläne. Einzelpersonen, die an langfristigen Gesundheitszuständen wie Typ-2-Diabetes, muskuloskelettalen Störungen oder leichten bis mittelschweren psychischen Erkrankungen leiden, können von den personalisierten Unterstützungsprogrammen profitieren. Darüber hinaus richtet sich das Unternehmen an Gesundheitssysteme und -pläne, die skalierbare und personalisierte Pflegeangebote für ihre Patienten bereitstellen möchten.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

Melon Health bietet seine Dienstleistungen im Rahmen von Gesundheitssystemen und -plänen an, was darauf hindeutet, dass die Kostenstruktur wahrscheinlich durch diese Institutionen getragen wird. Konkrete Preisinformationen sind nicht verfügbar, jedoch scheint das Geschäftsmodell darauf abzuzielen, durch Partnerschaften mit Gesundheitssystemen und -plänen Einnahmen zu generieren.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Melon

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Die Plattform bietet Programme für Typ-2-Diabetes, Prä-Diabetes, Depression, Angststörungen, Schmerzmanagement, Rauchstopp und Gewichtsreduktion. Nutzerinnen und Nutzer wählen bei der Registrierung das passende Programm und erhalten darauf zugeschnittene Module, Coaching und eine Peer-Community.

Ja. Eine randomisierte kontrollierte Studie in der neuseeländischen Primärversorgung, veröffentlicht 2020 in JMIR mHealth and uHealth (PMC7738254), belegte Wissenszuwachs und Verhaltensänderungen bei Teilnehmenden mit Diabetes. Zusätzlich hat das britische ORCHA-Bewertungssystem Melon Health unabhängig für den NHS geprüft und freigegeben.

Derzeit nicht. Melon Health ist primär für englischsprachige Märkte entwickelt und in Neuseeland sowie Australien aktiv. Eine deutschsprachige Version oder GKV-Erstattung ist Stand Mai 2026 nicht bekannt.

Endnutzer zahlen in der Regel nicht direkt. Der Zugang wird von Gesundheitssystemen, Kassen oder Pflegenetzen lizenziert. Ob ein Zugang über den eigenen Kostenträger möglich ist, hängt von individuellen Verträgen ab.

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