Medicstream

Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient endet in vielen Praxen mit dem Schluss der Sprechstunde: Was der Patient danach mit den erhaltenen Informationen anfängt, bleibt oft dem Zufall überlassen. Studien zur Patientensicherheit zeigen, dass Patienten unmittelbar nach einer Konsultation weniger als die Hälfte der erhaltenen Informationen behalten – ein in der medizinischen Kommunikationsforschung gut belegtes Problem. Medicstream, ein deutsches Unternehmen mit Fokus auf kardiovaskuläre Gesundheit, hat dafür ein ergänzendes System entwickelt: Ärzte können Patienten nach der Konsultation kurze, professionell produzierte Erklärvideos zu ihrer Erkrankung und Behandlung schicken.

01 · Profil

Über Medicstream

Das Prinzip: Infoboxen statt Informationsverlust

Das Kernprodukt von Medicstream ist eine Bibliothek kurzer medizinischer Videoclips zu kardiovaskulären Erkrankungen – von Hypertonie über Herzinsuffizienz bis zu Herzrhythmusstörungen. Ärzte wählen nach der Sprechstunde relevante Clips aus und stellen sie dem Patienten als individuelle „Infobox" bereit. Über diese Infobox lassen sich auch Links zu begleitenden digitalen Programmen und BfArM-DiGA-Anwendungen integrieren, sodass Patienten nach dem Gespräch einen strukturierten digitalen Weiterweg haben. Das Deutsche Ärzteblatt hat Medicstream als „Telemedizin-Datenbank für die Fortbildung" beschrieben – was den doppelten Nutzen für Arzt und Patient verdeutlicht.

Niedrigschwelliger Zugang für Patienten

Medicstream ist laut Unternehmensangaben sowohl in klassischen Praxissettings als auch in telemedizinischen Abläufen einsetzbar. Der Zugang für Patienten erfolgt browser-basiert – ohne eigenen App-Download, was besonders für ältere oder wenig technikaffine Patienten die Hürde senkt. In der klassischen Variante ergänzt die Plattform die Präsenz-Sprechstunde: Mit wenigen Klicks wählt der Arzt relevante Clips aus und verschickt sie per Link. In telemedizinischen Settings wird die Infobox direkt im Anschluss an die Videokonsultation versendet.

Fokus Kardiologie und Innere Medizin

Der Schwerpunkt auf kardiovaskuläre Erkrankungen macht Medicstream besonders relevant für kardiologische Praxen, internistische Hausärzte und Rehabilitationseinrichtungen mit kardialem Fokus. Im Vergleich zu DiGA-Anwendungen wie Kaia Health oder Meine Tinnitus App ist Medicstream kein eigenständiges therapeutisches Programm, sondern ein Brückenangebot zwischen Arztgespräch und digitaler Weiterversorgung. Informationen zu Nutzerzahlen oder externen Finanzierungsrunden hat Medicstream nach aktuellem Recherchestand (Crunchbase, Mai 2026) nicht öffentlich kommuniziert.

Marktkontext und Einordnung

Ähnliche Ansätze verfolgen Anbieter wie HealthJoy oder Patientus, die auf strukturierte Patientenkommunikation nach Konsultationen setzen. Medicstream unterscheidet sich durch den spezifischen kardiologischen Videofokus und das einfache Arzt-Interface. Für Arztpraxen, die ihre Patientenkommunikation ohne großen IT-Aufwand verbessern möchten, bietet Medicstream einen pragmatischen Einstieg in digitale Nachsorge. Eine Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung ist derzeit laut BfArM-DiGA-Verzeichnis nicht vorgesehen.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe für Medicstream sind hauptsächlich medizinische Fachleute wie Ärzte, Krankenschwestern und medizinische Fachkräfte. Diese Plattform könnte auch von Medizinstudenten genutzt werden, die sich auf ihren Unterricht vorbereiten oder ihr Wissen erweitern möchten. Des Weiteren könnten Gesundheitsorganisationen und -einrichtungen, die ihre Mitarbeiter fortbilden möchten, ebenfalls zu den potenziellen Nutzern gehören.

05 · Was es kostet

Kosten & Preise

B2B-Preismodell für Arztpraxen und Kliniken. Keine direkten Kosten für Patienten. Detaillierte Preisinfos nicht öffentlich verfügbar.

FAQ · 04 Fragen

Häufig gefragt zu Medicstream

Kurze Antworten aus unserer Recherche. Wenn etwas fehlt oder unklar ist: Schreib uns direkt.

Medicstream fokussiert auf kardiovaskuläre Erkrankungen: Hypertonie, Herzinsuffizienz, koronare Herzerkrankung, Herzrhythmusstörungen und verwandte Indikationen. Die Videoclip-Bibliothek wird laut Unternehmensangaben kontinuierlich erweitert.

Der Arzt stellt nach der Sprechstunde eine individuelle Infobox zusammen und schickt sie per Link an den Patienten – ohne dass dieser vorab eine eigene App installieren muss. Der Zugang erfolgt browser-basiert, was die Hürde für ältere Patienten reduziert.

Nein. Medicstream ist keine DiGA im Sinne des BfArM-DiGA-Verzeichnisses und damit nicht über die GKV erstattungsfähig. Es handelt sich um ein ergänzendes Kommunikationswerkzeug für den Praxisalltag.

Primär für Kardiologen, internistisch tätige Hausärzte und kardiologische Rehabilitationseinrichtungen. Das Deutsche Ärzteblatt hat Medicstream als Fortbildungs-Tool beschrieben, was auf den Bildungsanspruch der Plattform hinweist.

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