Lymphatica
01 · Profil
Über Lymphatica
Wie funktioniert LymphoDrain
LymphoDrain ist ein implantierbares Mikropumpen-System, bestehend aus einer miniaturisierten Pumpe, einem Drainagekatheter und einem Ausgabekatheter. Das Gerät wird operativ eingesetzt und soll dauerhaft und kontinuierlich aktiv bleiben – ohne tägliche Eigentherapie durch die Patientin. Das System leitet physiologisch ausgetretene Lymphflüssigkeit aus dem Zwischengewebe (Interstitium) aktiv in funktionsfähige Lymphgefäße ab. Im Unterschied zu pneumatischen Kompressionspumpen, die den Lymphabfluss nur von außen unterstützen, greift LymphoDrain direkt in den gestörten Transportmechanismus ein. Die erste Geräteversion ist auf das Arm-Lymphödem nach Brustkrebsbehandlung fokussiert und berücksichtigt die anatomischen Besonderheiten nach Achselchirurgie und Strahlentherapie. Nach Unternehmensangaben ist das System für eine dauerhafte Implantation ausgelegt und benötigt nach dem Eingriff keine externe Energiezufuhr durch die Trägerin.
Studienlage und Zulassung
Die klinische Entwicklung stützt sich auf ein EU-gefördertes Forschungsprojekt, das im Januar 2023 mit einer First-in-Human-Studie am Universitätsspital Lausanne (CHUV) abgeschlossen wurde. Unter Leitung von Prof. Lucia Mazzolai wurden neun Patientinnen mit Arm-Lymphödem nach Brustkrebstherapie behandelt – die erste klinische Erprobung eines implantierbaren Lymphödem-Geräts weltweit. Im Februar 2024 vergab die U.S. Food and Drug Administration (FDA) die Breakthrough Device Designation an LymphoDrain. Diese Klassifizierung, die nur für Produkte bei schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Erkrankungen vergeben wird, beschleunigt die regulatorische Prüfung und den Zulassungsweg erheblich. Derzeit läuft die Folgestudie LymphoPilot, die auf einer breiteren Patientenbasis die klinische Wirksamkeit und Sicherheit des Systems nachweisen soll. Eine abgeschlossene Marktzulassung – weder in den USA noch nach europäischer MDR – liegt noch nicht vor.
Wer steckt dahinter
Lymphatica Medtech SA wurde 2017 gegründet und hat seinen Sitz in Chavannes-près-Renens (Kanton Waadt, Schweiz). Im Oktober 2024 schloss das Unternehmen eine Series-B-Finanzierungsrunde über 17,9 Millionen Euro ab. Laut Crunchbase (Oktober 2024) beteiligten sich Panakès Partners und TechWald Next als Co-Leads sowie CDP Venture Capital (Digital Transition Fund), OCCIDENT, die Zürcher Kantonalbank und der Bestandsinvestor High-Tech Gründerfonds (HTGF). Das Kapital soll die laufende LymphoPilot-Studie finanzieren, die Markteinführungsvorbereitung unterstützen und die Erlangung der europäischen MDR-Zulassung vorantreiben.
02 · Wer profitiert
Zielgruppe
Die primäre Zielgruppe von Lymphatica Medtech sind erwachsene Patienten mit chronischem Lymphödem – insbesondere Arm-Lymphödem nach Brustkrebstherapien. Darüber hinaus richtet sich das Unternehmen an Onkologen, plastische Chirurgen und Lymphödem-Spezialisten sowie an Kliniken und Krankenhäuser, die an klinischen Studien zu implantierbaren Lymphödem-Therapien teilnehmen oder diese einsetzen wollen.
05 · Was es kostet
Kosten & Preise
Lymphatica Medtech bietet seine Produkte und Dienstleistungen primär im B2B-Bereich an, wobei die Kosten in der Regel von den Gesundheitseinrichtungen oder durch Kostenerstattungen von Krankenkassen gedeckt werden. Die Preisstruktur variiert je nach Produkt und Serviceumfang. Konkrete Preisangaben sind auf der Webseite nicht verfügbar, jedoch ist es branchenüblich, dass solche spezialisierten Medizintechnologien im höheren Preissegment angesiedelt sind.
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