Lucid Genomics

Das sogenannte Dark Genome – jene rund 98 Prozent nicht-kodierender DNA im menschlichen Erbgut – erschließt Lucid Genomics, ein 2024 in Berlin gegründetes Biotechunternehmen, mithilfe einer KI-basierten Plattform für Diagnostik und Wirkstoffentwicklung. Als Dark Genome bezeichnet man die nicht-kodierenden Bereiche der DNA, die rund 98 Prozent des gesamten menschlichen Erbguts ausmachen und von gängigen genomischen Analysetools weitgehend ignoriert werden. Lucid Genomics macht diese Bereiche mit Methoden des maschinellen Lernens zugänglich und bietet sie als B2B-Software-as-a-Service für Pharmaunternehmen und klinische Einrichtungen an.

01 · Profil

Über Lucid Genomics

Gründung & Wissenschaftliche Basis

Das Unternehmen entstand als Ausgründung zweier renommierter Berliner Forschungsinstitutionen: dem Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik und dem Institut für Medizinische Genetik und Humangenetik der Charité – Universitätsmedizin Berlin. CEO Dr. Uirá Souto Melo und CTO Hossein Moeinzadeh bringen jahrelange Erfahrung in der genomischen Grundlagenforschung ein und transferieren akademisches Methodenwissen in ein skalierbares Produkt für die Healthcare-Industrie. Die Pre-Seed-Runde über 1,3 Millionen Euro wurde 2024 abgeschlossen, angeführt von Caesar Ventures mit Beteiligung von BIF Partners, another.vc und dem MPF Accelerator.

Die wissenschaftliche Grundlage: Konventionelle Next-Generation-Sequencing-Workflows und bioinformatische Pipelines analysieren primär exonische (proteinkodierende) Varianten – jene zwei Prozent der DNA, die direkt für Proteine kodieren. Für viele seltene genetische Erkrankungen ließ sich keine ursächliche Variante in diesem Zwei-Prozent-Fenster finden, obwohl ganze Genomsequenzierungen vorlagen. Die restlichen 98 Prozent – regulatorische Sequenzen, Enhancer, lncRNAs, Transposons – enthalten krankheitsrelevante Varianten, deren Interpretation ohne KI-Unterstützung nicht skalierbar ist. Laut BIH/Charité-Pressemitteilung (2024) nutzt Lucid Genomics KI und Machine Learning, um diese Daten systematisch zu interpretieren und diagnostisch sowie für die Wirkstoffentwicklung nutzbar zu machen.

Markt & Anwendungsfelder

Der initiale Markt sind seltene genetische Erkrankungen, bei denen ein bedeutender Anteil der Patientenfälle trotz Exom- oder Genomsequenzierung unaufgeklärt bleibt. Perspektivisch zielt Lucid Genomics auf onkologische Biomarker-Entdeckung und pharmakologische Target-Identifikation. Im Vergleich zu breit angelegten Genomik-Plattformen wie Genomics England (100.000 Genomes Project) oder Deep Genomics liegt der Differenzierungsanspruch von Lucid Genomics im spezifischen Fokus auf nicht-kodierende Genomvarianten als analytischer Layer – angeboten als SaaS-Service, der in bestehende bioinformatische Workflows integriert werden kann.

Im diagnostischen Alltag bei seltenen Erkrankungen bleibt laut Literaturangaben rund die Hälfte aller Patienten nach standardmäßiger Exom-Sequenzierung ohne genetische Diagnose. Ein wesentlicher Grund ist das Fehlen valider Analyse-Werkzeuge für den nicht-kodierenden Genomanteil. Lucid Genomics positioniert sich in diesem sogenannten diagnostischen Gap und nutzt KI-Modelle, die auf den Trainingsdaten aus Max-Planck- und Charité-Forschung basieren. Die Plattform ist als SaaS konzipiert: Kliniken oder Pharmaunternehmen übermitteln Whole-Genome-Sequencing-Daten und erhalten annotierte Berichte über potenzielle pathogene Varianten im Dark Genome zurück. Für die pharmazeutische Industrie öffnet dies einen neuen Raum für Target-Identifikation jenseits der kodierenden Genombereiche – mit potenziell erheblichem Wert für die Wirkstoffentwicklung gegen bislang schwer druggable Mechanismen. Die Caesar Ventures-geführte Pre-Seed-Runde von 1,3 Millionen Euro (2024) wird für den weiteren Plattformaufbau und erste kommerzielle Pilotprojekte genutzt. Lucid Genomics ist damit ein Beispiel für die Welle Deep-Science-getriebener KI-Biotechs, die in Deutschland aus Max-Planck-Instituten und Universitätskliniken heraus entstehen.

02 · Wer profitiert

Zielgruppe

Die Zielgruppe von Lucid Genomics umfasst Forschungseinrichtungen, Krankenhäuser, Biotech-Unternehmen und andere Organisationen, die an der genetischen Analyse und der Entwicklung von Diagnostik- und Biomarker-Identifikationslösungen interessiert sind.

FAQ · 03 Fragen

Häufig gefragt zu Lucid Genomics

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Als Dark Genome bezeichnet man die nicht-kodierenden Bereiche der DNA, die rund 98 Prozent des menschlichen Erbguts ausmachen. Klassische Genomanalyse-Tools fokussieren auf die kodierenden 2 Prozent. Lucid Genomics macht die übrigen 98 Prozent mit KI-Methoden für Diagnostik und Wirkstoffentwicklung zugänglich.

Die Plattform ist als B2B-SaaS für Pharmaunternehmen und klinische Einrichtungen konzipiert. Kunden senden Whole-Genome-Sequencing-Daten und erhalten annotierte Berichte über pathogene Varianten im nicht-kodierenden Genom zurück. Primärer Anwendungsfall sind seltene genetische Erkrankungen; perspektivisch onkologische Biomarker-Entdeckung und pharmazeutische Target-Identifikation.

Laut BIH/Charité-Pressemitteilung (2024) entstand Lucid Genomics als Ausgründung des Max-Planck-Instituts für Molekulare Genetik und der Charité – Universitätsmedizin Berlin. CEO Dr. Uirá Souto Melo und CTO Hossein Moeinzadeh bringen jahrelange Erfahrung in genomischer Grundlagenforschung mit.

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